Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Mitte: Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs „Kommunales Mobilitätsmanagement“. Ganz rechts: LNVG-Geschäftsführer Christian Berndt. Foto: LNVG

Landkreise und Kommunen in Niedersachsen sollen Alternativen zum eigenen Auto noch stärker fördern, sagt Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. Das Land werde deshalb jetzt die Einrichtung von so
genannten Landesbuslinien erleichtern.

Diese Buslinien ergänzen das Bahnangebot dort, wo keine Zugverbindungen möglich sind. „Für eine gelungene Mobilität von Morgen ist es wichtig, dass Land und Kommunen engmaschig zusammenarbeiten. Gerade bei steigenden Spritpreisen ist es daher das gemeinsame Ziel, den ÖPNV so attraktiv zu gestalten, damit er eine echte Alternative zum Auto darstellt in der Stadt und besonders auf dem Land“, betonte Althusmann.

Der Minister sprach bei einer Veranstaltung der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG). Bereits seit 2016 unterstützt das Land Niedersachsen die ÖPNVAufgabenträger, also die Kreise und kreisfreien Städtedabei, landesbedeutsame Buslinien auszubauen, um den Schienenverkehr dort zu ergänzen, wo eine Ausweitung nicht möglich ist.

Derzeit gibt es 13 Landesbuslinien, eine weitere ist beantragt. Das Land beteiligt sich mit einem KilometerZuschuss, der künftig noch erhöht werden soll. Althusmann: „Die angepasste Förderrichtlinie steht kurz vor dem Abschluss damit schaffen wir noch einmal bessere Rahmenbedingungen und erhöhen den Anreiz zur Einrichtung von Landesbuslinien. So wird beispielsweise der Fördersatz erhöht und an steigende Betriebskosten angepasst.“

Die Buslinien sollen dabei eine mit dem Schienenverkehr vergleichbare Qualität aufweisen und im Regelfall stündlich verkehren. Sie sollen eine direkte und schnelle Linienführung aufweisen. Vorgesehen sind hochwertige Busse, ausgestattet mit Klimaanlagen, Niederflureinstieg und WLAN. Fahrgastfreundliche Umsteigemöglichkeiten zum Schienenverkehr, einschließlich einer zuverlässigen Anschlusssicherung, sind weitere Qualitätskriterien.

Minister Althusmann übergab bei der Veranstaltung Teilnahmeurkunden an Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs „Kommunales Mobilitätsmanagement“. Mit Blick auf die Absolventen sagte der Minister: „Alle Kommunen sollten Mobilitätsmanagement als Aufgabe erkennen. Dabei geht es darum, alle Fragen von Verkehr gemeinsam zu denken Bus, Fahrrad, Auto, LeihwagenAngebote und zu Fuß gehen, das muss zusammenpassen.“

LNVGGeschäftsführer Christian Berndt betonte die Bedeutung der neu ausgebildeten Mobilitätsmanager. Die meisten von ihnen sind Angestellte von Kommunen. Ihre Aufgabe werde sein, dafür zu sorgen, dass Verkehr für alle Bereiche einer Kommune zusammen gedacht wird, um Verbesserungen zu erreichen. Berndt: „Ein Flächenland wie Niedersachsen braucht neben dem Nahverkehr in klassischer Form eine Kombination verschiedener Verkehrsangebote:

Mit modernen Abstellanlagen kann eine Verknüpfung von Fahrrad, Bus und Bahn angeboten werden. Leihfahrräder, Teilautos oder auch flexible Bedienformen wie Rufbusse und taxis sind weitere Möglichkeiten. Auch ein Umbau von Ortskernen und modernes Parkraummanagement können sinnvoll sein, um Orte sicherer für Fußgänger zu machen. Das alles stärkt die Attraktivität der Ortskerne.

Das Niedersächsische Verkehrsministerium fördert auch zukünftig den Ausbau landesbedeutsamer Buslinien – die dafür notwendige Förderrichtlinie ist kürzlich überarbeitet in Kraft getreten. Für das laufenden Jahr sind dafür bis zu 2,5 Millionen Euro eingeplant. Landesbuslinien sollen günstige ÖPNV-Verbindungen dort schaffen, wo eine schienengebundene Ausweitung nicht möglich ist. Sie bieten komfortable, barrierefreie Fahrzeuge mit hoher Reisegeschwindigkeit und sind mit dem SPNV verknüpft.

Niedersachsens Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann: „Gerade für ein Flächenland wie Niedersachsen ist ein attraktiver, gut ausgebauter und sicherer ÖPNV unerlässlich: Er sorgt für mehr Lebensqualität und kann eine echte Alternative zum Auto darstellen – auf dem Land und in der Stadt. Ein guter ÖPNV sorgt aber auch für mehr Verkehrssicherheit und ist nicht zuletzt ein zentraler Faktor für die Umsetzung der Klimaschutzziele, die nur durch ein verändertes Mobilitätsverhalten der Bürgerinnen und Bürger erreicht werden können. Mit den landesbedeutsamen Buslinien bieten wir auch dort, wo keine Schienenstrecken liegen, eine hochwertige Ergänzung zum Bahnverkehr.“

Bereits seit 2016 unterstützt das Land Niedersachsen die Kreise und kreisfreien Städte dabei, landesbedeutsame Buslinien auszubauen, um eine attraktive Ergänzung zum Schienenverkehr in Niedersachsen zu schaffen. Zurzeit gibt es bereits 12 Buslinien, die mit einem hochwertigen Busangebot Lücken im SPNV-Netz schließen oder Orte mit einem hohen Verkehrsaufkommen bedienen.

Die überarbeitete Förderrichtlinie schafft günstigere Rahmenbedingungen, etwa durch einen höheren Fördersatz, der an steigende Betriebskosten angepasst ist, und erhöht somit den Anreiz, landesbedeutsame Buslinien einzurichten. Die gesamte Förderrichtlinie zum Nachlesen finden Sie hier. (LNVG/MKNiedersachsen/PM/Sr)

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