Der eCitaro ist auf dem Weg zur Elektromobilität das Flaggschiff in Daimlers Bussparte. Foto: Daimler

Nachhaltigkeit kostet, der Weg zur Elektromobilität bzw. der Schwenk kostet viel Geld. Für den rein elektrischen Citaro hat Daimler bekanntlich den bisher größten Betrag für eine neue Omnibusbaureihe in dreistelliger Millionenhöhe ausgegeben. Jetzt hat der aktuell amtierende Daimler-Chef Ole Källenius auf dem Investoren- bzw. Kapitalmarkttag das bekanntgegeben, was schon im Vorfeld vermutet wurde. „Mit einer klaren Zukunftsstrategie stellen wir das Unternehmen für die Transformation auf. Die Kostenbelastungen zur Erreichung der CO2-Ziele erfordern umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in allen Bereichen unseres Unternehmens. Dazu gehören auch die Verschlankung unserer Prozesse und Strukturen“, sagte Ola Källenius. Daimler muss sparen, es werde Milliardeneinsparungen beim Personal und bei der Produktion geben, so Källenius. In den kommenden drei Jahren sollen die Kosten runtergefahren werden, ganze anderthalb Milliarden sollen eingespart werden. Außerdem wirken sich die erst kürzlich bekanntgewordenen Bekenntnisse zur Erreichung der CO2-Ziele spürbar als Kostenbelastungen aus, wie der Daimler-Chef darstellte. Effizienzsteigerung war das Wort des Tages. Das gelte auch für die Bussparte, die in der neuen Konzernstruktur unter dem Dach der Daimler Truck AG angesieldet ist. Daimler Buses rechnet zwar mit einer steigenden Nachfrage. Aber: Im Geschäftsfeld Daimler Trucks & Buses wird der Investitions- und Kostendruck in den kommenden Jahren anhalten. Notwendig sind Investitionen in neue Technologien, unter anderem in elektrische Antriebe sowie in die Automatisierung und Vernetzung der Lkw und Busse. Martin Daum hatte als Nutzfahrzeug-Vorstand angekündigt, Busse bis 2039 CO2-neutral machen zu wollen. Und das nicht nur mit einem Batterieantrieb, sondern auch mit Wasserstoff als Energiequelle. Um auch hier die nötigen Kosten stemmen zu können, sieht Källenius neben der Produktion noch bei Personalkosten sparen. Betroffen sei das Management und die Verwaltung, wie viele Stellen abgebaut werden sollen, ließ der Daimler-Chef offen. Der Betriebsrat äußerte gegenüber den Medien, dass rund zehn Prozent der Führungskräfte – gut 1.000 Management-Positionen – betroffen seien. Im Geschäft mit Nutzfahrzeugen, zu den die Busse mitgezählt werden, peilt Daimler 2020 eine Umsatzrendite von mindestens fünf Prozent an, 2022 sollen es sieben Prozent werden. Dies sei mit Kosten, die bis Ende 2022 um gut 500 Millionen Euro gesenkt werden, möglich. Nachhaltig kostet, bei Daimler leider auch Jobs!

Daimler-Chef Ole Källenius auf dem Investoren- bzw. Kapitalmarkttag am 14.11.2019 in London. Foto: Daimler

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