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Daniel Packenius (FLIX), Ingo Wortmann (VDV), MVG-Busfahrerin, Marion Heber (DB), MVG-Busfahrer, Jörg Bruchertseifer (Pro Bahn). Foto: VDV/RobertHaas

Der bundesweite Wettbewerb „LieblingsbusfahrerIn“ ist gestartet und geht 2026 in die vierte Runde. Bis zum 31. Mai 2026 läuft die Nominierungsphase, auf lieblingsbusfahrerIn.de können Fahrgäste ihre Geschichten, Danksagungen oder Bilder direkt hochladen und ihre persönlichen Helden am Steuer nominieren. Initiiert vom Fahrgastverband Pro bahn, DB Regio und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) rückt die Aktion rund 100.000 Busfahrer von öffentlichen Unternehmen und privaten Busbetreibern im Nah- sowie – neu – im Fernbusverkehr in den Mittelpunkt.

Jörg Bruchertseifer, Bundesreferent Integrierte Mobilität beim Fahrgastverband Pro Bahn: „Wir wollen die Leistung des Fahrpersonals sichtbarer machen: Busfahrer machen den Unterschied – gerade dann, wenn es im Alltag herausfordernd wird. Sie stehen für Sicherheit, Verlässlichkeit und Service. Mit dem Wettbewerb geben wir den Fahrgästen die Möglichkeit, um Danke zu sagen – und selbst attraktive Preise zu gewinnen. Diese Wertschätzung ist angesichts zehntausender unbesetzter Stellen wichtiger denn je.“

Der bundesweite Startschuss fiel bei Flix in München – zugleich wurde dort der Sonderpreis „Münchener Lieblingsbusfahrer 2026“ ausgelobt. Fahrgäste aus ganz Deutschland sind aufgerufen, ihre positiven Erlebnisse im Bus zu teilen und diejenigen zu nominieren, die mit Engagement, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ihren Alltag bereichern. Eine vielfältig besetzte Jury wählt aus allen Einsendungen die TOP 30, aus denen die bundesweiten Sieger ermittelt werden. Die Auszeichnung erfolgt am 15. Oktober 2026 in Berlin auf großer Bühne.

Dabei warten auf die prämierten Fahrer sowie auf diejenigen Fahrgäste, deren Geschichten oder Danksagungen ausgezeichnet werden, attraktive Sach- und Geldpreise. Auch in diesem Jahr sind zusätzlich regionale sowie unternehmensweite Auszeichnungen möglich. Marion Heber, Leiterin Personal DB Regio Straße: „ Unsere Busfahrer sind weit mehr als nur Fahrzeuglenkende: Sie sind Ansprechpartner für die Fahrgäste, tragen große Verantwortung für Menschen und Mobilität und verdienen dafür Anerkennung und Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit. Dies ist vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung von Sicherheit und der gemeinsamen Verantwortung von Politik, Arbeitgebern und Öffentlichkeit umso wichtiger.“

Vier Kategorien im Wettbewerb: Bewährt und neu 2026 werden Auszeichnungen in vier Kategorien vergeben:

  • „Alltagsheld“ – präsentiert von MAN
  • „Außergewöhnliche Leistung“ – präsentiert von KRAVAG
  • „Schulbus“ – präsentiert von DEVK, Nominierung auch mit Zeichnung
  • „Fernbus“ – präsentiert von Daimler Buses, neue Kategorie für Fahrer auf der Langstrecke

Mit der neuen Fernbus-Kategorie wird erstmals ein Segment stärker in den Fokus gerückt, das für die Mobilität in Deutschland eine wachsende Rolle spielt: der Fernbusverkehr mit seinen langen Distanzen, internationalem Publikum und besonderen Serviceanforderungen. Die neue Kategorie würdigt daher gezielt die Leistungen der Fahrerinnen und Fahrer auf der Langstrecke und macht ihre Bedeutung für vernetzte Mobilität und Tourismus sichtbar. Seit heute, 9. März 2026, kann man online nominieren und persönlichen Geschichten oder Bilder einreichen. Nominierungsschluss ist der 31. Mai 2026.

Sowohl diejenigen Fahrgäste, die die siegreichen Geschichten oder Danksagungen eingereicht haben, erhalten attraktive Sach- und Geldpreise, als auch die ausgezeichneten Busfahrer selbst. Bereits in den Vorjahren war das Echo enorm: 2025 wurden mehr als 2.300 Geschichten oder Bilder bundesweit eingereicht. Der Wettbewerb ‘Lieblingsbusfahrer’ trägt dazu bei, die Bedeutung dieses Berufsbildes in der Gesellschaft weiter zu steigern. Rund 100.000 Busfahrer sichern täglich die Mobilität in Deutschland. Gleichzeitig fehlen bundesweit zehntausende Fahrer.

Jährlich gehen etwa 6.000 Mitarbeitende im Fahrdienst altersbedingt in den Ruhestand. Bis 2030 werden im ÖPNV rund 21 Prozent mehr Beschäftigte benötigt, um Angebot und politische Zielsetzungen aufrechterhalten zu können. Bereits heute geben rund 50 Prozent der Unternehmen an, ihr Angebot zeitweise personalbedingt einschränken zu müssen. Ingo Wortmann, Präsident des VDV: „Wir brauchen nicht nur neue Kollegen, sondern auch die Anerkennung für diejenigen, die im Dienst sind. Der Wettbewerb zeigt, wie wichtig Respekt, gesellschaftliche Wertschätzung und Schutz vor Übergriffen für die Attraktivität des Berufs sind.

Gleichzeitig unterstützen wir ausdrücklich die Reformvorhaben des Bundes zur Modernisierung der Fahrschulausbildung und zur Vereinfachung der Berufskraftfahrerqualifikation. Der Zugang zum Beruf muss schneller, digitaler und bezahlbarer werden. Ausbildungskosten von bis zu 14.500 Euro sind derzeit ein erhebliches Einstiegshindernis und im EU-Vergleich nicht vermittelbar. Wir brauchen vereinfachte und digitalisierte Ausbildungswege, praxisnähere Verfahren sowie schnellere Anerkennungen. Jetzt geht es um konsequente Umsetzung – jede Verzögerung gefährdet das ÖPNV-Angebot im Land.“ (VDV/PM/Sr)

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