Das Setra MIB-Team auf der Rallye 2019. Foto: Böhnke

Mit der Startnummer 9 und 10 war das Team aus Ulm unterwegs. Foto: Böhnke

Wenn die MIB-Rallye in die fünfte Runde geht, dann hat sie durchaus schon etwas Traditionelles. So wie die roten Schuhe, die heute bei Männern eigentlich gar nicht mehr auftauchen. Einst reine Herrensache von höchstem Symbolwert und Zeichen der Macht im 17. Jahrhundert. Danach der Damenwelt vorbehalten und heute nur im Gebrauch, wenn man Automobilsport affin ist. Oder an der MIB-Rallye teilnimmt, bei der ganz sportlich kniffelige Aufgaben zu lösen sind. Als Belohnung kann man eine wunderschöne Streckenführung genießen. Jeder darf bei der MIB-Rallye mitfahren. Ob Klassiker, Youngtimer, Neuwagen, AMG oder schickes Einzelstück – jeder, der den Stern auf der Haube hat, im Grill oder im Herzen trägt, ist bei der MIB-Rallye willkommen. Die Macher legen großen Wert auf ein bunt-gemischtes Starterfeld und auf eine Vielfalt beim Schuhwerk, es müssen nicht zwingend rote Schuhe sein… Jedes Jahr wollen immer mehr Starter dabei sein, das Ziel ist nicht nur der gemeinsame Weg, sondern sicherlich auch das gemeinsame Markenerlebnis. In diesem Jahr ging es nach einer tollen Auftakt-Abendveranstaltung in der Motorworld Köln zum Veredeler Carlsson und weiter nach Luxemburg zu Merbag Luxembourg. Am Sonntagnachmittag kamen die Teilnehmer dann am Ziel am Nürburgring und beim Rennstall Black Falcon an. Mit dabei wieder das Setra MIB-Team. Was sind schon die Men in Black, wenn man Männer im Bus haben kann? Die Science-Fiction-Komödie hat vor 20 Jahren für viele Lacher und reichlich Spaß gesorgt. Mindestens genauso unterhaltsam sei es auf der 5. MIB-Rallye zugegangen, wie Sascha Böhnke, Test- und Technikredakteuer der Omnibus-Fachzeitschriften Omnibusrevue und Busfahrer, berichtet. Nur ein einziges Nutzfahrzeug war in diesem Jahr dabei – und wer Sascha Böhnke kennt, der weiß, dass das ein Bus gewesen sein muss! Und auch keine  Frage: In diesem Bus saß er samt seiner Kameras. Wer den Bus-Journalisten kennt, der weiß, dass er nicht ohne seine Gadgets anzutreffen ist – ganz genau wie die Men In Black! Bei Sascha Böhnke sind es vor allem die kleinen und großen Filmkameras. Eine dieser Hightech-Geräte ist meistens im Cockpit verbaut, um den Alltag eines Busfahrers- bzw -testers einzufangen. Bei der MIB-Rallye war es der Alltag eines Busfahrers in einem Kässbohrer S 9 in der 50er Jahren. Zusammen mit Werner Maier steuerte Sascha Böhnke den Bus-Oldtimer auf der Rallye. Mit dabei noch ein besonderer Ulmer:  Der Mercedes-Benz 450 SE von Otto Kässbohrer. Der letzte Dienstwagen wurde von Udo Sürig (Pressesprecher Setra) mit Beifahrer Philipp Lehner gefahren, der auf dem Foto oben das Kennzeichen in der Hand hält, welches die originale Nummer zeigt. Der S9 mit seiner selbsttragende Bauweise verzichtete auf eine massive Rahmenkonstruktion und machte das Fahrzeug leichter, geräumiger – und auch sparsamer. Wenn man – ganz im Sinne der Zeit der 50er Jahre – schwungvoll aber ruhig und gelassen fährt, genehmight sich der Oldtimer 15 bis 20 Liter auf 100 Kilometer. Im Heck werkelt der seinerzeit von Henschel gebaute, 125 PS starke Reihensechszylinder und bringt den 7 Tonnen schweren Bus auch heute noch sicher ans Ziel. Das hat einen Grund: Der knapp elf Meter lange Bus, der mehrere Millionen Kilometer auf der Uhr hat, wurde in Ulm von Setra-Profis von Grund auf restauriert, um danach im Firmenmuseum im wahrsten Sinne zu glänzen. Geglänzt hätte auch die Stirn von Sascha Böhnke berichten Insider, denn in den 50er Jahren gab es noch keine Servolenkung – kräftiges Kurbeln war auf dem Weg von Köln über Luxemburg zum Nürburgring angesagt! Entspannter kam scheinbar nur Setras Pressesprecher mit seinen roten Schuhen ins Ziel, oder wie sollte man sonst seine Pose auf der Motorhaube verstehen?

Wenn der Bus vorne war, hieß es für die anderen: Anstehen… An Steigungen ging es teilweise mit Tempo 20 vorwärts, meist im dritten, manchmal auch nur im zweiten Gang – Blumen pflücken während der Fahrt blieb dennoch untersagt… Foto: Böhnke

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