
Der PV5 Passenger ist ab sofort auch als rollstuhlgerechte WAV-Version bestellbar. Foto: Kia
WAV nennt Kia die neueste Variante der vollelektrischen Kleinbus-Familie: Der PV5 Passenger ist ab sofort auch als rollstuhlgerechte WAV-Version bestellbar. Das Kürzel steht für „Wheelchair Accessible Vehicle“. Anders als viele nachträglich umgebaute Fahrzeuge wird der PV5 WAV im Rahmen der Kia-Strategie „Made-In-Plant“ entwickelt und produziert. Eine seitliche, zweistufig ausziehbare Rampe ermöglicht den Zugang direkt vom Straßenrand oder vom Gehweg aus. Die teleskopartige Rampe ist in einen Zwischenboden im Fahrzeug integriert und lässt sich je nach Straßen- und Gehwegbedingungen manuell auf eine Länge von 1,25 Meter oder bis zu 1,75 Meter ausziehen.
Erfolgt der Zugang vom Straßenniveau aus, hat die voll ausgezogene Rampe eine Neigung von 13 Grad. Beim Zugang von einem höherliegenden Gehweg verringert sich die Neigung entsprechend. Bei einer 15 Zentimeter hohen Bordsteinkante zum Beispiel ist es ausreichend, nur die erste Stufe der Rampe auszuziehen, um eine Neigung von 11 Grad zu erreichen. Der 4,70 Meter (4.695 mm) lange Stromer lässt sich neben dem Rollstuhltransport, bei dem im Fond noch Platz für eine Begleitperson ist, auch als regulärer Fünfsitzer mit dreisitziger Rückbank nutzen. Wie der PV5 Passenger ist der PV5 WAV, der sich sowohl an private wie an gewerbliche Käufer richtet, ein Pkw („M1-Fahrzeug“) und daher bei den Kia-Pkw-Händlern erhältlich.
Er wird mit zwei Batterien (51,5 und 71,2 kWh) angeboten, hat eine Reichweite von bis zu 391 Kilometern (51,5-kWh-Akku bis 282 km) und ist in den zwei aufeinander aufbauenden Ausstattungslinien Plus und Elite erhältlich. Die umfassende Serienausstattung beinhaltet unter anderem eine elektrische Schiebetür rechts (links manuell, optional für Elite beidseitig elektrisch), 230-Volt-Steckdose, Navigationssystem, Sitzbezüge in Stoff-Kunstleder-Kombination, Klimaautomatik, Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer, Smart-Key mit automatischer Ver- und Entriegelung, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und eine Wärmepumpe sowie eine breite Palette moderner Assistenten.
Für den im Rahmen der Umbaustrategie „Made-In-Plant“ (MIP) von Kia entwickelten und produzierten PV5 WAV gelten die bei der Marke üblichen sieben Jahre Herstellergarantie (oder 150.000 km) samt acht Jahren Batteriegarantie (oder 160.000 km). Die Produktion in Korea hat im Juli begonnen, die Auslieferungen an deutsche Kunden sind ab November geplant. Weitere PV5-Umbauten für den Transport von Rollstuhlfahrern haben die bekannten Umrüster AMF-Bruns, Schnierle und MobiTEC entwickelt. Neben der Reichweite von bis zu 391 Kilometern zeigt sich der PV5 WAV auch in vielen anderen Aspekten als voll alltagstauglicher und sehr praktischer Elektro-Kleinbus.
So lassen sich beide Akkuvarianten an einer entsprechend leistungsfähigen Station in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent schnellladen. Für bequemes Laden sorgt dabei auch der Ladeservice Kia Charge, der über einen einzigen Account Zugang zu rund 1,2 Millionen Ladepunkten in 27 europäischen Ländern bietet, darunter mehr als 210.000 in Deutschland. Außerdem kann der PV5 WAV als mobile Stromquelle dienen: Die serienmäßige V2L-Funktion (Vehicle-to-Load) ermöglicht den Anschluss externer 230-Volt-Geräte über eine Steckdose zwischen den Vordersitzen oder per Adapter (optional) über den Ladeanschluss an der Front.
Zu den praktischen Qualitäten des Stromers gehört auch, dass er für den Anhängerbetrieb zugelassen ist (Anhängelast gebremst/ungebremst 750 kg). Und sein sehr kleiner Wendekreisdurchmesser von nur 11,0 Metern (Bordstein-Bordstein) erleichtert das Manövrieren auf engem Raum. (Kia/PM/Sr)