Thorsten Wagner: Bus-Blogger sowie Test- und Technikredakteur der Fachzeitschrift lastauto omnibus am 29. April in Dresden bei der Bus-Demo am Sächsischen Landtag. Foto: Böhnke, Montage: omnibus.news

Thorsten Wagner, Test- und Technikredakteur der Fachzeitschrift lastauto omnibus, ist der Bus-Blogger. Seit zwei Jahren hat er seinen Bus-Blog auf der Website des ETM-Verlages online. Das oder auch der Blog, oft auch Weblog, erklärt sich über seinen englischen Namen, denn die Wortkreuzung Web und Log lässt sich als Logbuch oder Tagebuch übersetzen. Und wer den Blog verfolgt, der weiß, dass sich Thorsten Wagner verschiedenen Themen „mal auf eine etwas flapsige oder auch sarkastische Art und Weise nähert oder beides bestenfalls verbindet, was sich im gedruckten Heft so nicht darstellen lässt“, erklärt der Blogger, Thorsten Wagner schreibt über Technisches, Lust und Frust eines Busfahrers, zeigt neue Wege in der Mobilität auf oder kommentiert pointiert aktuelle Ereignisse. Das gilt besonders für den neuesten Beitrag, es geht natürlich um das Demonstrieren oder das, was die Busbranche dafür oder besser davon hält. Nach Wochen im so genannten Arbeiten im Homeoffice führte ihn der erste Weg raus aus dem heimischen Büro nach Dresden. Pünktlich zur 1. Bus-Demo war Thorsten Wagner auf Spurensuche und damit am Puls der Zeit, denn Demonstrieren ist selbst in Zeiten von Corona kein Problem – wenn man sich an die Regeln hält! Unter dem Motto „Rettet die Tourismuswirtschaft” und damit auch den Reisebus kamen am 29. April in Dresden 50 Reisebusse – ganz vorbildgerecht ohne Fahrgäste an Bord – zusammen, um eine Zukunftsperspektive zu fordern, eine Exitstrategie unter Berücksichtigung wahrscheinlicher Entwicklungsszenarien, so dass die Busbranche wieder handeln könne. Nach dem Stimmungsbild vor Ort machte sich Thorsten Wagner an eine Recherche und präsentiert nun in seinem Bus-Blog “Kampf für den Bustoruismus” die unübersichtliche Lage, die von bundesweiten Demonstrationen begleitet wird. Aktualisiert ist auch die abgesagte Sternfahrt von rund 1.000 Bussen nach Berlin berücksichtigt. Der Verweis auf die gedruckte Ausgabe seiner Fachzeitschrift scheint überflüssig, denn wenn interessiert bei diesen flüchtigen Ereignissen eines jeden Tages das gedruckte in einem dann wohl nicht mehr ganz aktuellen Monatsmagazin? Der Vorspann erläutert die Verwendung von Volksliedern in diesem Zusammenhang und geht über in die berechtigte Frage, was die originären Verbandsaufgaben in diesen Zeiten seien? Kritik wird laut, wenn Thorsten Wagner von einer Exitstrategie spricht, die mit heißer Nadel gestrickt worden wäre und ablehnend anmerkt, dass diese unter Verschluss gehalten worden wäre, was folgerichtig vielen Unternehmern nicht gefiel. Auch der so genannte Offenen Brief von Christiane Leonard wird kommentiert, um schließlich auf die mehr oder weniger Gegenbewegung zu den Verbänden, die #honkforhope-Initiative einzugehen. Hier spannt Thorsten Wagner den Bogen zum anfängs erwähnten Volkslied, um dann aber auch, der Stimmung entsprechend, auf einen harten Technosound zu verweisen. Klar wird im weiteren Verlauf, dass es um Macht bzw. die Machtfrage geht. Und dazu schreibt Thorsten Wagner, dass es spannend werde – wohl wahr! Zum Schluss kommt, was kommen muss, dass in einer Zeit, wo sowohl Luftfahrt-, Bahn- und Autoindustrie jeweils nach zweistelligen Milliardensummen rufen, wohlfeile Appelle wie die des BDO an die Politik kaum etwas erreichen. Richtig, wenn der BDO sein Handeln evaluiert, wird er auch zu diesem Ergebnis kommen. Zum vorgelegten Hygienekonzept der Verbände merkt Thorsten Wagner in seinem Bus-Blog treffend an, dass Interpretations- und Missverständnisse bei dieser Regelung vorprogrammiert wären. Die aktuelle Ausgabe des Bus-Blogs schließt mit der Forderung, dass es nun an der Zeit wäre, neben der verbalen Abrüstung aller Interessengruppen auf dem Weg nach Berlin auch konkret über Konzepte zu sprechen. Wohl war, Herr Wagner! Aber so gelungen wie dieser Bus-Blog auch ist, weniger des elaborierten Codes wäre in diesen Zeiten noch das i-Tüpfelchen gewesen, weniger des Nachdenkens über Fremdwörter beim Lesen, vielleicht etwas Plakatives, das ist in diesen emotionalen Zeiten aber auf jeden Fall erlaubt! Hier geht es direkt zum aktuellen Bus-Blog! (ETM/eurotransport.de/Schreiber)

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