Das 9-Euro-Ticket soll 90 Tage gültig sein. Foto: Schreiber; Montage: omnibus.news

Das kam überraschend: Die Ampel-Koalition, die aktuell die Geschicke Deutschlands lenkt, will ein Ticket für 9 Euro pro Monat für den Öffentlichen Personennahverkehr einführen. Das Ticket soll für 90 Tage gültig sein. Die Länder sollen entsprechende Mittel bekommen, wie die verantwortlichen Politiker nach ihrer Entscheidung, in die scheinbar keine Verkehrsbetriebe oder Verbände sowie Praktiker eingebunden wurden, mitteilten.

Nachdem Fakten geschaffen wurden mussten nun die Verkehrsminister von Bund und Ländern erste Rahmenbedingungen für ein neues ÖPNV-Ticket im Kontext des gestern beschlossenen Energie-Entlastungspakets abstimmen. Die konkrete Umsetzung dazu wird nun mit den Beteiligten in der Branche und mit den politischen Akteuren vorgenommen, wie es heißt. 

Nach dem heute auch die für Tarife im ÖPNV zuständigen Länder im Rahmen der Sonderverkehrsministerkonferenz eingebunden wurden und entsprechend beschlossen haben, werden sich die Verkehrsunternehmen und Verbünde, koordiniert über den führende Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und weitere Verkehrsverbände, jetzt unmittelbar an die Realisierung des Angebots begeben.

Dafür sind noch zahlreiche Details zu klären und branchenweit sowie mit der Politik abzustimmen. Sobald diese Rahmenbedingungen final geklärt sind und die Angebotsgestaltung finalisiert ist, werden alle Fahrgäste und insbesondere die Stammkundinnen und -kunden über das weitere Vorgehen durch die Verkehrsunternehmen und Verbünde vor Ort proaktiv informiert. Die Fahrgäste und allen voran die Abonnentinnen und Abonnenten müssen nun zunächst nicht selber aktiv werden.

Der VDV bekräftigt in diesem Zusammenhang auch nochmals die Notwendigkeit einer auskömmlichen Finanzierung für die Angebote im Nahverkehr. Die dafür vom Bund den Ländern bereitgestellten Mittel müssen noch in diesem Jahr, wie auch im Koalitionsvertrag vereinbart und in der Verkehrsministerkonferenz im Februar zwischen Bund und Ländern verabredet, erhöht werden.

Nur so sind auch zusätzliche Angebote und Kapazitäten, die im Rahmen der Ticketaktion und der Mobilitätssicherung der Geflüchteten jetzt umgesetzt werden, auskömmlich finanzierbar. Auch den aktuell durch den Krieg in der Ukraine steigenden Energiekosten der Branche muss durch einen entsprechenden Finanzausgleich Rechnung getragen werden.
Kaum ist das 9-Euro-Ticket da, gibt es auch schon Kritik: Verbraucherinnen und Verbraucher sollten aus Sicht des Thüringer Verkehrsministeriums drei Monate lang kostenlos Bus und Bahn im Nahverkehr fahren können. Anstatt des geplanten 9-Euro-Tickets für 90 Tage solle der Bund die Kosten für einen auf drei Monate befristeten Nulltarif tragen, sagte Staatssekretärin Barbara Schönig nach einer Sonder-Verkehrsministerkonferenz am Freitag. (Bundesregierung/VDV/PM/Sr)
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