Markus Schüpbach zeigt auf den Sensor, der die Fahrgäste zählt. Foto: PostAuto

Seit die Corona-Pandemie die Buswelt beherrscht, sind weltweit die Fahrgastzahlen im ÖPNV rückläufig. Auch in der Schweiz, wie PostAuto mitteilt: Erstmals sind seit Jahrzehnten weniger Menschen unterwegs gewesen, 127 Millionen Fahrgäste fuhren 2020 mit PostAuto, ein Jahr zuvor waren es 167 Millionen – ein Minus von einem Viertel. Doch wie weiß man überhaupt, wie viele Menschen ins Fahrzeug ein- und aussteigen? Einblicke mit Markus Schüpbach, Verantwortlicher für die Fahrgastzählung bei PostAuto. Zahlen der Fahrgastzählung sind für PostAuto essenziell, denn sie bestimmen, wie viele Einnahmen PostAuto von den Tarifverbünden erhält. Es sind rund 100 Millionen Franken jährlich, so die Aussage der Schweizer. Die Daten sind aber nicht nur für die Einnahmen wichtig. Sie zeigen auch auf, wie stark die Linien und Fahrzeuge ausgelastet sind. Daher sind sie auch sehr wertvoll für die Planung des Betriebs und strategische Entscheide für das künftige Angebot. Oberhalb der Türen sind 15 Zentimeter lange Sensoren angebracht, die die ein- und aussteigenden Fahrgäste erfassen. Um Big Brother handelt es sich aber keineswegs, wie man seitens PostAuto betont. Der eingesetzte Sensor produziert mit Infrarotlicht 3D-Höhenbilder, kann aber keine Gesichter erkennen. Die Software des Sensors wertet diese Höhenbilder in Echtzeit aus, rechnet sie in ein- und aussteigende Personen um und sendet sie regelmässig vom Fahrzeug verschlüsselt an einen zentralen Datenserver. Die Spezialisten der Fahrgastzählung analysieren dann die Daten und bereiten sie auf. Nicht jedes PostAuto ist mit einem automatischen Zählsystem ausgestattet. Rund 960 der 2.400 Fahrzeuge verfügen über solche Sensoren. Jeder der 180 PostAuto-Betriebshöfe verfügt über solche Zählfahrzeuge. Der Fahrzeugdisponent plant sie dort über das ganze Jahr in regelmässigen Abständen auf den einzelnen Linien ein. Auf diese Weise werden mindestens ein Drittel aller Postautofahrten gezählt. “Diese Einzelzählungen werden dann von der Software repräsentativ auf das Gesamtangebot hochgerechnet und zeigen uns sehr verlässlich, wie viele Menschen wann und wo mit uns unterwegs sind”, sagt Markus Schüpbach. Bisher war jedes Jahr ein Rekordjahr. Aber 2020, im ersten Corona-Jahr, reisten erstmals deutlich weniger Menschen im Schweizer ÖPNV: “Vielleicht werden auch in Zukunft mehr Leute Homeoffice machen und virtuelle Treffen abhalten. Es wird sich auch zeigen, wie stark die Touristen aus dem Ausland zurückkommen. Daher könnte es deshalb noch einige Zeit dauern, bis PostAuto die bisherige Rekordzahl des Jahres 2019 mit 167 Millionen Fahrgästen wieder erreicht oder sogar übertrifft”, sagt Markus Schüpbach. Weiterhin gilt deshalb: Jeder Fahrgast zählt! (PostAuto/PM/Sr)

Der Sensor erfasst das Ein- und Aussteigen in Form von groben Höhenbildern. Foto: PostAuto

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