Schüler vor der rollenden Kochschule von MenüPartner aus Berlin. Foto: MenüPartner

Kindern gesunde und ausgewogene Ernährung nahezubringen, das ist das Ziel des Kochbusses. Mit einem Doppeldecker geht es auf kulinarische Entdeckungsreise. Die ersten Lebensjahre sind für das Erlernen und die Festigung eines gesunden Essverhaltens entscheidend. Aber: „Immer mehr Deutsche können gar nicht mehr richtig kochen“, so Martin Schneider. Als Kochbus-Manager und Eventkoch engagiert er sich beim Berliner Caterer MenüPartner für die Ernährungsbildung das Unternehmen bewirtschaftet viele Küchen in Kitas und Schulen. Schneider weiß, wovon er spricht: „Viele Kinder wissen nicht, wie das Obst oder Gemüse heißt, das ich ihnen zeige.“ Dem wirkt er mit einem Doppeldeckerbus entgegen, der aus dem Fuhrpark der Berliner Verkehrsbetriebe stammt.

Ein ausrangierter Linienbus wurde zur rollenden Kochschule umgebaut. Foto: MenüPartner

Der ausrangierte Linienbus SD 200 von MAN mit Baujahr Baujahr 1974 wurde nach den Vorgaben der Ernährungsprofis in eine rollende Küche verwandelt: Die Sitzbänke wurden aus- und eine komplett funktionierende Küche mit Kochstelle, Spüle und Arbeitsbereich samt aller Kochutensilien eingebaut. Neben der Küche gibt es noch einen Arbeits- und Essbereich im Oberdeck. Hier erfahren die Kinder Interessantes über die Bestandteile der gesunden Ernährung. Und auch, wie einfach der Umgang mit den Rohzutaten ist. „Jedes Kind erkennt, dass wirklich jeder kochen kann“, so Schneider. Im Kochbus wird gemeinsam geschrubbt, geschnippelt und schließlich gegessen. Laut Ernährungsreport 2017 haben die Deutschen wenig Lust, zu kochen. Stattdessen hätten sie mehr Hunger auf Fertiggerichte: Nur 39 Prozent stellen sich noch täglich an den Herd.

Martin Schneider ist als Kochbus-Manager mit dem Doppeldecker unterwegs. Foto: MenüPartner

„Schnell und einfach zubereitet sind vor allem Tiefkühlpizzen und andere Fertigprodukte“, so der Eventkoch. Bei den 14- bis 18-Jährigen liegt der Anteil derer, die sich gerne Tiefgekühltes in den Ofen schieben, bei 54 Prozent, bei den 19- bis 29-Jährigen sogar bei 60 Prozent. Experten warnen: Eine Ernährung mit Fertiggerichten und zuckerreichen Getränken gefährde die Gesundheit stärker als das Rauchen! Noch gibt es aber die Begeisterung für das Kochen, wie Martin Schneider im Doppeldecker mit den Kindern immer wieder feststellt. Das Problem: “Die Leute haben entweder nicht mehr die Zeit oder sind nicht mehr bereit, so viel Zeit zu investieren”, so Schneider. Und: Kinder würden das Kochen auch nicht mehr von den Eltern lernen. Das ändert der Berliner, der mit Leib und Seele hinter dem Kochbus steht. Alle Anfragen von Kindertagesstätten, Schulen oder Organisationen unter einen Hut zu bekommen, wäre in den letzten Jahren schwieriger geworden, denn die Nachfrage sei stetig gestiegen. Bis jetzt habe es aber immer geklappt, bundesweit dreht der Kochbus seine Runden: Je nach Tageszeit und Absprache mit dem Auftraggeber bereitet Martin Schneider mit jeweils 15 Kindern unterschiedliche Gerichte zu. Nach einer knappen Stunde kann gegessen werden. Spätestens dann schaut auch schon die nächste Gruppe neugierig durch die Scheiben und freut sich auf ein Kocherlebnis. Rüdiger Schreiber

Im Kochbus wird gemeinsam geschrubbt, geschnippelt und schließlich gegessen. Foto: MenüPartner

 

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