
Nach einem kräftigen Wachstum im Vorjahr muss MAN Truck & Bus für die ersten neun Monate 2026 einen Rückgang beim Busabsatz vermelden. Foto: MAN, Schreiber; Grafik: omnibus.news
Nach einem kräftigen Wachstum im Vorjahr muss MAN Truck & Bus für die ersten neun Monate 2026 einen Rückgang beim Busabsatz vermelden. Wie aus den jetzt veröffentlichten Geschäftszahlen für das dritte Quartal hervorgeht, wurden von Januar bis September 4.620 Omnibusse abgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 4.898 Fahrzeugen entspricht das einem Minus von sechs Prozent. Damit hat sich die Entwicklung im Busgeschäft gedreht: In den ersten neun Monaten 2025 hatte MAN noch 4.898 Busse verkauft. Das waren 1.266 Fahrzeuge mehr als im Vergleichszeitraum 2024, als 3.632 Omnibusse abgesetzt wurden. Der damalige Zuwachs betrug 35 Prozent.
Interessant ist die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr: Im ersten Quartal 2026 konnte MAN den Busabsatz zunächst noch um sechs Prozent auf 1.462 Fahrzeuge steigern (Q1 2025: 1.381 Einheiten). Im weiteren Jahresverlauf entwickelte sich das Geschäft jedoch schwächer. Für das zweite und dritte Quartal zusammen ergeben sich rechnerisch 3.158 Busse gegenüber 3.517 Fahrzeugen im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Elektromobilität bleibt Wachstumsthema
MAN begründet die rückläufige Entwicklung mit einem hochkompetitiven Marktumfeld. Das Busgeschäft habe die sehr starken Ergebnisse des Vorjahreszeitraums nicht halten können, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Ungeachtet des rückläufigen Busabsatzes entwickelt sich das Geschäft mit elektrischen Fahrzeugen bei MAN weiter positiv. In den ersten neun Monaten 2026 lieferte das Unternehmen nach eigenen Angaben insgesamt 1.480 vollelektrische Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Darunter waren 805 eTrucks und 675 eBusse.
Aber auch hier gilt: Im Zeitraum Q1-3/2025 waren es deutlich mehr, nämlich 944 eBusse! MAN verweist in den Quartalszahlen auf mehr als 3.300 eBusse, die das Unternehmen bislang in Europa auf die Straße gebracht habe und die im täglichen Linieneinsatz unterwegs seien. Parallel dazu laufen laut MAN die letzten Vorbereitungen für den Start der Serienproduktion des vollelektrischen Reisebusses MAN eCoach. Die ersten Fahrzeuge sollen noch 2026 vom Band rollen. Damit erweitert MAN sein elektrisches Busportfolio um das Segment der Reisebusse.
Gesamtabsatz von MAN legt zu
Während das Busgeschäft unter dem Vorjahresniveau blieb, entwickelte sich der Gesamtabsatz von MAN Truck & Bus positiv. Über alle Fahrzeugsegmente hinweg setzte das Unternehmen in den ersten neun Monaten 75.395 Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Plus von fünf Prozent gegenüber den 71.672 Einheiten des Vorjahreszeitraums. Das Lkw-Geschäft legte um acht Prozent auf 47.385 Fahrzeuge zu. Im Van-Segment stieg der Absatz des MAN TGE um drei Prozent auf 23.390 Einheiten. Auch wirtschaftlich konnte MAN zulegen:
Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten 2026 um vier Prozent auf 10,34 Mrd. Euro. Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich von 557 auf 639 Mio. Euro. Die bereinigte operative Umsatzrendite erhöhte sich von 5,6 auf 6,2 Prozent. Eine wichtige Einordnungnoch zum Schluss: Die 675 ausgelieferten eBusse sind in den 4.620 Bussen enthalten – die Zahlen dürfen also nicht addiert werden! Auch ist der Absatzrückgang nicht automatisch mit einem Rückgang der Nachfrage gleichzusetzen – dafür wären zusätzlich Auftragseingang und Auftragsbestand im Bussegment interessant. (MAN/PM/Sr)