Sorgte beim Fachttag innovativer ÖPNV in Ulm für Aufsehen: Der Sileo S12. Foto: OVA Aalen

Letzte Woche fand in Ulm der Fachtag innovativer ÖPNV statt, zu dem der BUND, unw e.V., WBZU und lokale agenda ulm 21 eingeladen hatten. Im Fokus standen Themen wie Elektromobilität mit regenerativ erzeugtem Strom, ressourcenschonende Antriebsysteme und optimierte Infrastruktur als Lösungen für einen zukunftsfähigen öffentlichen Verkehr. Ein Elektrobus stand auf dem Münsterplatz zum Besichtigen bereit, das Infomobil der Linie 2 informierte über Ulms Straßenbahnausbau, ein Autohaus zeigte mehrere Elektro-PKW und auf einem Parcours konnten die elektrisch angetriebenen Carts von Ecodrom Neu-Ulm getestet werden. Am Nachmittag informierten im Stadthaus-Saal hochkarätige Vorträge darüber, welche Systeme bereits im Einsatz sind, welche Unterstützung es von staatlicher Seite für einen modernen öffentlichen Personenverkehr gibt und welche Schritte nötig und geplant sind, um in der Region ein zukunftsfähiges Netz aufzubauen. Am Abend diskutierten Oberbürgermeister Gunter Czisch, der Geschäftsführer SWU Verkehr André Dillmann, der Geschäftsführer von E-mobil BW Franz Loogen und der Leiter des ZSW Prof. Dr. Werner Tillmetz über den ÖPNV der Zukunft. Besonderes Aufsehen erregte der Elektrobus, der von der OVA Aalen zur Verfügung gestellt wurde. In Aalen ist der Sileo S12 seit Dezember 2016 im Einsatz. André Dillmann, Geschäftsführer der SWU-Verkehr sagte im Rahmen der Diskussion, „dass uns die deutschen Hersteller von E-Bussen noch im Stich lassen.“ Serienreife Busse kämen erst 2018/2019 auf den Markt. Der Geschäftsführer der SWU-Verkehr will im nächsten Jahr mit einem Elektrobus die nötigen Erfahrungen für den ÖPNV der Zukunft sammeln. Mit welcher Marke er das machen werde, sagte er nicht – hinter vor gehaltener Hand wurde in Ulm aber von einem Sileo S12 gesprochen. Auch in Ulm werde man zukünftig stromern, ein Blick über den Tellerrand zeige, dass das im ÖPNV eine Lösung sei: In China seien bereits 150.000 Elektrobusse im Einsatz. Und es sei nachgewiesen, dass weltweit am meisten Kohlendioxid mit dem alternativen Nahverkehr eingespart werde, so eine Aussage in der Diskussionsrunde. Und bei einem Blick in die Zukunft wurde klar, dass Linienbusse auch in Ulm automatisiert werden würden und die Modernisierung des Nahverkehrs viel schneller vorangehe, als man es sich heute vorstellen könne. Der Fachtag für innovativen ÖPNV gab Antworten, zeigte Beispiele und bot die Möglichkeit, mit Fachleuten und Anwendern ins Gespräch zu kommen. Als Fazit konnte man festhalten, dass der ÖPNV einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Verkehrssituation in den Städten leistet. Wie genau der öffentliche Nahverkehr in Ulm in ein paar Jahren aussehen wird, blieb aber dennoch offen. Sicher ist: Es werde sich sehr viel sehr schnell ändern, davon zeigten sich die Referenten überzeugt.

 

Teilen auf: