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Der „Standard-Streekbus“ von Verheul ist Teil der französischen Sammelserie. Foto: van Unen

Den Trend zur Standardisierung gab es auch in den Niederlanden, wie der Leyland-Verheul LVS 560 Baujahr 1968 beweist. Wie viele andere Karosseriebetriebe entstand die Firma Verheul aus einer Stellmacherei, die Dirk Verheul im Jahr 1900 in Waddinxveen übernahm. Nach dem ersten Weltkrieg begann man mit der Herstellung von Bus- und Lkw-Aufbauten, und bereits in den 30er Jahren wurden große Serien von Omnibussen karossiert. In dieser Zeit entsteht auch die Zusammenarbeit mit dem Nutzfahrzeughersteller Kromhout. Verheul und Kromhout begannen 1948 mit der Entwicklung und der Produktion von selbsttragenden Linienbussen, anfangs durchaus mit experimentellen Charakter. Schon 1953 wurde der selbsttragende „Holland Coach“ vorgestellt, der zum großen Erfolg wurde. Kaum war die Produktion im großem Stil angelaufen, beschloss der Partner Kromhout, den Fahrzeugbau aufzugeben. Verheul übernahm 1958 die Herstellung und den Vertrieb von Kromhout-Nutzfahrzeugen. Und parallel enstand mit dem VB10 eine neue Baureihe selbsttragender Busse – wahlweise mit Motoren von Kromhout, Leyland, AEC oder MAN. Zwei Jahre später verkaufte Henk Verheul seine Firma an die britische AEC, die wiederum nach 3 Jahren von Leyland übernommen wurde. Verheul wurde damit Teil der Leyland Motor Corporation, Produkte dieser Sparte hießen fortan Leyland-Verheul. Profis erkennen die Fahrzeuge auch an dem Verheul “V“ mit durchspringender „Leyland-Katze“ als Firmenzeichen. Im Zuge der Standardisierungsmaßnahmen der Niederländischen Staatsbahnen (NS) entwarf Verheul im Jahr 1967 den Überlandbus LVB 668, der mit der charakteristischen, 4-teiligen Frontscheibe und der neuen gelben Farbe zum Urvater aller „Standard-Streekbussen“ wurde. In den nächsten drei Jahren wurden große Serien des LVB an die NS-Tochterunternehmen geliefert. Auch Städte und Privatbetriebe kauften den „Standard-Streekbus“. Weitere LVB wurden als Trolleybusse an die Stadt Arnhem geliefert. Außerdem erzielte der LVB große Exporterfolge in Israel und Frankreich. Für die Stadt Groningen baute Verheul 1968 eine verkürzte und leichtere Version des LVB unter Verwendung von Fahrwerksteilen des Leyland Leopard – diese Fahrzeuge erhielten die Bezeichnung LVS 560. 20 Stück sollten an die GVG Groningen geliefert werden. 1970, nach Ablieferung des 17. Fahrzeugs, wurde die Fabrik von Verheul Fabrik von einem verheerenden Großbrand verwüstet. Leyland ließ die Fabrik nicht mehr aufbauen – die „Streekbus“-Produktion wurde zu Den Oudsten verlagert, die anderen Busse wurden bei Brossel in Belgien aufgebaut. Leyland Bus überlebte Verheul lediglich um zehn Jahre, bevor diese Sparte an Volvo verkauft wurde. Ein Leyland-Verheul LVS 560 in der rot/beigen Farbgebung der GVG Groningen überlebte als Museumswagen des Busmuseum Ijsseldijk. Dieser „Streekbus“ war Vorbild für 51. Modell der französischen Sammelserie namens Autobus et Autocars du Monde vom Hachette Verlag. Die43-fache Verkleinerung ist zur Zeit beim Modellbusmarkt in Oberammergau, wo es auch die anderen Modellbusse der Sammelserie gibt, erhältlich.

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