Die Ergebnisse der BDO-Umfrage zum Abbiegeassistenten stimmen nachdenklich. Grafik: BDO

Auf Einladung der KRAVAG und unter Einbeziehung des privaten Bus- und des Transportgewerbes haben neun Hersteller ihre Abbiege-Assistenzsysteme in Hamburg vorgestellt. Die angereisten Gäste konnten Systeme mit teilweise unterschiedlichen technischen Ansätzen vergleichen. Die technischen Ansätze zur Objekterkennung sowie die Ausgestaltung der Mensch-Maschine-Kommunikation zur Unterstützung des Fahrers beim Rechtsabbiegen unterscheiden sich teilweise. Bei der Veranstaltung waren die Hersteller Brigade, Axion, Continental, MEKRAtronics, Wüllhorst, Mobileye, Dometic, LUIS Technology und Carawarn/ Truckwarn vertreten. Je nach Hersteller erfolgt die Objekterkennung per Ultraschall, Radar, optische Sensoren oder über eine Kombination dieser technischen Ansätze. Zum Teil werden die Systeme über die Betätigung des Blinkers oder durch Lenkeinschlag aktiviert. Einige Hersteller integrieren eine Kamera-Monitor-Anlage in ihr System. Die Warnung vor Radfahrern und Fußgängern wird in der Regel optisch und akustisch vorgenommen. Mangels wechselnder Fahrzeugaufbauten wie bei Güterfahrzeugen sei der Einbau von Sensoren an den Seiten von Bussen weitgehend unproblematisch, hieß es bei der Veranstaltung.

Bundesminister Andreas Scheuer kündigt weitere Förderung von Abbiege-Assistenten an. Foto: BMVI

Drei Hersteller, LUIS Technology, Wüllhorst und Carawarn/ Truckwarn sind bereits im Besitz einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) für ihr System. Axion, Continental, Mobileye und MEKRAtronics erwarten eine zeitnahe Erteilung. Auch für Dometic und Brigade soll eine ABE noch in diesem Jahr vorliegen. Eine ABE gilt als Voraussetzung für die Förderung vom Januar 2019 durch das Bundesverkehrsministerium bei der Anschaffung von Abbiege-Assistenzsystemen. Das Förderprogramm für eine freiwillige Aus- und Nachrüstung von Bussen und LKW mit Abbiege-Assistenzsystemen (vgl. bdo-Rundschreiben 2019-03) musste Ende Januar 2019 nach nur vier Tagen geschlossen werden, da das Volumen von 5 Millionen EUR zu dem Zeitpunkt bereits aufgebraucht war. Nach einer Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmenr (bdo) zeigte das private Busgewerbe in Deutschland großes Interesse an dem Förderprogramm des BMVI, annähernd 50% der befragten Busunternehmer hatten vor, einen Förderantrag zu stellen. Eine Aufstockung der Fördersumme noch in diesem Jahr um weitere 5 Millionen EUR wurde kürzlich angekündigt. Am Rande der Veranstaltung in Hamburg hieß es jedoch, dass zunächst die bereits bewilligten geförderten Abbiegesysteme „auf die Straße gebracht“ werden sollen. Die Systemkosten wurden mit ungefähr 600 bis 1.800 EUR angegeben, wodurch sich bei dem veranschlagten Einbauaufwand von 6 bis 10 Arbeitsstunden Gesamtkosten von etwa 1.000 bis 2.500 EUR ergeben würden.

Als weltweit erste Omnibusmarke bietet Setra jetzt den Abbiege-Assistent Sideguard Assist mit Personenerkennung an. Foto: Setra

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