Autonom und rein elektrisch in Eindhoven unterwegs, so könnte ein entsprechender Bus für die Brainportlijn aussehen. Foto: EindhovenCityCouncil

Gestaltungs- und Ausstattungsmerkmale deuten auf einen autonomem Elektrobus von VDL hin. Foto: EindhovenCity Council

Brainport Eindhoven ist eine innovative und wirtschaftlich starke Region in den Niederlanden, in der sich unzählige Hightech-Unternehmen, darunter auch multinationale Konzerne, angesiedelt haben. Alle haben ein Ziel: Die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Technologien, mit denen Lösungen für den Mobilitäts-, Energie- und Gesundheitssektor geschaffen können. Dem großen Zuspruch und Wachstum entsprechend haben die Niederländer aber auch schnell gemerkt, dass die vielen Menschen ihren Arbeitspltz nur bedingt optimal erreichen. Weil die Region auch weiter wachsen wird, stehen Erreichbarkeit und gelenkte Verkehrsströme ganz oben auf der Agenda der Region Brainport Eindhoven. Nun soll ein autonomes Bussystem die Lösung bieten. Innovative Ansätze haben in Eindhoven eine lange Tradition, vor zehn Jahren wurde mit dem Phileas ein neuartiges BRT-Systrem erdacht und eingerichtet, das auf einer eigener Spur mit ganz eigenen Linienbussen den Hauptbahnhof mit neuen Stadtteilen und dem Flughafen am Stadtrand verbunden hat. Der Phileas, ein Gelenkbus, den es auch als Doppelgelenkbus gab, wurde dafür eigens von der vor den Toren Eindhoven ansässigen Firma APTS gebaut. Die VDL-Tochter  Herzstück ist der ungewöhnliche Gelenkbus namens Phileas, gebaut von der VDL-Tochter APTS. Schon damals gab es eine leichtgewichtige Sandwichkonstruktion und einen so genannte Vollaluminium-Sandwich-Aufbau für den Boden und das Dach. Und, ja, auch die Außenbeplankung der Wände fertigten die Niederländer damals schon mit glasfaserverstärktem Kunststoff. Im Jahr 2021 kommt das autonome Fahren hinzu. Und wer das computergenerierte Bild des Busses für die Brainport Line sieht, der erkennt am Bug eine für VDL-Busse typische Auslassung für das Markenemblem. Keine Frage, wenn schon ein Bushersteller mehr oder weniger direkt vor Ort ansässig ist, dann ist es für die Niederländer keine Frage, ihn auch entsprechend einzubinden. Und wenn man dann noch die im Boden verbauten Batterien sieht, dann denkt man doch unweigerlich an die neue Citea-Baureihe, die VDL noch diesen Jahr vorstellen wird. Ein autonom fahrender Ableger würde gut in die Philosophie der neuen Baureihe passen. Und mit Solar-Panelen auf dem Dach ist der autonome Elektrobus dann auch noch unterwegs! Für das pulsierende Gebiet rund um Eindhoven soll angedachte das Bussystem namens Brainport Line, ähnlich wie damals der Phileas, Bereiche miteiander verinden – diesmal aber alle stark expandierenden und weiter wachsenden Gebiete des Brainport-Campus rund um die Stadt. Finazielle Unterstützung gibt es von der Provinz Noord-Brabant und der Stadtverwaltung, die mit dem emissionsfreien öffentlichen Verkehrssystem, bei dem so genannte “Pods” unterschiedlicher Größe wieder über eigene Fahrspuren unterwegs sein werden, der Welt auch so zeigen wollen, wie die Mobilität der Zukunft aussehen kann. Keine Frage, dass dabei entsprechende Hightech-Sensortechnik, Bauteile für das autonomes Fahren und andere bewährte Technologien wie Platooning von den vor Ort ansässigen Firmen gestellt werden, ergibt sich schon aus der Tatsache, dass das hier vor Ort entwickelt und gefertigt wird. Die Brainport Linie in Eindhoven soll bis zum jahr 2030 schrittweise umgesetzt werden. Das Projekt wurde beim niederländischen Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft eingereicht. Und von da wird es mehr als eine Milliarde Euro geben, die aus dem Nationalen Wachstumsfonds zur Verfügung gestellt werden. Und weil die Niederländer als pfiffige Geschäftsleute bekannt sind, wurde die Brainport Line auch als Vorzeigeprojekt konzipiert, das ohne große Probleme exportiert werden kann. Wie schon damals der Phileas ist es auch diesmal nicht schienengebunden, leicht zu skalieren und so in kleineren Städten, aber eben auch in größeren Metropolen einsetzbar. Nicht nur in den Niederlanden, sondern europa- und weltweit. Weil sich so große wirtschaftliche Chancen für die rund im Eindhoven ansässige Wirtschaft ergeben, engagieren sich auch alle Betriebe bei diesem Projekt so sehr. Damit werden die Niederländer, die beim ÖPNV immer wieder gerne als Vorreiter genannt werden, ihrem Ruf einmal mehr gerecht. Christophe van der Maat, der in der Provinz Noord-Brabant seitens der Regierung für Mobilität, Finanzen und Organisatorisches zuständig ist, sieht in dem Wachstumsfonds eine Chance für das Land: “Es ist sehr wichtig, dass wir in den Niederlanden weiter nach vorne schauen. In unserem Land gibt es viel Kreativität, Unternehmertum und Innovationskraft, die mit dem Wachstumsfonds aktiviert wird. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und dieses Angebot gemacht, von dem wir glauben, dass es sich nahtlos in die Ziele des Fonds einfügt. Mit der Brainport Line verbessern wir nicht nur die Erreichbarkeit von und zwischen den wirtschaftlichen Top-Standorten im Wirtschaftsmotor des Südens, sondern das System wirkt auch als Booster für die Mobilitätswende in Brabant – und bringt zudem Geld ein. Nach unserer sozialen Kosten-Nutzen-Analyse wird sie nach Abzug der Kosten rund 150 Millionen Euro einbringen.” Im September letzten Jahres gab die niederländische Regierung bekannt, dass ein nationale Wachstumsfonds mit 20 Mrd. EUR aufgelegt werde. Der Fonds soll zur Finanzierung spezifischer Projekte beitragen. Gemeint sind solche, die ihren Teil zur langfristigen Stärkung der nachhaltigen Erwerbsfähigkeit der Niederlande leisten. In der Provinz Noord-Brabant dürfte das Projekt Brainport Line dieses Vorhaben zweifelsohne gewinnbringend unterstützen. (Brainportlijn/EindhovenCityCouncil/VDL/omnibus.news/Sr)

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