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Keyou arbeitet an einem Umbaukit für Verbennungsmotoren, so dass dann Wasserstoff genutzt werden kann. Foto: Keyou

Ob Elektrofahrzeuge alsbald das Straßenbild beherrschen, ist längst noch nicht ausgemacht. Ein elektrischer Antrieb ist zur Zeit noch relativ teuer und seine Ökobilanz fraglich. Eine weit wirtschaftlichere und dennoch ökologische Lösung ist der Wasserstoffmotor. Das Münchener Startup-Unternehmen Keyou setzt auf diese Alternative. In Kürze will die Firma einen Prototyp vorstellen. Danach soll eine etwa zweijährige Testphase folgen, und nach deren Abschluss der Start der Serienproduktion. Laut einer Studie, die das Fraunhofer Institut für Bauphysik im Auftrag des BMVI durchführte, fallen bei der Produktion von Elektroautos 60 Prozent mehr CO2 an als bei Autos mit Verbrennungsmotoren. Ungeklärt ist zudem das Thema Recycling. Erkenntnisse wie diese sind offenbar noch nicht ins öffentliche Bewusstsein gelangt. Der E-Antrieb beherrscht scheinbar konkurrenzlos die gegenwärtigen Diskussion über die Mobilität der Zukunft. Dabei gibt es eine weitere, und zwar heute schon praxistaugliche Alternative: den nur Wasserdampf emittierenden Wasserstoffmotor. Diesen zu etablieren, hat sich das Münchener Startup-Unternehmen Keyou zum Ziel gemacht – und zwar in Form eines Umbaukits, den es auch für Busmotoren geben soll. Flottenbetreiber, Verkehrsbetriebe und Busunternehmen brauchen nur in einen Umbaukit zu investieren, nicht in komplett neue Fahrzeuge. Dass der Wasserstoffmotor ein praxistauglicher Alternativantrieb ist, wurde schon mehrmals bestätigt. Eines der jüngeren Projekte lief von 2010 bis 2015 mit vier Stadtbussen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Rahmen der Clean Energy Partnership (CEP), einer vom BMVI geförderten Initiative. Der Abschlussbericht kommt zu dem Ergebnis, „dass diese Verbrennungstechnologie über eine sehr hohe Betriebssicherheit verfügt und kurzfristig wirtschaftlich betrieben werden kann.“ Dem parallel untersuchten Brennstoffzellenantrieb, bei dem aus Wasserstoff elektrische Energie erzeugt wird, bescheinigt der Bericht hingegen „hohe Beschaffungskosten“ und „hohe Ausfallzeiten“. Namhafte Motoren- und Bushersteller zeigen sich angetan von dem Technologieansatz und Gesamtkonzept von Keyou, lässt es doch den Spielraum, zu marktfähigen Kosten auf den vorhandenen Fertigungslinien zu produzieren. Die Umbaukits könnten selbstverständlich auch in die laufende Motorproduktion für Neufahrzeuge eingeschleust werden. Keyou hat bereits einen Kooperationsvertrag mit einem Motorenhersteller sowie LOIs mit Transport- und Verkehrsbetrieben geschlossen.

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