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Neu von Neo Scale Models: Der Aero Anderthalbdecker von Ludewig auf Krupp-Basis. Foto: Schreiber

Neu von Neo Scale Models: Der Aero Anderthalbdecker von Ludewig auf Krupp-Basis. Foto: Schreiber

Neo Scale Models gehört zum Modell-Imperium des Klaus Kiunke. Leider lassen aber auch in einer solchen großen und vernetzten Firma manche Modelle trotzdem auf sich warten, so wie der angekündigte Setra S 215 HD. Andererseits gibt es aber auch Überraschungen: So ist der Anfang des Jahres als Neuheit im Umfeld der Spielwarenmesse vorgestellte  Anderthalbdecker von Ludewig/Krupp jetzt schon ausgeliefert worden – Respekt! Neo Scale Models hat den Modellbus in Resin produziert und mit Fotoätzteilen ergänzt. In den Farben der Touring (grün/hellgrün) ist die erste Serie nun verfügbar, wie Martin Fischle von MF-Modellbau mitteilt.Mit viel Liebe zum Detail entstand ein formschön und detailreicher Modellbus, selbst beim Interieur haben die Modellmacher die Sitze dem großen Vorbild farblich treeffend nachempfunden. Vorbild ist ein Aero-Anderthalbdecker, der auf einer Krupp-Basis SW O 480 aufgebaut wurde. Die ersten Anderthalbdecker waren als zweiachsige Reisebusse konzipiert und wurden zwischen 1949 und 1954 gebaut. Der Name „Aero“ kam in den zwanziger Jahren beim Aufbauhersteller Ludewig auf: Er beruhte auf einem Patent für ein Verdeck, das während der Fahrt geöffnet werden konnte. Findig waren die Omnibus-Konstrukteure in Essen schon immer, keine andere Firma besetzte diese Nische so erfolgreich wie Ludewig. Der erste Prototyp des Anderthalbdeckers wurde auf einem Büssing 500 T-Fahrgestell aufgebaut, jedoch erwies sich dessen Radstand als zu kurz. Die nächsten Exemplare wurden dann auf einer FAUN O 9 V-Basis aufgebaut. Bei diesem Bus erfolgte der Zugang zum Oberdeck durch den Fahrgastraum, der untere Heckbereich war hingegen nur von außen zugänglich. Ab 1952 wurden die Anderthalbdecker auf Fahrgestellen der Krupp-Südwerke aufgebaut. Insgesamt neun Busse wurden auf dieser technischen Basis gebaut, die alle als Luxus-Reisebusse im Reiseverkehr eingesetzt wurden. Dem erfolgreichen Reisebusmodell folgte schnell eine Linienbusversion. Zunächst weiter auf Krupp-Fahrgestellen, dann aber bald auch auf Büssing-, Henschel- und Daimler-Benz-Fahrgestellen. Bis Mitte der 70er Jahre entstanden so über 600 Anderthalbdecker.

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