Weltpremiere auf der IAA Transportation 2022: Der e-Ata Hydrogen von Karsan. Foto: omnibus.news/cm

Karsan enthüllte in Hannover den e-Ata Hydrogen. Foto: omnibus.news

Der Fahrgastraum orientiert sich an der e-Ata-baureihe. Foto: Sustainable Bus

Der Wasserstoff wird auf dem Dach in Tanks aus Verbundwerkstoff transportiert. Foto: Karsan

Optisch ist der e-Ata Hydrogen von der BEV-e-Ata-baureihe durch den vorderen Dachaufbau zu unterscheiden. Foto: omnibus.news/cm

Karsan hat gestern auf der IAA Transportation in Hannover als Weltpremiere einen 12m langen e-Ata Hydrogen präsentiert. Der metallicblau lackierte Linienbus mit Brennstoffzellenantrieb kann nach Angaben des türkischen Busherstellern 95 Fahrgästen befördern. Als Reichweite nannte mindestens 500 Kilometer.

Damit das möglich wird, wurde eine 70 kW-Brennstoffzelle verbaut, außerdem ist noch eine Batterie mit einer Kapazität von 30 kWh als Hilfsenergiequelle mit an Bord. Im Notfall könne man deren Energie für extreme Straßenverhältnisse wie beispielsweise das Anfahren am Berg nutzen, wie es hieß.

Wie beim Wettbewerb setzt auch Karsan zur Speicherung des Wasserstoffs auch auf leichte Tanks aus Verbundwerkstoff. Deren Fassungsvermögen wurde im Rahmen der Vorstellung mit 1.500 Litern angegeben. Das Wasserstoff-Fassungsvermögen in Kilogramm beträgt 37,5 kg, der Druck 350 bar.

Nach der Einführung der e-Ata-Baureihe geht Karsan den nächsten Schritt und macht aus dem BEV-Bus einen FCEV-Bus. Der Markt für FCEV-Busse scheint seit einem Jahr der Nische entwachsen zu sein, Karsan gibt sich optimistisch und geht von einem Marktanteil bis 2030 von 15 Prozent aus. Dieses Wachstum bestätigt die Marktbeobachtungsanalyse von Chatrou CME Solutions, im ersten Halbjahr 2022 wurden 49 Neuzulassungen in diesem Segment nachgewiesen.

In Summe sind in Europa derzeit 310 Omnibusse im Einsatz, der türkische Bushersteller geht bei 15 Prozent Marktanteil von einem Volumen von rund 2.000 Fahrzeugen in diesem Segment aus. In Hannover warb man damit, dass der e-Ata Hydrogen  binnen sieben Minuten mit Wasserstoff betankt werden könne.

Auch sonst habe der FCEV-Bus alles an Bord, was der Markt verlange: Von bewährten Komponenten der europäischen Buszulieferindustrie im Antriebsbereich bis hin zu einem digitalen Spiegelersatzsystem, einem Abstands- und Spurhalteassistenten, einer Toter-Winkel-Überwachung oder einer klimaneutrale Klimaanlage, um nur einige Beispiele zu nennen, wie es seitens Karsan hieß.

Okan Baş, CEO von Karsan: “FCEV-Busse wie unser e-Ata Hydrogen sind im ÖPNV noch eine sehr neue Technologie. Derzeit sind nur zwei Prozent des Stadtbusmarktes in Europa mit der Wasserstofftechnologie ausgestattet. Aber genau wie BEV-Busse werden auch FCEV-Busse in den kommenden Jahren mehr werden.” (Karsan/PM/Sr)

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