Nur für Fachbesucher bzw. Einkäufer öffnet die Spielwarenmesse ihre Türen. Foto: Schelbert

Die Spielwarenmesse an einem Tag zu meistern, ist eigentlich gar nicht möglich. Grafik: Spielwarenmesse

Die Spielwarenmesse in Nürnberg könnte ein fast paradiesischer Ort sein. Leider kommen nur Händler rein. omnibus.news hat auch in diesem Jahr auf der Messe wieder Ausschau nach Modellbus-Neuheiten gehalten. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts hat sich in Nürnberg eine Spielzeugindustrie aufgebaut, die bis heute mit namhaften Marken und verschiedensten Produkten für leuchtende Augen und Herzklopfen sorgt. Und das nicht nur bei Kindern. Immer detaillierter wurden vor allem Modellfahrzeuge, um dem wachsenden Anspruch der Sammler gerecht zu werden. Aus Kostengründen wurde die Fertigung nach und nach aus der fränkischen Metropole in die Volksrepublik China verlagert. Und hier folgt die Produktion ganz anderen Spielregeln: Staatlich verordnete Lohnerhöhungen und steigende Rohstoffkosten lassen die Preise für Modellfahrzeuge weiter steigen. Zusammen mit den Transportkosten ist ein bezahlbares Ende in Sicht. Das scheint – zumindest für Modellbusse – erreicht zu sein, viele Hersteller, die sonst mit einer Flut an Neuheiten nach Nürnberg gekommen waren, zollen der Entwicklung in Fernost entsprechend Tribut und schütteln mit dem Kopf, wenn es um Modellbus-Neuheiten geht. Zusätzlich sorgt sich die Branche um die Produktionsstätten vor Ort, denn viele chinesische Produzenten haben andere Märkte für sich entdeckt und einfach die Fabriken geschlossen.  Einige Hersteller reagierten kurzfristig und verlagerten die Produktion in andere Billig-Lohn-Länder oder, besonders erfreulich, auch wieder zurück nach Deutschland. Aber hier fehlt es an entsprechenden Fachkräften, denn jahrelang wurden beispielsweise kaum Formenbauer nachgefragt. Wer nicht zurück nach Deutschlnad kommen kann, wird in China bleiben müssen und vor Ort nach Alternativen suchen. Dementsprechend groß ist die Zahl angekündigter aber nicht ausgelieferter Modellbusse. Vereinzelt ist der vermehrte Einsatz von Resin als Werkstoff eine Lösung, andere Hersteller setzen statt Metall auf Kunststoff. Mitunter könnte das nicht nur ein Weg aus der Krise sein, sondern auch ganz neue Märkte eröffnen. Bei den angekündigten Modellbus-Neuheiten hielten sich viele Hersteller mit Angaben zur Auslieferung bedeckt. So wird auch dieses Jahr nicht jeder neue Modellbus pünktlich seinen Weg in den Fachhandel finden. Das sind leider keine paradiesischen Zustände für Modellbus-Fans. Trotzdem gab es aber Grund zum Feiern, denn die Spielwarenmesse öffnete zum 70. Mal ihre Türen.

Frédéric Lehmann, Geschäftsführer LEGO GmbH überreicht ein Geburtstagsgeschenk an Ernst Kick, Vorstandsvorsitzender Spielwarenmesse eG. Foto: Schelbert

70 Jahre Spielwarenmesse – in diesem Jahr gab es zumindest für die Macher der Messe einen Grund, dieses Ereignis gebührend zu feiern. Foto: Schelbert

Natülrich gab es zum runden Geburtstag auch ein Feuerwerk! Foto: Hartlmeier

120.000 Neuheiten meldet die Messe voller Stolz, leider sind nur wenige davon Modellbusse. Premiere hatte die neue Hallenaufteilung, die die Hersteller von Modelleisenbahnen und Modellautos in der Halle 7A zusammenfasste, wobei ein Teil der Modellautoproduzenten wie bisher in der angrenzenden Halle 7 geblieben ist. Der Vorteil dieser Lösung: Als Besucher spart man Zeit und Wege. Allerdings ist die Zahl der Aussteller weiter geschrumpft, was auch für die Größe mancher Standflächen gilt. Es gibt aber auch etwas Neues: Die sogenannten”Kidults” bieten eine noch nicht dagewesene Zielgruppe und somit neue Möglichkeiten für die Spielwarenhersteller. Die von Erwachsenen bevorzugten Spielwaren hätten meist eine Verbindung zum Technischen, meint Joachim Stempfle, Spielwarenexperte beim Marktforschungsunternehmen NPD-Group. Selbst klassische Spielzeuge wie Zauberwürfel, Brettspiele, Stofftiere oder Modellbusse werden mit Technik ausgestattet, wie am Ende des 1. Teils zu sehen ist. Heute gibt es die Modellbus-Neuheiten von ABC Brianza, AWM, Brekina, Busch, Busch/Espewe, Corgi, Faller/Tomytec, Holland Oto, Iconic Replicars, IXO, Kibri, Lemke, Loewe und Maisto – also von A bis M. In der nächsten Woche folgt dann der 2. Teil von N bis Z und New Ray, Norev, Oxford Diecast, Peco, Revell, Rietze, Starline, Tamiya, Welly und Wiking. Viel Spaß beim Lesen! Sollte etwas fehlen, dann freut sich das Team von omnibus.news über eine kurze Nachricht!

ABC Brianza – 1/87 und 1/43

Der italienische Kleinserienhersteller war nur mit einer Vitrine zu Gast auf einem anderen Stand. Dort war das Resine-Modell des Delahaye/Duffau 163 D im Maßstab 1/43 zu bewundern. Diesen Typ bieten die Italiener nun auch in der Baugröße H0 an, vorerst aber nur als Bausatz.

Delahaye/Duffau 163 D im Maßstab 1/43 als Fertigmodell… Foto: Kubath

…und als Bausatz in 1/87. Foto: Schaa

AWM – 1/87

Die AWM Automodelle GmbH hatte keinen Messeauftritt, informierte aber wie gewohnt direkt über die Neuheiten des Jahres 2019. Bislang gab es den zweiachsigen Mercedes-Benz Tourismo M nur als Sondermodell für Mercedes-Benz, nun hält er Einzug in die Dauerserie. Die Auslieferung in der abgebildeten einfarbigen, roten Ausführung soll im Juni erfolgen. Varianten in Kundenbeschriftungen werden sicherlich nicht allzu lange auf sich warten lassen.

AWM hat den neuen Tourismo von Mercedes-Benz jetzt auch als Zweiachser im Angebot. Foto: Schreiber

Brekina – 1/87

Zum letzten Mal stand Brekina-Chef Werner Hartung diesmal als Gesprächspartner zur Verfügung, denn er hat sich zum 1. Januar in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Für Brekina bleibt er beratend im Hintergrund und “sein” Autoheft wird er weiter bedienen. Die Nachfolge als Geschäftsführer hat der bisherige Verkaufsleiter Matthias Frank angetreten. Und noch etwas ist neu: Brekina ist jetzt in den Händen von Klaus Kiunke und damit ein Teil des Model Car World-Imperiums. Im Beeich der Modellbusse sind mehrere neue Bedruckungsvarianten angekündigt, für den Mercedes-Benz O 305 z.B. „Heidelberger Straßenbahnen“ und den Mercedes-Benz O 307 z.B. „SWEG“. Bereits ausgeliefert ist der Ikarus 255, der eine Formänderung erfahren hat und so vom 255.72 zum 255.71 mutiert ist. Als Reisebus, der im Vorbild nach wie vor über eine Blattfederung verfügt, ist er nun mit Reisebussitzen und Doppelscheinwerfern ausgestattet. Neben der abgebildeten weiß/purpurroten Ausführung ist auch eine weiß/pastellblaue verfügbar. Ebenfalls bereits im Fachhandel oder direkt bei Brekina ist das auf der Messe präsentierte Autoheft 2019 erhältlich. Wie gewohnt erhält man zum Preis von 10,00 EUR eine 84-seitige Ausgabe, die vorwiegend über die Vorbilder der neuen Brekina- und Starline-Modelle berichtet. Aus Omnibussicht sind hier in erster Linie die Beiträge über die Baureihe 200 von Ikarus und den Skoda 706 RTO/Jelcz 043 zu nennen, aber auch die über die Nutzfahrzeugwelt Italien, den Saab 92, den Spider von Alfa Romeo, den Capri und den Granada von Ford, das Goggo Coupé, das Checker Taxi und über diverse Feuerwehrfahrzeuge sind nicht minder interessant. Den Abschluss bilden wieder die im abgelaufenen Jahr ausgelieferten Sondermodelle.

Brekina hat die Form des Ikarus überarbeitet und bietet jetzt den 255.71 als Reisebus an. Foto: Schaa

Mehrere Bedruckungsvarianten des Mercedes-Benz O 307 sind bei Brekina im Angebot. Foto: Schaa

Der Mercedes-Benz O 305 in den Farben der Heidelberger Straßenbahn AG. Foto: Kubath

Den MB O 307 gibt es in der Ausführung SWEG. Foto: Kubath

Busch – 1/87 und 1/120

Nachdem der Kleinbus Framo V 901/2 im Maßstab 1/87 gut bei den Sammler ankam, wird er nun auch für die Baugröße TT angeboten werden. Der noch aus dem Praliné-Programm stammende Mercedes-Benz O 3500 erhält neue Bedruckungsvarianten, mit dabei sind „Unser Heimatland“ und „Köhnes Reisedienst“.

Der Klassiker aus dem Hause Praline ist nach wie vor im Busch-Programm zu finden. Foto: Kubath

Busch/Espewe – 1/87

Der wieder aufgelegte Robur LO 2500 aus dem ehemaligen Erpewe-Programm erhält unter Federführung von Busch mehrere neue Farben und Beschriftungen, wie z.B. Zugvogel, Freizeit–Reisen, Deutsche Post Studiotechnik oder Präsidium Hilfszug DRK.

Neu aufgelegt: Der Robur LO 2500 von Espewe erlebt eine Renaissance bei Busch. Foto: Kubath

Corgi – 1/60

Wer den Neuheiten-Katalog 2019 durchblättert, wird aber in diesem Jahr enttäuscht: Es scheint, als sei die Reihe der Original Omnibus Company im Maßstab 1/76 auf Eis gelegt, denn es gibt – bis auf ein Set – keine Formneuheiten oder Farbvarianten bekannter Modellbusse. Im Twin Pack “Celebrating 50 Years of the Royal Regiment of Fusiliers” ist neben einem Wright Eclipse Gemini 2 von Go North East noch ein Wrightbus New Routemaster von Go-Ahead London enthalten. Neu aufgelegt wird der Harry Potter Dreifachdecker und ein AEC Routemaster – beide aus bekannten Formen. Scheinbar hat auch Corgi mit den Veränderungen in den chinesischen Spielzeug- und Modellfahrzeugfabriken zu kämpfen. Trotzdem gibt es eine Formneuheit, die als Trost in Nürnberg präsentiert werden wird. Corgi hat eine neue Reihe namens Chunkies aufgelegt, in der auch ein Modellbus erscheint. Es soll aus Metall und Plastik gefertigt werden und 12 cm lang sein, wie Corgi im Vorfeld der Messe berichtet. Optisch nimmt der Modellbus an den bekannten OpenTop-Sightseeing-Doppeldeckerbussen Anleihen, ein konkretes Vorbild gibt es nicht.

Corgi legt den Harry-Potter-Bus noch einmal auf. Foto: Schaa

Einzige Neuheit von Corgi: Ein stilisierter Sightseeing-Bus. Foto: Schaa

Faller/Tomytec – 1/160

Die auf der letztjährigen Messe angekündigten Varianten des Mercedes-Benz Citaro Facelift in den Farben der BVG Berlin und der MVG München wurden vorerst zurückgestellt, da zuerst die noch vorhandenen Bestände abverkauft werden müssen.

Michlo Iwatsuki, Präsident und CEO von Tomytec, mit dem spurgeführten Mercedes-Benz Citaro, der in Europa über Faller vertrieben wird. Foto: Schreiber

Holland Oto – 1/87 und 1/50

Im Laufe des Jahres darf man sich auf insgesamt vier Formneuheiten freuen, wie Bram Sevens ankündigt. Da es sich um Industrieaufträge handelt, dürfen aber noch keine Einzelheiten verraten werden. Spätestens auf der Busworld in Brüssel werden die neuen Modellbusse auf dem Stand von Holland Oto zu sehen sein.

Holland Oto hat ein breites Angebot an Modellbussen im Maßstab 1/87. Foto: Schaa

Letzte Neuheit war der Irizar i8 im Maßstab 1/50. Foto: Schaa

Bram Sevens von Holland Oto hat zur IAA in Halle 13 auch den neuen Irizar mitgebracht. Foto: Schreiber

Iconic Replicars – 1/87

Neu von Jeff Silver sind zwei amerikanische Omnibusse im Maßstab 1/87 für das Label Iconic Replicars: Zum einen mit dem GM PD 4104 ein Fernbus-Klassiker und mit dem New Flyer Xcelsior XD60 ein moderner 60 Fuß langer Linien-Gelenkbus mit Dieselantrieb – unter den verbirgt sich kein Speicher für alternative Antriebe, die New Flyer auch anbietet, sondern die Klimaanlage.

GM PD 4104 aus fernöstlicher Fertigung. Foto: Iconic Replicars

Der Xcelsior XD60 von New Flyer Im Maßstab 1/87. Foto: Iconic Replicars

IXO – 1/43

Aus der schier unendlichen Fülle von Modellen, die IXO für die zahllosen Kiosk-Serien fertigt, seien diejenigen für die französische Serie Autobus & Autocar du Monde genannt, die noch nicht ausgeliefert sind: Ein wahrer Oldtimer ist der Schneider H, der vor über 100 Jahren am 1. Juni 1916 in Paris seinen Linienbetrieb aufgenommen hatte. Wesentlich moderner ist dagegen der Renault FR 1.

Neu von IXO: Ein Schneider H, der vor über 100 Jahren am 1. Juni 1916 in Paris fuhr. Foto: Schaa

Einst von LBS in Spritzguss aufgelegt, jetzt in Kunststoff auch von IXO lieferbar: Der Renault FR1. Foto: Schaa

Die Größe des Messestandes steht für das Angebot, die Modellbuswelt ist dankbar… Foto: Kubath

Kibri – 1/87

Glaubt man dem ausgestellten Modell, scheinen die technischen Probleme mit der Beleuchtung des modernen Busbahnhofs nun gelöst zu sein – allerdings hat das Schmuckstück mit einer UVP von rund 900 Euro auch einen stolzen Preis!

Kibri will nun endlich den modernen ZOB ausliefern. Foto: Schaa

Vor fünf Jahren wurde in Nürnberg die 87fachen Verkleinerung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) aus Halle (Saale) vorgestellt. Foto: Schaa

Lemke/Minis – 1/160

Bisher nur als Prospektzeichnung/Vorbildfoto war der Setra S 431 DT zu sehen, der aber bis zum Sommer fertig gestellt sein soll, wie es am Messestand hieß. Vorgesehen sind diverse Ausführungen in den Farben von Fernbus-Unternehmen wie Flixbus, IC Bus oder MeinFernbus. Ein Teil der bereits bekannten Miniaturen erhält neue Unternehmensaufschriften, so z.B. der O 302 (Europabus), der O 307 (Bahnbus, Wertkauf) und der O 303 (Hochbahn Hamburg, DB Bus-Touristik, ÖBB Bundesbus).

Christian Lemke ist mit kleinen Modellbussen auf der Überholspur, jetzt kommt ein Setra S 431 DT hinzu. Foto: Schreiber.

Loewe – 1/87

Ein neuer Anbieter von Gebäudemodellen ist die Firma Loewe aus Coburg. Als Lasercut-Bausatz ist eine Bushaltestelle im Angebot.

Neu auf dem Markt sind Laser Cut-Bausätze von Loewe, im Angebot ist auch eine Bushaltestelle. Foto: Kubath

Maisto – 1/36

Für Spielkinder jeden Alters ist dieser fernsteuerbare Linienbus chinesischer Prägung genau das Richtige. Wie es sich für ein solches RC-Fahrzeug gehört, verfügt das Kunststoff-Modell über Raffinessen wie einen Warnblinker und automatisch öffnende und schließende Türen. Allerdings konnte das ausgestellte Muster nicht in Funktion begutachtet werden. Bezüglich des Vorbilds kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen, allenfalls ist eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Ebusco 2.2 zu erahnen…

Hier könnte der neue Ebusco 2.2 durchaus ein Vorbild gewesen sein… Foto: Schaa

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