Neuzulassungen 01-05 2021 und 2022 im Vergleich. Foto: Daimler Buses; Grafik: omnibus.news

Im Wonnemonat Mai blüht und duftet die Natur besonders intensiv, der Frühling hat kalendarisch zwar schon im März begonnen, der Mai scheint nun die Ergebnisse zu zeigen. Ein Gefühl von Neubeginn stellt sich im Mai ein, wenn man auf die Zahl der Neu-Zulassungen Blick, oder? Das Kraftfahrtbundesamt meldet für Omnibusse 322 neu zugelassene Fahrzeuge für den Wonnemonat, in der KBA-Statistik werden auch ausgebaute Transporter und Minibusse ab 3,5t berücksichtigt.

Im April 2022 waren es nur 253, blickt man ein Jahr zurück, denn sieht man bei einem Vergleich, dass die Zahlen für Mai im Vergleich zum Vormonat seinerzeit rückläufig waren. Ist das Aufblühen der Natur und das Plus bei der Zulassungsstatistik somit ein Symbol für eine Art Aufbruchsstimmung und ein endlich wieder raus? Nach der ersten physische Omnibusmesse, der Bus2Bus, die seit 2019 in diesem Jahr wieder stattgefunden hat, könnte jetzt hoffentlich das Sprengen von Ketten stattgefunden haben.

Die Reiselust steigt, wie die HanseMerkur Reise­um­frage 2022 zeigt: Neben Vorfreude steigt das Bedürfnis nach Sicher­heit und Flexi­bi­lität beim Reisen. Die lange Durststrecke führt dazu, dass 82 Prozent sich danach sehnen, in diesem Jahr endlich wieder richtig zu verreisen. Vielen (41 Prozent) hilft die Urlaubsplanung dabei, sich von Corona abzulenken. Unter den Jüngeren (18 bis 35 Jahre) wissen fast drei Viertel das Reisen seit Corona viel mehr zu schätzen als früher.

Doch bei aller Reiselust überwiegt noch die Vorsicht: 66 Prozent geben an, dass ihr Bedürfnis nach Sicherheit gestiegen ist. Um dem Wunsch nach abgesichertem Reisen gerecht zu werden, plant ein Großteil (64 Prozent), eine entsprechende Reiseversicherung abzuschließen. Das ergibt eine bevölkerungsrepräsentative Online-Umfrage des unabhängigen Marktforschungsinstituts Heute und Morgen im Auftrag der HanseMerkur.

Neben dem Plus in der Zulassungsstatistik sind es auch die Reisebusse, die man wieder vermehrt auf den Straßen sieht. Bleibt zu hoffen, dass Bundesregierung dieses Wachstum nicht im Keim erstickt. Im Rahmen der Abstimmung über den Entwurf der Ampel-Koalition zur Änderung des Regionalisierungsgesetzes im Bundestag, hat der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) e.V. erneut vom Bund eine Ausgleichszusage wegen der gestiegenen Energiepreise gefordert.

Die notwendige Erhöhung der Regionalisierungsmittel sollte nicht nur die Einnahmeverluste durch das 9-Euro-Ticket vollständig und pünktlich ausgleichen, sondern auch den dringenden Ausgleich der gestiegenen Energiekosten sicherstellen, um die finanziell angeschlagenen kleineren und mittelständischen Busunternehmen wirtschaftlich nicht weiter zu gefährden. Die Mineralölkonzerne sind zurzeit die einzigen Unternehmen, die so richtig Kasse machen.

Das schrittweise Erhöhen der Preise bis zur Steuersenkung haben nicht nur viele Busunternehmer als unverschämt empfunden. Fakt ist, dass die Steigerungen bei den Energiekosten sich für die mittelständischen Busunternehmen zu signifikanten Beträgen aufsummieren. Ein 65 Cent höherer Dieselpreis bedeutet pro ÖPNV-Bus bei 35 Lt./100 km Verbrauch und einer Laufleistung von 7.500 km rund 1.700 Euro Mehrkosten im Monat.

Für den deutschen Busmittelstand ist die Anpassung des aktuellen Gesetzentwurfs zur Änderung des Regionalisierungsgesetzes um einen konsequenten Energiekostenausgleich existenziell. Nach zwei Jahren coronabedingter Liquiditätsengpässe und existenzgefährdender Defizite ist jetzt eine schnelle und nachhaltige Entlastung des Busmittelstands bei den gestiegenen Energiekosten durch die Politik gefordert. (BDO/CME/HanseMerkur/KBA/PM/Sr)

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