Kam bei Fahrgästen, sondern auch bei Sabine Groß (Mobilitätsdezernentin) und OVB-Geschäftsführerin Anja Georgi gut an: Der in Offenbach probeweise eingesetzte Elektrobus von Ebusco. Foto: OVB/Georg

In Offenbach wurde ein Elektrobus des niederländischen Herstellers Ebusco probeweise getestet. Die Fahrgäste der Linie 104 kamen rein elektrisch an ihr Ziel. Die Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) wollten in einem insgesamt dreitägigen Praxistest die Alltagstauglichkeit des Fahrzeugs im Linienbetrieb zwischen Bieber und Kaiserlei erproben. Für die Fahrgäste war die Mitfahrt kostenlos. Und nicht nur die Fahrgäste, sondern auch Sabine Groß, die neue verantwortliche Mobilitätsdezernentin, zeigte sich begeistert. Sabine Groß nahm gleich zum Start des Testbetriebs in einer ihrer ersten öffentlichen Amtshandlungen an einer Probefahrt teil – begleitet von Anja Georgi, Geschäftsführerin der Mobilitätsunternehmen NiO, OVB und MMO der Stadtwerke-Gruppe, und Olaf Ortmann, Leiter Betrieb und Technik der OVB. Sanft und leise setzte sich das auffällige Fahrzeug mit dem Mobilitätslogo der Stadtwerke in Bewegung. Kein lärmendes Dieseln beim Anfahren, kein Abgas in der Luft. Nur die Lüftung und das Abrollgeräusch der Reifen waren zu hören. „Das ist schon faszinierend“, sagt die Stadträtin und ist überzeugt: „Mit Hilfe der Elektromobilität können wir Offenbachs ohnehin schon umweltfreundlichen ÖPNV noch sauberer machen und damit einen wichtigen Beitrag zu Luftreinhaltung und Klimaschutz leisten.“ Der zwölf Meter lange und in Alu-Leichtbauweise gefertigte eBus kann rund 90 Personen befördern. Die Offenbacher Verkehrs-Betriebe gehen von einer Reichweite zwischen 220 und 250 Kilometern aus – genug für die rund fünf Umläufe auf der 13 Kilometer langen Strecke der Linie 104 zwischen den Endhaltestellen „S-Bahn-Station Bieber Bahnhof“ und „Kaiserlei-West“. Geladen wird das Fahrzeug über Nacht auf dem OVB-Betriebshof. Bereits im März 2016 hatten die OVB einen Elektrobus im Linienalltag auf Herz und Nieren geprüft. Auch dieses Fahrzeug trug ein niederländisches Kennzeichen, stammte jedoch vom Produzenten VDL und kam auf dem zehn Kilometer langen Linienweg der 106  zwischen „Wetterpark“ und „Caritas/Buchrainweiher“ zum Einsatz. Auch bei dem erneuten Praxistest geht es wieder darum, die Leistungskapazitäten von Elektrobussen im realen Alltagsbetrieb, also Reichweiten und Ladezeiten, zu erproben. OVB-Geschäftsführerin Anja Georgi: „Mit dem Linieneinsatz sammeln die OVB Erfahrungen mit den Fabrikaten verschiedener Hersteller und bereiten sich damit auf die für 2019 geplante schrittweise Umstellung der Stadtbusflotte auf Elektroantrieb vor.“ Noch 2019, erläutert OVB-Betriebsleiter Olaf Ortmann den „Zeitfahrplan“, sollen die ersten sieben Elektrobusse in Betrieb genommen werden, bis 2023 bereits 36 Stadtbusse elektrisch fahren. Das entspricht rund 45 Prozent der gesamten Fahrzeugflotte. Nach und nach, so sieht es das Nahverkehrskonzept der Stadt Offenbach vor, sollen alle Dieselbusse durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden. Ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 soll Offenbachs Nahverkehr leistungsfähiger und attraktiver werden, um mehr Menschen für den ÖPNV zu gewinnen. Die Linienbusse werden dann häufiger und länger fahren. „Der verstärkte Einsatz der Elektromobilität ermöglicht es uns, unser Leistungsangebot um ein Drittel auszubauen und dennoch in den nächsten Jahren den Schadstoffausstoß unserer Busflotte zu senken“, erläutert Anja Georgi. Mobilitätsdezernentin Sabine Groß zieht das Fazit: „Mit einem gut ausgebauten und elektrifizierten Nahverkehrssystem machen wir einen großen Schritt nach vorne, um Probleme wie Verkehrsbelastung und Luftverschmutzung in Offenbach in den Griff zu bekommen.“

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