Neues Modell der französischen Sammelserie Autobus & Autocar du Monde: Der O 10.000 als rollendes Postamt. Foto: van Unen

Der Modellbusmarkt in Oberammergau ist bei Modellbusfans beliebt, denn es gibt immer etwas Besonderes: Jetzt meldet Konrad Pernetta eine IXO-Formneuheit für die Hachette-Sammelserie, die in Frankreich über den Kiosk vertrieben wird: Ein rollendes Postamt auf Basis des legendären Mercedes-Benz O 10.000. Das Basismodell hat IXO schon zum Start aufgelegt, jetzt gibt es eine neue Form, denn die mobile Post ist sichtbar kürzer – von Änderungen im Bereich der Karosserie einmal ganz abgesehen! Die Geschichte des mobilen Postamtes auf Basis des Mercedes-Benz O 10.000 beginnt schon weit vor seiner Zeit: Vor mehr als 500 Jahren übertrug der deutsche Kaiser Maximilian I. dem Fürsten Johannes von Taxis die Aufgabe, den Postverkehr zu übernehmen. Der richtete ein Netz von Postkutschen ein, die sowohl Briefe und Pakete als auch Personen über weite Strecken beförderten. Seine Kutschen lackierte er in den Farben des kaiserlichen Wappens: Gelb und Schwarz. Das Exponat aus dem Mercedes-Benz Museum in Stuttgart ist Teil der Collection 2 und mit der Farbgebung schnell als Postfahrzeug zu erkennen. Er gehörte zur Österreichischen Kraftpost, die wie einst der Fürst von Taxis Briefe, Pakete und Personen beförderte. So fuhren vor gut 60 Jahren viele Wiener in diesem schwarz-gelben Postomnibus ins Burgenland und wieder zurück. Im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart ist das große Vorbild zu bestaunen, das IXO 43-fach verkleinert hat. Seit dem erzwungenen Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938 wurden dort zunehmend Omnibusse deutscher Hersteller verwendet. Nach dem Zweiten Weltkrieg besaß die Post in Österreich noch sieben Exemplare des O 10.000. Sie durfte die schweren Dreiachser nur mit einer Sondergenehmigung einsetzen und betrieb sie im Überlandverkehr – zum Teil mit einem Anhänger, der weitere Passagiere aufnahm. Bis Ende der 50er-Jahre fuhren sie im Dienst der österreichischen Post. Das im Mercedes-Benz Museum ausgestellte Fahrzeug wurde zunächst als Paketwagen auf der Strecke Salzburg-Wien genutzt. Später stand es – zum mobilen Postamt umgebaut – regelmäßig bei den Salzburger Festspielen. Nach gut 40 Jahren im Einsatz wurde der O 10.000 endgültig stillgelegt. Das seltene Stück wurde vor der Verschrottung gerettet und gehört seit 1987 zur Sammlung des Mercedes-Benz Museums. Der Dreiachser ist der größte Mercedes-Benz Omnibus, der vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Er bot 47 Sitz- und 23 Stehplätze und hatte ein zulässiges Gesamtgewicht von 18 Tonnen. Der kleine Riese ist ab sofort im Modellbusmarkt Oberammergau erhältlich. Konrad Pernetta bietet auch alle anderen bisher aufgelegten Modelle der französischen Sammelserie Autobus & Autocar du Monde.

Die IXO-Modellmacher haben originalgetreu die kürzere Karosserie übernommen.Foto: Schreiber

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