Die IIA hat die ersten neuen Linienbusse für Rom ausgeliefert. Foto: IIA

Lange Zeit stand es schlecht um die Agenzia del trasporto autoferrotranviario del Comune di Roma (ATAC). Der Verkehrsbetrieb in Rom war de facto pleite, ein Konkurs unausweichlich. Doch das konnte sich die Stadt Rom nicht erlauben, denn sie ist Bürge der ATAC. Also musste ein Plan her. Marco Rettighieri sollte die ATAC retten, bekam aber zu wenig Unterstützung – von den Mitarbeitern und den Verantwortlichen aus der Politik. Nachdem er das Handtuch hingeworfen hatte, kam Bruno Rota. Die Römer hofften, dass der erfahrene Manager den ÖPNV nach Mailand auch in Rom wieder zurück auf den Pfad der Tugend bringen könnte. Doch Rota konnte Rettighieri nur den Rücken stärken, in Rom schien das Aus besiegelt. Das städtische Busunternehmen wies ein Defizit von 1,5 Milliarden Euro auf, wie in den Tageszeitungen Roms und Papieren der Parteien übereinstimmend zu lesen war. Und das, obwohl die ATAC jedes Jahr mit über einer halben Milliarde Euro subventioniert wurde. Trotzdem präsentieren die Verantwortlichen am Ende des Jahres immer wieder ein neues Defizit. Und keine neuen Omnibusse, die so dringend für die maroden Fuhrpark benötigt werden. Dann kam mit der neuen Bürgermeisterin Virgina Raggi die Wende. Langsam, für viele Römer zu langsam, aber immerhin: Die ersten von 227 neuen Linienbusse sind jetzt von der Industria Italiana Autobus SpA (IIA) an die ATAC übergeben worden. Die von der Stadt Rom bestellten 10 Meter und 12 Meter langen Diesel- und CNG-Busse wurden von Karsan im türkischen Werk in Bursa hergestellt und bei der IIA in Flumeri für den Einsatz ausgerüstet.

In den Hausfarben der ATAC und technisch auf der Höhe der Zeit sind die neuen Busse für Rom. Foto: IIA

“Mit zunächst 227 neuen Bussen ist ein entscheidender Schritt zur Wiederbelebung des öffentlichen Nahverkehrs in Rom gelungen”, so Raggi. Und Paolo Simioni, CEO von ATAC, ergänzt: “Die Erneuerung der Flotte ist die Grundlage, um die Ziele des ATAC-Rehabilitations- und Revitalisierungsplans zu erreichen. Mit der Bestellung der Busse über Consip (einem vom italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen gegründetem Unternehmen) werden die Prognosen und Pläne erreicht werden.” Cristiano Cannarsa, Chief Executive Officer von Consip, kommentiert: “Consip ist die Schnittstelle für die Verbindung von italienischen Firmen, um durch Rationalisierung öffentliche Ausgaben zu reduzieren. Der Kauf neuer Busse macht dies deutlich und ist ein wichtiger Impuls für Stadt, die lokale Industrie und das nötige Wachstum.”  Gut läuft es auch für Karsan: Die Citymood–Baureihe ist der Schlüssel für das stete Exportwachstum der Türken, die an der Industria Italiana Autobus SpA mit 28,6 Prozent beteiligt sind. Zum Export der Menarinibus Citymood-Busse sagte Karsans Geschäftsführer Okan Baş: „Die IIA-Partnerschaft ist Teil unserer Strategie, eine globale Marke zu werden.Die Investition war von entscheidender Bedeutung. Und die Erhöhung unseres Anteils an der IIA erlaubt uns, in Europa mit stärkeren und zuversichtlicheren Schritten voranzuschreiten. Das Jahr 2019 hat beim Export unserer Menarinibus Citymood-Busse eine besondere Bedeutung erlangt. Mit den Bussen für Rom haben wir dieses Jahr in nur fünf Monaten insgesamt ein Auftragsvolumen von 320 bestellten Menarinibus Citymoods erreicht, was einem Wert von 61,3 Millionen Euro entspricht. Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit der IIA erwarten wir bis Ende des Jahres ein Gesamtexportvolumen des Citymood-Modells von über 1.000 Fahrzeugen.“

Karsan hatte seinerzeit von BredaMenarinibus die Rechte an der Citymood-Baureihe übernommen und baut sie unter dem Dach der IIA weiter. Foto: IIA

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