Der erste Elektrobus-Fahrversuchsträger von GAZ. Foto: Schreiber

Der Moskauer Busbetreiber Mosgortrans hat 200 Elektrobussen samt entsprechender Ladeinfrastruktur bei Kamaz und GAZ bestellt. Schon ab September und bis zum Ende dieses Jahres jeweils 100 Elektrobusse geliefert werden. Die beiden Aufträge über 6,35 Rubel (knapp 86 Mio Euro) beinhalten neben der Lieferung der Fahrzeuge auch auf 15 Jahre ausgelegte Wartungsverträge sowie die Installation und Instandhaltung der insgesamt 62 Schnellladestationen. Die Moskauer Stadtverwaltung plant darüber hinaus, in den kommenden Jahren jährlich weitere 300 Elektrobusse zu kaufen, um Dieselbusse zu ersetzen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin steht im wahrsten Sinne unter Spannung. Bis zum Jahr 2020 sollen sämtliche Busse in Moskau durch Elektrobusse ersetzen werden. Der Elektrobus von GAZ wurde gemeinsam unter dem Dach der GAZ-Gruppe mit Mobel, einem russischen Entwickler hochtechnologisierter Lösungen im Bereich Elektromobilität und Energiespeicher, entwickelt. Als Basis diente der bekannte Niederflurbus LIAZ-5292. Als Elektrobus-Variante wurde er ein Asynchronmotor, einen Wandler auf IGBT-Transistoren, eine rekuperative Bremsfunktion und ein entsprechender Energiespeicher verbaut. Der Speicher auf Basis von Lithium-Ion-Akkumulatoren soll die versprochene Reichweite von bis zu 200 km garantieren. 75 Fahrgäste können mitfahren, für 27 von ihnen gibt es einen Sitzplatz. Das ambitionierte Ziel wird politisch gestützt:: Mit Blick auf steigende Kraftstoffpreise und dem wachsenden Bedarf günstiger Beförderungs- sowie Transportlösungen setzt die Regierung seit Jahren auf Unterstützung der heimischen industrie. Um die Wettbewerbsfähigkeit auch international zu erhöhen, sind auch elektrisch betriebene Fahrzeuge in den Fokus genommen worden. Kamaz hat sich Unterstützung für seinen Elektrobus bei Siemens geholt, in diesem Jahr wurde eine Entwicklungskooperation vereinbart. Linkker hat ein Testfahrzeug für Moskau zur Verfügung gestellt. Wer einmal  in Moskau war, der wird sich an die Oberleitungsbusse erinnern, die in der russischen Hauptstadt fahren. Deren Ausbau wird aber nicht vorangetrieben, denn die Infrastrukturkosten sind zu hoch. Oberleitungsbusse fahren in der russischen Hauptstadt schon seit 1933, gelten mittlerweile – politisch gewollte – aber als wenig zukunftsfähig.

Bewährungsprobe bestanden: Der Elektrobus von GAZ soll die Straßen in Moskau erobern. Foto: GAZ

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