Narrenhände beschmieren Tisch und wände, so der Volksmund. Aktuell bittet HVB Wiest + Schürmann aus Hechingen über soziale Netzwerke um Hilfe, um die Urheber des mit Graffiti verzierten Omnibusses zu finden. Bei Graffiti scheiden sich die Geister. Unumstritten ist, dass die Menschen schon seit Urzeiten den Drang haben, Wände zu bemalen und Zeichen zu hinterlassen. Jugendliche in New York City legten in den 1960er Jahren dann den Grundstein für eine heute anerkannte Kunstform, als sie ihre Namenskürzel mit Filzstiften auf Hausfassaden und in U-Bahn-Stationen schrieben. Schnell wurden aus Schriftzügen kunstvoll gestaltete und großformatige Bilder, die bis heute vor allem Großstädte prägen. Nicht zu akzeptieren sind hingegen reine Schmierereien an Haltestellen und Omnibussen, vor allem im Zusammenhang mit Vandalismus hat das nichts mehr mit Kunst zu tun. Als Sachbeschädigung ist dann auch das zu bezeichnen, was die Verkehrsbetriebsgesellschaft HVB gleich auf zwei Omnibussen vorgefunden hat: Großflächig wurden wieder Omnibusse besprüht, auf Anraten der Polizei wurde nun eine Belohnung zur Ergreifung der Täter ausgelobt. Immer in der Nacht wurden Sprüher aktiv, auffällig: Die Handschrift und das optische Ergebnisse lässt Wiederholungstäter erkennen. Auch eine Überwachungskamera, die den Parkplatz und die abgestellten Busse im Blick hat, scheint die Täter nicht abzuhalten, denn entweder vermummen sie sich oder klemmen die Kamera kurzerhand ab, wie man bei HVB mittlerweile weiß. Die Abstellfläche der Omnibusse ist ein Parkplatz eines Großmarktes, der entsprechend frei und leicht zugänglich sei, wie Jörg Schürmann im Gespräch mit dem Roten Renner berichtet. Der HVB-Geschäftsleiter erklärt dort auch, dass man sich nach dem nunmehr sechsten besprühten Bus zum Hilferuf in den sozialen Netzwerken und einer Belohnung zur Ergreifung der Täter entschieden habe. Für das Unternehmen würden pro Bus je nach Größe der bemalten Fläche bis zu 1.000 Euro Kosten für Reinigung, Stellung eines Ersatzfahrzeugs und Umdisposition anfallen, so Schürmann im Roten Renner weiter. Dazu müsse man das Fahrzeug in die eigene, 15 Kilometer weit entfernte Werkstatt bringen, wo zwei Mitarbeiter die Schmierereien beseitigen. (HVB Wiest + Schürmann/Facebook/PM/RoterRenner/Schreiber)

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