Ganz schnell zu Bahn: Neue Schnellbuslinien in Niedersachsen sollen es möglich machen. Foto: Deutsche Bahn / Braum

Ende November berichtete omnibus.news von neuen Schnellbuslinien in Niedersachsen, die dort fahren sollen, wo die Bahn nicht fährt. Jetzt wird es konkret: Nach einer Studie kommen 35 Verbindungen für die Einrichtung einer Landesbuslinie in Frage, sagte der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies in Hannover. Die erste Verbindung soll im Mai diesen Jahres zwischen Westerstede und Oldenburg die Fahrt aufnehmen. Ein entsprechender Landeszuschuss soll dafür sorgen, dass die Hälfte des Betriebsdefizits abgedeckt werden kann. Die andere Hälfte müssen die Landkreise übernehmen, die für Einrichtung und Betrieb der Linien zuständig werden, wie es aus Hannover heißt. Jährlich will das Land die Schnellbuslinien mit bis zu zehn Millionen Euro unterstützen. Vor allem Mittelzentren sollen verbunden werden, von 6.00 Uhr morgens bis 23.00 Uhr abends sollen die Schnellbusse im Stundentakt fahren. Ganz auf Höhe der Zeit: Die neuen Schnellbusse sollen mit WLAN-Anschluss, komfortabler und sicherer Überlandbestuhlung sowie Klimaanlage und über einen barrierefreien Einstieg verfügen. Auch zum Fahrpreis gibt es konkrete Angaben: Es sollen die normalen Fahrscheine ohne Zuschlag gelten, wie aus Hannover zu hören ist. Ziel des neuen Angebotes sei es, ein flächendeckendes Netz für ganz Niedersachsen zu schaffen.

Olaf Lies sieht Schnellbusse als Ergänzung zur Bahn. Foto: Lies/Jentsch

Die Schnellbusse werden vom Verkehrsminister als Ergänzung zu den Bahnstrecken gesehen, ohne ihnen Konkurrenz zu machen, so Lies. In den kommenden drei Jahren hofft der niedersächsische Verkehrsminister auf die Schaffung von 15 Schnellbuslinien. Um dem Namen gerecht zu werden, werde der Schnellbus auch die Autobahn nutzen, so wie jetzt zum Start zwischen Westerstede und Oldenburg. Auf dieser Verbindung  soll der Schnellbus nur rund 30 Prozent langsamer sein als der Pkw. Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) begrüßte die zusätzlichen Mittel für den öffentlichen Nahverkehr. Ob die Landkreise tatsächlich viele neue Buslinien einrichteten, müsse sich allerdings erst zeigen. Schließlich müssten die Kreise auch die entstehenden Verluste mitschultern. „Ob das wirklich der Renner wird, wage ich zu bezweifeln”, sagte GVN-Verkehrsexperte Michael Kaiser gegenüber der Nordwest-Zeitung aus Oldenburg. Möglicherweise würden bestehende Linien in Schnellbuslinien umgemünzt, um die zusätzlichen Zuschüsse in Anspruch zu nehmen.

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