Die beiden Volvo-Elektrobusse werden an der Endhaltestelle „Reventloubrücke“ mit Hilfe eines Pantographen, der dort eigens aufgebaut wurde, aufgeladen. Foto: KVG

Die KVG Kiel startet durch bei ihrem ehrgeizigen Vorhaben, die Busflotte zu elektrifizieren. Anlässlich der Special Olympics in Kiel findet in der Zeit von Montag, 14. Mai bis Freitag, 18. Mai ein Demoprojekt statt. Zwei elektrische Busse ergänzen die beiden Shuttle-Ringlinien, die die KVG für die Special Olympics installieren wird. Ein Pantograph zum Aufladen der Busse wird an der Endhaltestelle Reventloubrücke aufgebaut; dort starten bzw. enden die Shuttle-Linien, es gibt Anschlussmöglichkeiten und gleichzeitig ist genügend Platz vorhanden. Der KVG bietet sich die Möglichkeit, sich mit der Technik vertraut zu machen. Unterstützt wird sie dabei von Volvo und ABB: Volvo stellt zusammen mit ABB (ABB ist ein weltweit tätiger Hersteller von beispielsweise Ladeinfrastruktur und ist zudem bereits seit vielen Jahren einer der Hauptsponsoren der Specials Olympics) ein Vorführmodell eines Pantographen und zwei Linienbusse (Modell 7900EH Electric Hybrid in 12 m Länge mit großer Batterie und Zwischenladungseinrichtung und einen 7900E vollelektrischer Niederflurbus) zur Verfügung. Andreas Schulz, Geschäftsführer der KVG, ist begeistert von der Möglichkeit, diese Technik auch bei der KVG testen zu können: „Wir machen sehr wichtige Erfahrungen mit der Initialisierung der Systeme und der Kommunikation zwischen Bus und Ladestation. Zudem sammeln wir im Realbetrieb Werte über spezifische Verbräuche und Reichweite im rein elektrischen Betrieb. Auch können die Fahrgäste und die Passanten an der Reventloubrücke diese technische Neuheit einmal live erleben, wenngleich dieses vorerst noch nicht so aussieht, wie es am Ende sein soll.“ Die Ladung erfolgt mit 400 V und bis zu 150 kW. Bei den Bussen, die von Volvo aus Göteborg für das Demonstrationsvorhaben zur Verfügung gestellt werden, handelt es sich um einen sogenannten ‚Plug-In-Hybrid‘, einen elektrischen Bus, der an der Ladestation aufgeladen wird und sensible Bereiche bis zu ca. neun Kilometern rein elektrisch durchfährt. Durch den zusätzlich eingebauten Dieselmotor entspricht die Reichweite eines konventionellen Dieselbusses. Bei dem zweiten Fahrzeug handelt es sich um einen rein batterieelektrischen Bus. Beide Fahrzeuge werden an derselben Ladestation mit Strom versorgt. Die KVG plant ab 2020 den flächigen Einsatz vollelektrischer Batteriebusse. Dieser „Echttest“ ist notwendig, um den weiteren logischen Schritt hin zur Elektromobilität zu realisieren. Anfang des Jahres wurden bereits zehn Hybrid-Gelenkbusse von Volvo in den Dienst gestellt. Aufgrund der hervorragenden Erfahrungen im Hinblick auf die Reduzierung von Schadstoff- und Lärmemissionen wird die KVG noch in diesem Jahr in 19 weitere Gelenkbusse dieser Technologie investieren und damit ältere Busse des Diesel Euro-3-Standards ausmustern und zudem Teile der Linienleistung erweitern. Aber damit noch nicht genug. Innerhalb der Übergangszeit bis 2020 wird der Betriebshof Werftstraße für den Einsatz von vollelektrischen Gelenkwagen vorbereitet und an vier Endhaltestellen Nachladestationen (Pantographen) errichtet.

KVG-Geschäftsführer Andreas Schulz neben Andreas Heuke, Volvo Bus Corporation. Foto: KVG

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