Saviem S53R: Die Bus-Ikone aus Annonay im Maßstab 1/43. Foto: van Unen

Als 64. Modell aus der Kioskserie Autobus et Autocars du Monde hat der französische Hachette-Verlag einen Saviem S53R ausgewählt, wie Konrad Pernetta vom Modellbusmarkt Oberammergau berichtet. Das Modell ist in gewohnter Qualität als Kunststoffmodell mit Fahrgestell aus Metall erschienen. Und wieder überzeugen die gelungenen Gravuren und die saubere Bedruckung. Die Ikone des französischen Busbaus wurde in 38.000 Exemplaren über einer Produktionszeitraum von 40 Jahren gefertigt und war war so einer der erfolgreichsten Busse Westeuropas. Begonnen hat die Karriere des S53 bereits im Jahr 1949, als Renault den R4190 vorstellte. Obwohl die ursprüngliche Konstruktion immer wieder weiterentwickelt wurde, blieb das Grundkonzept des R4190 erhalten: selbsttragende Bauweise mit Unterflurmotor und Einzelbereifung an der Hinterachse. Selbst die „Krückstock-Schaltung“ im Armaturenbrett blieb bis zum Schluss ein Merkmal dieser Baureihe. 1958 erfolgten die ersten Retuschen und der Bus bekam den Namen Saviem ZR20. Einige Dutzend ZR20 waren sogar bei der Deutschen Bundespost im Saarland im Einsatz. 1968 erfolgte die nächste Evolution: Mit neuen Bezeichnungen wie S45 (10,3m), S53 (11,3m) und S105 für den Stadtbus S105 samt Heckplattform lebte die Ikone weiter. Der Motor von Renault wurde dabei durch einen MAN D0836 HM4U ersetzt. Jetzt gab es satte 165 PS! Die Baureihe war ungemein erfolgreich, weil sie das Robuste mit dem zudem noch günstigen Anschaffungspreis und dem Genügsamen im Unterhalt kombinierte. Bei über 90% aller französischen Verkehrsbetriebe und darüberhinaus in vielen Staaten Afrikas war die Baureihe zu finden. Mit der Zusammenführung der zwei Nutzfahrzeug-Giganten namens Saviem und Berliet zur Renault Véhicles Industriels (RVI) im Jahr 1978 erfuhr die Baureihe S45 eine letze große Änderung: Der Wagenkasten bekam eine großflächige Verglasung, die bis in das nun flache Dach reichte – was dem Bus ein durchaus modernes Erscheinungsbild verlieh. Der Modellbezeichnung folgte dementsprechend ein „R“ ( = restylé) nach der Zahlenkombination. Trotz der ungebrochenen Beliebtheit dieser Baureihe – bei Produktionsende war der S45/S53 immer noch der meistverkaufte Bus Frankreichs – waren die Zeiten der Mehrzweck-Hochbodenbusse alter Prägung vorbei. 1993 lief der letzte S53R im Produktionsort Annonay vom Band. 43-fach verkleinert ist das Modell der rollenden französischen Ikone nun beim Modellbus,arkt in Oberammergau erhältlich.

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