Luca Paradisi, Business Line Light Marketing Manager bei Iveco, gab bei der Vorstellung des neuen Daily auch Details zu den Minibussen preis. Foto: Screenshot Iveco/omnibus.news

Der Transporter stand im Mittel, aber auch die Minibusse profitieren vom Upgrade. Foto: Screenshot Iveco/omnibus.news

So sieht die Line-Minibus-Baureihe mit dem Facelift aus. Foto: Iveco

Wie bitte, schon wieder ein neuer Daily von Iveco? Kaum zwei Jahre nach seiner Erneuerung bekommt der Verkaufsschlager der Italiener, der bis an die Sieben-Tonnen-Klasse reicht, ein Upgrade: Äußerlich fällt ein bisschen mehr Chrom am Bug auf, dazu haben die Designer das Karosseriekleid etwas gestrafft, was primär an den und Linien des Kühlergrills zu erkennen ist – so bleibt die Gefäßgröße, die seit 27 Jahren im Programm von Iveco eine feste Größe ist, sozusagen jung und frisch. Bei den inneren Werten ist deutlich mehr geschehen. Filmmaster Events aus Mailand, mehrfach weltweit für inszenierte (Bühnen-)Shows ausgezeichnet, hat für Iveco die Vorstellung des neuen Daily, die zusammen mit der Markteinführung des Iveco S-Way stattfand, in Zeiten der Corona-Pandemie perfekt in einer rund 50-minütigen Veranstaltung umgesetzt. Live gestreamt konnte man so trotz abgesagter Messe und Events einer Fahrzeugvorstellung beiwohnen. Auch die Italiener nutzen in diesen Zeiten ein Studio, um neue Produkte vorzustellen. Doch im Unterschied zum Wettbewerb gibt es bei Iveco viel mehr eingespielte Bilder und Filme, Spezialeffekte und eine Bühnenshow, die potentielle Nutzer, wie beispielsweise einen Kurierfahrer (…der mit Paketen ganz zufällig neben dem neuen Daily steht), einbindet. Zu Beginn des Live-Streams sitzt Thomas Hilse, Iveco-Markenchef, hinter der Bühne und bereitet sich auf seinen Auftritt vor. Geschickt wird schon an dieser Alexa ins Spiel gebracht, denn Thomas Hilse fragt die künstliche Intelligenz, die auf einer von Amazon entwickelten Sprachsoftware basiert, was für heute geplant sei. Optisch mit sich bewegenden Linien, die an die Ausschläge bzw. Pegel bei einer Tonaufzeichnung erinnern, visualisiert, taucht dieses Element im Verlauf immer wieder auf – keine Frage, Ivecos Bestseller, der seit 1978 im Angebot ist und mit über 20 Prozent europäischer Marktführer, ist auf der Höhe der Zeit angekommen. Konnektivität ist das Stichwort, das die Branche bewegt. Auch wenn die Anzahl der Minibusse nicht an die der Transporter herankommt, die Daily Minibusse haben europaweit eine große Fangemeinde. Gerade sind die Verkäufe der Daily-Baureihe im Vergleich zum Vorjahr um sehr beachtliche 42 Prozent gestiegen, da launchen die Italiener keine zwei Jahre nach der Erneuerung schon ein Upgrade für den Daily. Es sind die Lieferdienste, die auf den Daily schwören. Vielleicht hat das Iveco inspiriert, mit Amazon zu kooperieren und diesen Schritt zu gehen. Mit Alexa an Bord kann der Fahrer nun Dank Driver Pal, wie Iveco es nennt, sein digitales Leben in das Fahrzeug einbringen, per Sprachbefehl über Alexa mit seinem Fahrzeug und der Fahrer-Community interagieren und auf die vernetzten Dienste von Iveco zuzugreifen. Es geht auch einfacher: Informationen über Ölstand, Reifendruck oder Treibstoff samt ergänzender Details können per Ansage abgerufen werden. Und wenn gar nichts mehr geht, kann man den Sprachassistenten auch bitten, den Chef anzurufen… Es geht Iveco aber um mehr, mit dem Upgrade gehen die Italiener nach eigenen Angaben neue Wege und führen anpassungsfähige sowie intelligente Lösungen ein, die die Interaktion und Zusammenarbeit mit dem Fahrer und dem Disponenten (oder auch Chef) auf die nächste Stufe heben. Alles, um den derzeit wohl wegen täglich steigender Paketmengen stressigen Job etwas angenehmer zu machen. Dazu soll dann auch eine neue Luftfederung beitragen, die nicht nur für ein Viertel weniger Vibrationen sorgt, sondern auch 30 Prozent weniger Wankbewegungen und damit mehr Komfort für den Fahrer beschert. In zehn Sekunden senkt oder hebt sich die Karosserie, zudem lassen sich verschiedene Höhen von Laderampen bei unterschiedlichen Kunden einspeichern, was das Be- oder Entladen vereinfacht und schneller macht. Freuen dürfen sich die Fahrer außerdem über Sitze mit Memoryschaum in Fläche, eine Lehne und Kopfstütze, der sich selbstständig an die Körperstatur der Lenker anpasse. Das Gewicht verteile sich gleichmäßig und reduziere Druckspitzen um bis zu 30 Prozent, so die Italiener voller Stolz. Dies  schütze vor Rückenschmerzen. Für einen verbesserten seitlichen Halt sind die Seitenteile mit einem hochdichten Schaum um 15 Millimeter verlängert. Um die Beine größerer Fahrer besser zu stützen, wurde das vordere Sitzkissen 20 Millimeter länger und 15 Millimeter dicker. Die Sitzseitenwangen und Hebel wurden ebenfalls neugestaltet, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Auch wenn der Fokus auf dem Transporter lag, die Minibusse profitieren mit Blick auf den Fahrerplatz aber auch von diesen Verbesserungen, wie Luca Paradisi, Business Line Light Marketing Manager bei Iveco, während seines Auftritts erklärt. Im Rahmen der Show war der Tourys, der als „International Minibus of the Year 2017″ ausgezeichnet wurde und die Modelle der Line-Baureihe nur kurz ein Thema. Im Nachgang zur Show gab es ein erstes offizielles Foto, dass das Facelift der Karosserie auch für die Minibusse zeigt. Jede Daily-Generation hat neue Maßstäbe gesetzt, zum kleinen optischen Upgrade gibt es für den Antrieb ein ganz neues, manuelles Sechs-Gang-Getriebe. Es biete eine bessere Handhabung und erlaube präzisere Schaltvorgänge, zur Wahl stehe außerdem eine achtstufige Automatik, wie die Italiener in der Show erklärten. Neu ist auch die doppelte SCR-Abgasbehandlung, die dem Daily die EU 6d Final beschert. Die Leistung des 3,0-Liter-Vierzylinders ist auf 207 PS (152 kW) gestiegen, die 2,3-Liter-Maschine um sechs Prozent sparsamer geworden. Das neue Getriebe trage auch zu den niedrigeren Gesamtbetriebskosten (TCO) bei, wie Iveco verspricht. Es ermöglicht, den 2,3-Liter-Motor mit derselben Kupplung wie beim 3,0-Liter-Motor zu kombinieren. Das steigere die Belastbarkeit bei anspruchsvollen Einsätzen und erhöhe die Lebensdauer um bis zu 18 Prozent. Das neue Getriebe erfordere keinen Ölwechsel mehr, da das Wartungsintervall auf 350.000 Kilometer verlängert wurde, was zu einer weiteren Reduzierung der Wartungs- und Reparaturkosten um bis zu vier Prozent führe. Aktuell bietet Iveco für den Daily außer den konventionellen Dieselmotoren einen Motor mit CNG-Betrieb sowie einen rein elektrischen Antrieb mit 132 kW (180 PS) an. Das Upgrade des Daily dürften auch viele Busunternehmer interessieren, die den kleinen Italiner als Ergänzung im Fuhrpark haben. (Iveco/PM/Sr)

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