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Tata LPO 1512 im Maßstab 1/43. Foto: van Unen

Alles, was ein Bus braucht – zumindest in Indien, wenn man dem Prospekt von Tata glaubt. Der indische Konzern sollte aber nicht unterschätzt werden, denn zum Unternehmen der Tata-Gruppe gehören insgesamt 98 Firmen. Die Tata-Gruppe unter der Holding der Tata Sons Ltd st ein 1870 von dem PArsen Jamshedji Tata gegründeter Mischkonzern mit Hauptsitz in Mumbai. Tata beschäftigt über 455.000 Mitarbeiter. Die Gesellschaften haben Niederlassungen in 85 Ländern. Die Tata-Gruppe teilt sich in die Bereiche Metallindustrie, Automobile, Kommunikation und Software sowie Tourismus auf. Ein ehemaliges Unternehmen, welches zur Tata-Gruppe gehörte, war Tata Airlines, das 1953 verstaatlicht wurde und Vorläufer der Fluglinie Air India war. 2004 erwarb die Tata Motors dann die Daewoo Commercial Vehicles Company, den zweitgrößten Lkw-Produzenten Koreas. Daraus ging Tata Daewoo Commercial Vehicle Company hervor, der seitdem weltweit sechstgrößte LKW-Hersteller. 2005 kaufte Tata Motors 21 Prozent an HIspano Carrocera, vier Jahre später noch den Rest des spanischen Busproduzenten. 2013 schlossen die Inder den spanischen Standort, seitdem wird nur noch in Marokka gefertigt, einem Zweitwerk von Hispano Carrocera. Mit Marcopolo aus Brasilien wurde zudem ein Joint-Venture gegründet, um Omnibusse für den Weltmarkt zu bauen. Auch der Hachette Verlag hat an Tata gedacht, als für die Sammelserie Autobus et Autocars du Monde der LPO 1512 ausgesucht wurde. IXO hat den indischen Bus dafür in 43-facher Verkleinerung aufgelegt. Die Fahrzeug-Bezeichnung erinnert nicht zufällig an frühere Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge, denn Tata begann den Fahrzeugbau mit einer Lizenz von Daimler-Benz zum Bau des LKW L3500 im Jahr 1954. Obwohl die Lizenzvereinbarung 1969 auslief, behielt Tata die DB-Bezeichnungen für Nutzfahrzeuge bei: L = Lastwagen, P = Pullmann (Frontlenker) O = Omnibus, 15 = Gesamtgewicht in Tonnen, 12 = 120 PS. Selbst der vom Werk mitgelieferten Windlauf erinnert an den Mercedes Frontlenker-LKW der 60er Jahre. Lange Jahre war der indische Nfz-Markt von Importen abgeschottet und Tata beherrschte den heimischen Markt zusammen mit Ashok-Leyland. Wegen der fehlenden Konkurrenz gab es kaum technische Fortschritte. Auf einfachen LKW Leiterrahmen-Fahrgestellen wurden Holz-Karrosserien von lokalen Handwerksbetrieben aufgesetzt, je nach Bedarf als Fern- Überland oder Stadtbus. Die Tata Busse waren einfach, robust, günstig in der Anschaffung und Unterhalt, jeder Dorfschmied konnte sie reparieren. Die Öffnung des indischen Marktes und die damit verschärften Sicherheits- sowie Umweltstandards bereiteten diesen Einfach-Bussen dann recht schnell ein Ende. Lediglich in Pakistan, Bangladesh und Sri-Lanka erfreuen sich diese Modelle weiterhin große Beliebtheit. Der Modellbus des Tata in der Version eines Stadtbusses aus Neu-Dehli ist ab sofort beim Modellbusmarkt Oberammergau erhältlich.

 

 

 

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