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Klassiker von Magirus-Deutz im Dienst der PTT: Der kompakte Clubbus aus Mainz.

Klassiker von Magirus-Deutz im Dienst der PTT: Der kompakte Clubbus aus Mainz.

Magirus-Deutz stellte 1969 einen Clubbus vor, den 120 R 80. Das mit Starrachsen ausgestattete Fahrzeug war auf einem Rahmenfahrgestell aufgebaut und vergleichsweise einfach konstruiert, um auch Märkte in weniger entwickelten Ländern zu erschließen. Hierfür war vor allem das Fahrgestell des Clubbusses gedacht, das über 300 produziert und überwiegend exportiert wurde. Vom Komplettbus R 80 wurden über 340 Fahrzeuge bis 1977 gebaut, als der Nachfolger vorgestellt wurde. Schon als erstes Baumuster war der Clubbus ein Klassiker im Programm von Magirus-Deutz. Wegen des größeren Motors hieß der Clubbus dann 130, was auf die 130 statt der bisherigen 120 PS verweist. Der neue 130 R 81 hatte eine überarbeitete Frontpartie mit einer schwarzen Kühlergrill-Attrappe. Außerdem hatte der Clubbus einen kürzeren Radstand sowie einen längeren hinteren Überhang. Diese Änderung ist mit der Lieferung von Rohkarossen an Iveco zu erklären, denn die Fahrzeuge für Italien erhielten noch am Produktionsort in Mainz die dafür vorgesehenen Fiat-Motoren – diese brauchten mehr Platz im Heck. Für den Einbau des luftgekühlten Deutz-4-Takt-6-Zylinder-Reihenmotors mit Direkteinspritzung, der 96 130 PS leistete, bedeutete diese Platzvergrößerung aber auch eine bessere Zugänglichkeit und außerdem die Möglichkeit, weitere Schalldämmaßnahmen zu verbauen. Vier Jahre später gab es ein erneutes Facelift, jetzt fuhr der kleine Reisebus optisch dem großen M 2000 angenähert vor: Doppelstoßfänger aus Kunststoff, dazu eine einteilige Windschutzscheibe waren die Erkennungsmerkmale. Beide Baumuster waren bei der Schweizer Post im Einsatz, die den Clubbus wegen seiner kompakten Form schätzte, vor allem mit Blick die auf die engen Alpenpässe. Als dann 1979 noch eine turboaufgeladene Version mit 145 PS angeboten wurde, war der R 81 für die Bedürfnisse in den Bergen perfekt ausgestattet. Der jetzt 160 R 81 Turbo genannte Clubbus wurde in über 70 Exemplaren von der Schweizer Post bestellt und ersetzte die letzten Schauzenbusse auf vielen Bergstrecken. Der kompakte Magirus-Deutz hatte Mitte der 70er Jahre einen stolzen Grundpreis: 122.600 DM verlangte man in der Grundausstattung für den 130 R 81. Wer damals als Unternehmer noch eine Klimaanlage, die Düsenbelüftung, die Pullmanbestuhlung sowie das Tempo-100-Paket und eine 5-Farben-Lackierung wollte, musste 165.522 DM bezahlen. Nach der Werksschließung 1982 wurden bereits fertige und auf Halde stehende Fahrzeuge nach und nach verkauft, was dazu führte,  dass einige Clubbusse erst in den Jahren 83 und 84 zugelassen wurden. In Italien lebte der R 81 nach dem Ende der Produktion in Deutschland noch eine Weile, er wurde als Iveco 315 vermarktet. In Deutschland stieg Iveco mit der Einstellung der Busproduktion bei Magirus-Deutz aus dem Omnibusmarkt aus. Konrad Pernetta vom Modellbusmarkt-Oberammergau bietet den Magirus-Deutz 160 R 81 Turbo als Handarbeitsmodell im Maßstab 1/87 in der Ausführung der Schweizer Post zur Zeit in seinem Onlineshop exklusiv an.

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