Im wahrsten Sinne spannend, nicht nur wegen der Elektrobusse: Luxemburg bietet ab 1. März 2020 einen kostenlosen Nahverkehr. Foto: irizar, Montage: omnibus.news

Im letzten Jahr machte Luxemburg mit der Meldung, dass man dort ab ab März 2020 den öffentlichen Nahverkehr im ganzen Land kostenlos anbieten werde, auf sich aufmerksam. Zusätzlich zu den 600.000 Einwohnern des kleinen Landes pendeln nach geschätzten Zahlen der Behörden täglich rund 200.000 Menschen aus den Nachbarländern Belgien, Deutschland und Frankreich nach Luxemburg. Auch die Pendler dürfen kostenlos in Luxemburg fahren, nur für Plätze in der 1. Klasse müssen Fahrgäste in Luxemburg bezahlen. Keine Fahrkarten, keine Fahrkartenschalter und Automaten, Kontrolleure bekommen neue Aufgaben, also ist bis ins Detail geplant. “Das steht uns einfach gut zu Gesicht und trägt enorm zum Image und zur Attraktivität Luxemburgs bei”, sagt der liberale Premierminister Xavier Bettel zu der Neuerung. Die Steuerzahler in Luxemburg kommen heute schon für 90 Prozent der Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel auf, wie der Premierminister auf Nachfrage zu den Kosten erklärt. Zur Zeit seien es knapp 500 Millionen Euro, die für die öffentlichen Verkehrsmittel aufgebracht werden. Diese Summe werde sich mit den Gratisfahrten um fast zehn Prozent erhöhen, gute 40 Millionen Euro haben die Finanzexperten Luxemburgs für die Mehrkosten errechnet. Die Regierung hat sich mit den Koalitionspartner auf ein Verkehrskonzept namens “Modu 2.0” geeinigt, um die Mobilität des Landes wieder mobil zu machen. “Modu 2.0” beinhaltet eine Reihe von Maßnahmen, so soll die finazielle Unterstützung für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr bis 2021 auf über 800 Millionen Euro steigen. Neue Parkplätze für Autopendler sollen das Umsteigen auf Bus und Bahn erleichtern, bis 2025 sollen die Park-and-Ride-Plätze verdoppelt werden. Hier streiten sich die Experten, ob das vorhalten neue Parkplätze zum Umsteigen motiviere. Extra Pendlerspuren sind geplant, um Autos mit mindestens drei Insassen schneller vorankommen zu lassen. Hauptziel sei es aber, zum Umsteigen zu motivieren. Dafür wird das vorhandene Busnetz reorganisiert und Schnell-Straßenbahn mit Spitzentempo 100 bis 2035 als Verbindung der Ballungszentren eingeführt. Die Luxemburger sind auf dem richtigen Weg, denn nicht der Preis entscheidet, sondern die Fahrtzeit. Wie lange brauche ich und wie bequem komme ich von A nach B? Es bringe nichts, ein Verkehrsmittel zu verteufeln, erklärt Luxemburgs Verkehrsminister Francois Bausch in diesem Zusammenhang. Die Lösung liege nicht in einem “Wundermittel”, sondern in der “intelligenten Nutzung und Kombination aller Verkehrsmittel, die es gibt”. (PM/Sr)

Kostenlos in den Osterferien Busfahren und noch ein Geschenk mitnehmen: Das gab es in Bad Reichenhall. Foto: Stadtwerke Bad Reichenhall

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