
Ab 17. November sollen sie erstmals Fahrgäste in einem autonomen Elektrobus in München mitfahren können. Foto: MAN

Das Minga-Projekt setzt auf einen 12 Meter langen MAN Lion’s City 12 E, der von MAN und seinem Technologiepartner ADASTEC automatisiert wurde. Foto: MAN
Vom Testbetrieb zum Fahrerlebnis: Nachdem der automatisierte MAN Lion’s City 12 E seit Anfang September auf der Münchner Linie 178 im öffentlichen Straßenverkehr erprobt und die Strecke für den autonomen Betrieb vorbereitet wurde, beginnt im Projekt MINGA nun die nächste entscheidende Phase. MAN Truck & Bus und die Stadtwerke München (SWM) mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) starten gemeinsam mit dem Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München den Betrieb mit Testnutzern.
Ab 17. November sollen sie erstmals im autonomen MAN eBus zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl mitfahren können. Die Fahrten finden montags bis freitags statt. Zum Start hatten die MINGA-Partner Pressevertreter zu einer ersten öffentlichen Testfahrt eingeladen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger: „Autonomes Fahren kann zu einem leistungsfähigen Nahverkehr beitragen. Deshalb unterstützen wir als Bundesverkehrsministerium innovative Projekte – wie MINGA mit rund 13 Millionen Euro.“
Münchens Bürgermeisterin Mona Fuchs: „Zukünftig eröffnen autonome Busse neue Möglichkeiten für den öffentlichen Nahverkehr in München. Wir erleben gerade Zeiten, in denen Personalmangel und die angespannte Haushaltslage den tagtäglichen Betrieb unter Druck setzen. Dass wir als eine der ersten deutschen Städte eine solche Zukunftstechnologie erproben, ist ein starkes Signal für den Innovationsstandort München. Besonders wichtig ist mir, dass im Projekt MINGA die Barrierefreiheit nicht zu kurz kommt und die Fahrgäste selbst einbezogen werden:
Ihre Erfahrungen und ihr Sicherheitsempfinden sind entscheidend dafür, dass sich diese Technologie im Alltag durchsetzt. Ich danke den Partnerinnen und Partnern aus Bund, Wissenschaft und Wirtschaft, die diesen Weg gemeinsam mit uns gehen. Ich lade die Münchner ein, den autonomen eBus auf der Linie 178 auszuprobieren und ihn mitzugestalten.“ Auch das Interesse der Bevölkerung an der neuen Technologie ist groß: Für eine Mitfahrt im autonomen MAN eBus sind bereits mehr als 2.000 Voranmeldungen eingegangen.
Bis Juni 2027 soll der Betrieb mit Testnutzer laufen. Bis zu diesem Zeitpunkt können Interessierte in dem 12 Meter langen MAN Lion’s City 12 E, der von MAN und seinem Technologiepartner ADASTEC automatisiert wurde, Platz nehmen. Während des gesamten Projekts befindet sich jederzeit Sicherheitsfahrpersonal an Bord, das die Fahrzeugführung bei Bedarf unmittelbar übernehmen kann. „Mit den ersten Testfahrten können Fahrgäste unsere Technologie nun im Alltag erleben. Das ist ein entscheidender Schritt.“, sagt Dr. Frederik Zohm, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus.
Der autonome eBus wird als zusätzliches Fahrzeug auf der bestehenden Linie 178 eingesetzt und simuliert einen späteren Einsatz im regulären Linienbetrieb unter möglichst realen Bedingungen. Die Linie ist dafür besonders gut geeignet, da sie unterschiedliche Verkehrssituationen, wie Hauptverkehrsachsen, Tempo-30-Zonen, Parkgebiete und Unterführungen vereint und damit das abwechslungsreiche Münchner Busnetz gut abbildet. Die Mitfahrt der Testnutzerinnen und Testnutzer erfolgt im Rahmen einer geschlossenen Nutzergruppe.
Die wissenschaftliche Begleitung des Testbetriebs erfolgt durch die Technische Universität München (TUM) sowie der Universität Stuttgart. Im Rahmen freiwilliger Befragungen vor und nach der Fahrt werden die Eindrücke der Fahrgäste sowie ihr Sicherheitsempfinden erfasst. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Barrierefreiheit. Ergänzend werden bei ausgewählten Fahrten vertiefende Beobachtungsstudien und freiwillige Interviews mit Fahrgästen zur Bewertung der Akzeptanz und des Sicherheitsempfindens autonomer Fahrzeuge durchgeführt.
Bereits seit Anfang September ist der automatisierte MAN Lion’s City 12 E, der mit fünf LiDAR-Sensoren, sechs Radaren, acht Kameras und einer satellitengestützten Positionsbestimmung ausgestattet ist, unterwegs. Begleitet von Sicherheitsfahrpersonal von MAN und MVG wurden Streckendaten erfasst. Diese bilden die Grundlage dafür, dass der Stadtbus die Strecke nun eigenständig befahren kann. „Das Fahrzeug lenkt dabei unter anderem selbst, gibt Gas, bremst und blinkt.“, erklärt Dr. Michael Roth, Leiter Bus-Strategie und Produktstrategie Bus bei MAN.
Vor dem Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr hat der automatisierte Elektrobus zudem ein umfangreiches Testprogramm auf dem MAN-Gelände erfolgreich absolviert und die erforderlichen technischen Prüfungen durch den TÜV und weitere Genehmigungsverfahren durchlaufen. Im Forschungsprojekt MINGA setzt MAN mit ADASTEC als Technologiepartner auf einen spezialisierten Anbieter für automatisierte Fahrsysteme. (MAN/PM/Sr)