Julien Figur, ein CEO von Hanse Mondial. Foto: Hanse Mondial

Hanse Mondial hat sich nicht nur mit der bundesweiten Gestellung und Vermittlung von Reisebus-Transferleistungen einen Namen gemacht, sondern auch mit ersten organisierten Bus-Demonstrationen für Aufsehen gesorgt. Rüdiger Schreiber hat für omnibus.news dazu bei Julien Figur, einem der Geschäftsführer der Hanse Mondial, nachgefragt.

omnibus.news: Wie kam es zu der Idee, eine Bus-Demo “auf die Räder zu stellen”?

Figur: Wir haben die aktuelle Lage von Beginn an als Herausforderung und nicht als Krise gesehen. Natürlich mussten auch wir uns mit den Themen Home-Office und Kurzarbeit auseinandersetzen. Allerdings haben wir uns von Anfang an ein klares Ziel gesetzt: Wir möchten uns gemeinsam für die Busbranche stark machen und diese unterstützen. Mit unserem gesamten Team und vielen innovativen Ideen haben wir in unserem Bustalk LIVE (digitaler Branchenstammtisch) die Idee eines genehmigten Buskorsos ins Leben gerufen. Der Ansatz kam ebenfalls aus der Energie unserer Buspartner. Danach sind wir sofort mit unserem Team in die Umsetzung gegangen.

omnibus.news: Kritische Stimmen merken an, dass das doch Aufgabe der Verbände gewesen sei?

Figur: Kann ich so bestätigen. Die Verbände sind von Anfang an einen sehr professionellen und politischen Weg gegangen. Die geführten Gespräche mit der Politik nahmen jedoch nicht die gehoffte Wendung, sodass die Verbände gbk, bdo und RDA auf uns zugekommen sind. Der von uns organisierte Buskorso in Hamburg am 07. Mai war nur der Startschuss. Heute tauschen wir uns sehr eng mit den Verbänden zur aktuellen Lage und geplanten Aktionen aus. So entstand ebenfalls die Idee des bundesweiten Aktionstags zur Rettung der Busunternehmen. In dem Zusammenhang übernehmen wir die Erstellung von Content in Form von Interviews, Film- und Bildaufnahmen.

omnibus.news: Die erste Bus-Demo war…

Figur: … eine sehr emotionale, leidenschaftliche und richtungsweisende Veranstaltung in Hamburg. Die notwendige Handlung der Politik ist mehr als überfällig! Die Zeit für 100 bis 200 Busunternehmen ist bereits abgelaufen und wir müssen verhindern, dass es in den nächsten Monaten noch weitere Unternehmer trifft.

omnibus.news: Miteinander statt gegeneinander, wie beurteilen Sie die aktuelle Situation in der Busbranche?

Figur: Unsere Position am Markt ist keine leichte. Lange Traditionen und viel Arbeit macht es an einigen Stellen schwierig über Innovation und digitale Ansätze zu sprechen. Aber genau diesen Ansatz verfolgen wir als Full-Service Mobilitätsagentur. Die Busbranche braucht eine gemeinsame Zukunft und sollte sich nach dem Motto „Zusammen sind wir stark – gemeinsam sind wir noch stärker“ für eine erfolgreiche Zukunft positionieren. Dabei spielen wir mit fairen, transparenten und innovativen Visionen gerne die Rolle des Sparringpartners und schaffen einen Mehrwert für alle Marktteilnehmer.

omnibus.news: Was erwarten Sie vom bundesweiten Aktionstag am 27. Mai?

Figur: Die Anzeichen seitens der Politik könnten aktuell nicht unklarer aussehen. Jedes Bundesland entscheidet für sich, ob Busreisen erlaubt sind oder nicht und auch die Auflagen sind unterschiedlich. Auf der einen Seite dürfen Fernreisebusse vollbesetzte Busse durch Deutschland fahren, auf der anderen Seite dürfen Reisebusse für Busreisen dies nicht. Dieser Flickenteppich zeigt die Problemlage, in der sich die Busbranche aktuell befindet. Meine Erwartungshaltung ist eine zentrale Auflockerung der Busreisen mit einer klaren Perspektive für die gesamte Branche. Daher fordern wir u.a. die Übernahme der Vorhaltekosten durch ein aufgesetztes Programm der Politik zur Sicherung der Busbranche. Dafür steht der Aktionstag am 27. Mai, der durch die drei Verbände gbk, bdo und RDA unter dem Motto #busretten initiiert wurde, um gemeinsam eine Branchenlösung zu erzielen.

omnibus.news: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Figur!

Hier geht es zur Website der Hanse Mondial GmbH

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