Die KVG hat den kleinen Leo, einen Sileo S10, wieder zurück im Fuhrpark. Foto: KVG

Die Kraftverkehrsgesellschaft mbH Braunschweig (KVG) befördert die Fahrgäste im Stadtverkehr Helmstedt wieder mit einem Elektrobus. Das Fahrzeug vom Typ Sileo S10 ersetzt einen baugleichen Bus, der am 10. August 2017 erstmals im Stadtverkehr Helmstedt verkehrte. Dieser wurde jedoch nach rund zwei Wochen auf dem Firmengelände des Salzgitteraner Busherstellers Sileo durch einen Brand zerstört. Dort war er für geringfügige Garantiearbeiten abgestellt. Der kleine „Leo“ (KVG-Projekttitel für Linienbetrieb mit elektrischen Omnibussen) befördert nun seit Sommer wieder Fahrgäste auf den KVG-Linien 391 und 392. Der Elektrobus Sileo S10 hat eine garantierte Batteriereichweite von 200 Kilometern. Er wird schadstofffrei mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien angetrieben und ausschließlich auf dem KVG-Betriebshof Helmstedt geladen. Dadurch entfällt der Aufbau einer kostenaufwändigen Infrastruktur im Liniennetz. Für KVG-Geschäftsführer Axel Gierga ist die Stadt Helmstedt ein ideales Einsatzgebiet: „Aufgrund der hohen Batteriereichweite könnten wir bereits heute den gesamten Stadtverkehr vom Diesel- auf Elektroantrieb umstellen.“ Bis zum Jahr 2023 beabsichtigt die KVG in der Stadt und im Landkreis Helmstedt 12 Elektrobusse einzusetzen. Dies beschloss kürzlich der KVG-Aufsichtsrat auf Basis eines positiven Fazits aus dem KVG-Projekt „Leo“. Wittich Schobert, Bürgermeister der Stadt Helmstedt sowie Aufsichtsratsmitglied der KVG, freut sich über die Rückkehr des kleinen „Leo“ in Helmstedts Stadtbild: „Sein Einsatz unterstreicht die städtischen Anstrengungen unsere Heimat für Bürger und Besucher noch lebenswerter zu machen. Daher setzt sich die Stadt auch für den weiteren Ausbau des batteriebetriebenen Antriebs im ÖPNV ein.“ Durch den geplanten Ausbau der Elektromobilität, auf KVG-weit 48 Elektrobusse in den kommenden 5 Jahren, erwartet die KVG einen jährlichen Rückgang des Dieselverbrauchs um 930.000 Liter sowie der CO2-Emissionen um 3.200 Tonnen. Zudem wird die Bevölkerung einen spürbaren Rückgang der Lärmemissionen feststellen, da die Motorgeräusche der Busse einen Anteil von 60 bis 80 Prozent der Gesamtgeräusche verursachen. Neben dem kleinen „Leo“ in Helmstedt verkehren in Salzgitter und Wolfenbüttel seine zwei größeren Brüder vom Typ Sileo S12. Die  Elektrobusse der KVG haben als sogenannte Zukunftsbusse weitere Extras für die Fahrgäste an Bord: Auf einem Doppel-TFT-Monitor erhalten diese Informationen zum aktuellen Fahrtverlauf mit Echtzeitinformationen über Umsteigemöglichkeiten an wichtigen Haltestellen. An einigen Sitzplätzen befinden sich USB-Anschlüsse zum Laden von mobilen Endgeräten. Zudem bietet die KVG ein kostenloses mobiles WLAN an. Die KVG erhielt durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) für die Anschaffung der Elektrobusse eine Förderung in Höhe von rund 40 Prozent der Beschaffungskosten. Der Aufsichtsrat der KVG hat in seiner Sitzung am 12. April 2018 grünes Licht für die Umstellung der KVG-Busflotte auf rund 25 Prozent Elektrobusanteil gegeben. Die derzeit drei Fahrzeuge umfassende Elektrobusflotte soll bis 2023 auf 48 Solobusse mit elektrischem Antrieb wachsen. In diesem Jahr beabsichtigt die KVG bereits sechs neue E-Busse zu beschaffen. Voraussetzung dafür ist eine Förderung aus Finanzmitteln des Landes Niedersachsens und/oder des Bundes. Mittelfristig plant die KVG ihre batteriebetriebenen Fahrzeuge gleichmäßig auf den Betriebshöfen Salzgitter-Lebenstedt, Salzgitter-Bad, Wolfenbüttel und Helmstedt zu stationieren. Grundlage für den zukunftsweisenden Beschluss des KVG-Aufsichtsrats ist das positive Fazit aus dem Projekt Leo.

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