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Meatwagen Foodtruck Hamburg

Der Hamburger Foodtruck macht als Meatwagen seinem Namen alle Ehre. Foto: Altenburger

Essen auf Rädern war gestern, ausgezeichnete Hamburger und Schlangestehen sind heute beim Meatwagen angesagt. Und: Schulbus statt Lieferwagen. Auch das Einheitsessen aus der Styroporkiste hat ausgedient. Wer etwas auf sich hält, steht an. Essen auf Rädern 2.0 sozusagen. Das Schlangestehen hat einen Grund: Aus dem umgebauten amerikanischen Schulbus werden kulinarische Köstlichkeiten gereicht. Nicht einfach irgendwelche Burger, sondern echte Leckerbissen. Und die haben sogar eigene Namen: Ob der Mustang aus Rindfleisch oder die Corvette aus Hähnchenbrust, es gibt, der vegetarische Pontiac beweist, scheinbar nichts, was es nicht gibt.

Foodtruck Meatwagen Hamburg

Alles frisch: Burger gibt es nur auf Bestellung. Foto: Schreiber

Das ist bemerkenswert, denn der Name Meatwagen lässt nicht unbedingt darauf schließen, dass auch Vegetarier auf ihre Kosten kommen. Für die wachsende Kundschaft der fleischlosen Burger-Fans wurde Pontiac mit Grünkernbratling ins Angebot aufgenommen. Im wahrsten Sinne ganz natürlich auf knackigem Ruccola, dazu noch eine Tomatencreme, Tomaten und Sprossen. Noch aber sind die Klassiker die Renner. In der Winterzeit gab es beispielsweise einen Enten-Burger auf Spekulatius-Frischkäse samt mit Rotkohl und gebratenen Apfelscheiben. „Wir wollen unsere Gäste mit neuen Geschmackserlebnissen verwöhnen“, sagt Marc Altenburger.

Foodtruck Meatwagen Hamburg

Das Meatwagen-Team geht auch kulinarisch neue Wege. Foto: Altenburger

Ein Erlebnis ist auch das Meatwagen-Fahrzeug: Der amerikanische Schulbus ist nicht nur ein optisches Zeichen, er ist ein Versprechen. Wie könnte man das Angebot besser visualisieren als mit diesem Fahrzeug? Das Alter von 26 Jahren sieht man dem Navistar 3700 mit Aufbau von Thomas Built Buses nicht an. Höchstens beim Blick in das Cockpit, denn der Fahrerplatz ist alles andere als modern.

Foodtruck Meatwagen Hamburg

Weniger ist mehr: Der Fahrerplatz des umgebauten Schulbusses. Foto: Altenburger

Der ehemalige Schulbus wurde in Köln von einem Fachbetrieb aus- und umgebaut: Sitzbänke raus, Küche rein. „Auch wenn 7,2 Meter lang erscheinen, die Küche beginnt erst hinter dem Fahrerplatz“, sagt der Hamburger, der auf viel Erfahrung in der Gastronomie zurückblicken kann. Man könne das Arbeiten nicht 1 zu 1 vom Restaurant auf den Bus übertragen. Die Ausstattung ist auf das Angebot ausgerichtet, mehrere Gasflaschen unter dem Bus versorgen beispielsweise den Grill und den Kühlschrank an Bord. Bevor der Verkauf startet, muss aufgebaut werden. Ob Keile unter der Vorderachse oder Podest für die Kunden vor der Ausgabe, rund eine Stunde benötigt das Team vom Meatwagen, bevor die ersten Burger durch das große Klappfenster gereicht werden. Das englische Wort „meat“ für Fleisch hat für den Hamburger Gastronomen zudem noch einen schönen Nebeneffekt: Ausgesprochen klingt es fast wie das deutsche „Mieten“. Denn anders als in Amerika kann ein so genannter Food Truck in Deutschland nicht einfach irgendwo an der Straße anhalten und verkaufen. Deshalb mieten viele Unternehmen den Meatwagen für die Mittagspause. „Steht der Schulbus auf einem privaten Grundstück, dann ist das Verkaufen aus dem Wagen heraus kein Problem“, erklärt Altenburger.

Gemeinsam unterwegs: Sandra Reinold, Stefan Höppner, Marc Altenburger, Melanie Nawroth

Gemeinsam unterwegs: Sandra Reinold, Stefan Höppner, Marc Altenburger, Melanie Nawroth. Foto: Schreiber

Und noch etwas ist anders: Mit 26 Jahren ist das Fahrzeug mit Blick auf die Ersatzteilversorgung durchaus problematisch. In Hamburg gibt es zum Glück eine Werkstatt, die sich auf amerikanische Fahrzeuge spezialisiert hat. Und die hätte gute Kontakte, um an die benötigten Teile zu kommen, so der Gastronom. Nur müsse man auch hier etwas mehr Zeit mitbringen, genau wie beim Fahren. Die 127 kW Leistung schöpft der Schulbus aus 7,3 Litern Hubraum. „Mehr als 80 km/h sind nicht drin“, so Altenburger. Aber auch das sieht der Hamburger mittlerweile ganz gelassen, nachdem er auf der Autobahn auf der Fahrt zu einer Veranstaltung unterwegs war. Ein Daumen hoch von den Truckern beim Überholen sei doch auch eine tolle Erfahrung. Ein Umdenken gibt es auch bei den verwendeten Produkten. Das Fleisch für die Burger stammt aus regionaler Tierhaltung. „Es wird direkt beim Schlachter verarbeitet, kein Schlachthof, kein Stress, kein unnötiger Transport “, so Altenburger. Das Engagement hat sich gelohnt, der Meatwagen wurde als bester Food Truck Hamburgs ausgezeichnet.

Rüdiger Schreiber

Anm.: Der Artikel ist eine überarbeitete und erweiterte Fassung meines Artikels aus der Fachzeitschrift BUSFahrer 01-2016 (C)Textmaterial: Omnibus.News / Rüdiger Schreiber; (C) Bildmaterial: Marc Altenburger, Rüdiger Schreiber

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