Der Landkreis München wollte es wissen und hat TCO berechnen lassen. Foto: Solaris, Landkreis München, Schreiber; Montage: omnibus.news

Im Landkreis München ist nur ein ein Elektrobus im Einsatz, das soll sich ändern. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat der Landkreis München nachgerechnet bzw. rechnen lassen: Um möglichst viele Linien zügig auf Elektromobilität umzustellen, wurden mit TTK und Blic entsprechende Verkehrsplaner ins Boot geholt mit einer entsprechenden Studie beauftragt. Politisch gewollt treibt der Kreistag die Verkehrswende im Landkreis voran, die Süddeutsche Zeitung zitiert Landrat Christoph Göbel (CSU)  mit “so schnell wie möglich”.

Die Umstellung auf Elektromobilität geschieht aber nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern nur da, wo sie auch sinnvoll erscheint. Doch das erweise sich als komplizierter als gedacht, wie Martin Mühlfenzl von der Süddeutschen Zeitung schreibt. Die Umrüstung von Diesel- auf Elektro- und oder Wasserstoffbusse braucht Zeit, da sind sich Planer und Politiker unisono einig. Und auch mit Blick auf die Kosten scheint Konsens zu bestehen.

Dass das Vorhaben mit Mehrkosten verbunden ist, ist bekannt. Doch wie viel genau müssen veranschlagt werden? Die Studie der Verkehrsplaner betrachtet die TCO von batterielektrischen Linienbussen genauso wie die der Linienbusse mit Wasserstoff-Technologie. 13 Linien wurden im gesamten Landkreis München in den Fokus genommen.

Elektro- und Wasserstoffantrieb führen zu Mehrkosten, die Betriebskosten eines wasserstoffbetriebenen Linienbusses mit  Brennstoffzelle seien auf die Laufzeit von zehn Jahre gerechnet deutlich höher als die eines batterieelektrischen Linienbusses. In ihrer Studie kommen die Verkehrsplaner diesbezüglich auf ein Plus von 60 Prozent.

Trotz der Mehrkosten verwerfen die Verkehrsplaner Linienbusse mit Brennstoffzelle nicht, denn der Freistaat Bayern investiert Millionen in die Technologie und ausgewählte Regionen gehören zur Wasserstoff-Modellregion HY-Bayern. Die Studie sorgt für Gesprächsstoff, nicht nur wegen der Mehrkosten für einen wasserstoffbetriebenen Linienbus mit Brennstoffzelle an Bord.

Politiker und Verkehrsbetriebe sowie die betroffenen Gemeinden und Städte müssen das Gespräch suchen, denn was passiert, wenn ein Elektro- oder Brennstoffzellenbus den Landkreis samt der vorhandenen Ladeinfrastruktur verlässt? Steht an der Landesgrenze immer eine Ladestation?

Ein zukunftsorientiertes, attraktives Angebot im öffentlichen Personennahverkehr kann nur dann erreicht werden, wenn der Blick auch über die Landkreisgrenzen hinaus gerichtet wird und sämtliche öffentliche Verkehrsmittel, selbst wenn die Zuständigkeit nicht beim Landkreis liegt, mit einbezogen werden. (LandkreisMünchen/Süddeutsche/MVV/PM/Sr)

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