MB O 303 DFB Nationalmannschaft


Franz Beckenbauer bei der symbolischen Schlüsselübergabe des Mannschaftsbusses kurz vor der WM 1990 in Italien – mit dabei Günter Hermann. Karl Heinz Riedle, Rudi Völler, Holger Osieck (Co-Trainer), Guido Buchwald, Lothar Matthäus und Thomas (Icke) Hässler. Foto: Schreiber

MB O 303 DFB 1990 Rietze

MB O 303 von Rietze im Maßstab 1/87. Foto: Schreiber

DFB MB O 303

Kaiser Franz bekam den Schlüssel, der DFB den Mercedes-Benz O 303. Foto: Schreiber

Auch 1990 gab es schon einen Mannschaftsbus für unsere Kicker. 1954 fing es mehr oder weniger mit einem Magirus-Deutz O 6500 an, 1974 war Mercedes-Benz dann mit dem O 302 dabei und 1990 gab es für den DFB einen Mercedes-Benz O 303. Auch den gibt es als Modellbus: Rietze hat den DFB-Mannschaftsbus maßstabsgerecht verkleinert und detailliert bedruckt. Unter einem guten Stern stand die Fahrt im O 303 zum Finale 1990: Der Klassiker wurde 1974 auf dem Auto-Salon in Paris vorgestellt. Nicht nur die Namensgebung O 303 verdeutlicht die enge Verwandtschaft zum Vorgänger, auch die Optik baut auf dem Vorgänger auf: Der Bug übernimmt die klare Gestaltung des Vorgängers. Der Rahmen um den Stern und die wiederum rechteckigen Scheinwerfer ist noch ein wenig geradliniger (im Laufe der Karriere entfällt der Rahmen, wird 1982 durch ein erhabenes Teil aus Kunststoff ersetzt), eine ins Blech eingepresste breite Sicke auf der Frontpartie ersetzt das glänzende und umlaufende Schmuckband, rahmt die Blinkleuchten ein. Fast kerzengerade wächst die Windschutzscheibe nach oben, deren Unterkante vorne wieder eine Linie mit den Türfenster bildet. In den ersten Jahren teilt noch ein schmaler Steg senkrecht die Frontscheibe. Erinnerte das rundliche Heck des O 302 mit den Dreiecksfenstern davor noch an die Formensprache der fünfziger Jahre, so ragt die Heckpartie des O 303 fast kerzengerade empor. Mit Ausnahme des gewölbten Dachrands zugunsten der Aussicht der Fahrgäste kennzeichnet den O 303 eine sachliche und kubische Form. Ganz wie die Lkw aus dieser Zeit bedient sich der neue Bus O 303 eines Baukastensystems: Mit gleich sechs Radständen und sogar sieben Längen deckt der Omnibus alle denkbaren Größenvarianten von 8,7 bis 12,0 Meter Länge ab. Der O 303 kommt den Busunternehmern als verlässliches und konservatives Fahrzeug durchaus recht: Mit aufwändig ausgestatteten, irgendwo zwischen edel und frech lackierten Sondermodellen wird der Mercedes-Benz O 303 über eine rekordverdächtige Laufzeit frisch und am Leben erhalten. Erst 1992 geht er nach langen 18 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Als zählbares Ergebnis steht am Ende der langen Karriere gar ein neuer Weltrekord: 38.018 Omnibusse, aufgeteilt in etwa zwei Drittel Komplettbusse und ein Drittel Fahrgestelle haben in fast zwei Jahrzehnten das Licht der Omnibuswelt erblickt. Der letzte O 303 wurde – wie die Produktionsanlagen – nach Russland verkauft. Das Finale ist in trockenen Tüchern, vielleicht gibt es jetzt den ersehnten vierten Titel – schließlich wartet ganz Fußball-Deutschland seit dem Erfolg bei der WM 1990 in Italien auf den ganz großen Wurf.

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