Die jetzt beschlossenen Neuerungen bedeuten nach Angaben des BMDV u.a., dass sich die Systeme künftig bei Unfallgefahr frühzeitiger einschalten. Foto: Daimler

2028 ist es soweit – spätestens dann müssen Notbremssysteme von Bussen und Lkw höhere Anforderungen, wie die Fußgängererkennung erfüllen. Auch dürfen sich die Systeme nicht mehr dauerhaft abschalten lassen. Notbremsassistenten werden noch sicherer und effektiver: Das deutsche Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) hat sich erfolgreich für höhere Anforderungen an die Fahrassistenzsysteme bei Bussen und Lkw eingesetzt.

Ein Notbremsassistent ist ein vorausschauendes Fahrerassistenzsystem, das bei Kollisionsgefahr warnt und, wenn erforderlich, selbsttätig eine Notbremsung einleitet. Es kann insbesondere helfen, Auffahrunfälle mit schweren Nutzfahrzeugen zu vermeiden. Notbremsassistenten sind abhängig von der Fahrzeugkategorie und -bauart schrittweise seit November 2013 EU-weit eingeführt worden, seit November 2018 ist diese Einführung abgeschlossen und seither für bestimmte Lkw und Busse (Neufahrzeuge und neue Typen) verpflichtend vorgeschrieben.

Notbremsassistenten werden noch sicherer und effektiver: Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) hat sich erfolgreich für höhere Anforderungen an die Fahrassistenzsysteme bei Lkw und Bussen eingesetzt. Die neuen Vorgaben wurden jetzt auf Ebene der Vereinten Nationen (UN) beschlossen. Die technische Expertengruppe der UN, die die Neuerungen beschlossen hat, wird von Deutschland und Japan geleitet.

Bundesminister Dr. Volker Wissing: “Mit den neuen technischen Vorschriften, die Lkw-Notbremsassistenten künftig weltweit erfüllen müssen, erhöhen wir die Verkehrssicherheit und reduzieren die Gefahr von Auffahr-Unfällen. Deutschland war hier ein wesentlicher Impulsgeber. Davon profitieren künftig auch Fußgänger, denn die neue Generation von Notbremsassistenten wird neben Fahrzeugen auch Personen erkennen. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten für den Einsatz der lebensrettenden Systeme. Deshalb geht es jetzt darum, die Vorgaben schnellstmöglich auf EU-Ebene umzusetzen. Auch dafür werden wir uns mit Hochdruck einsetzen.”

Die jetzt beschlossenen Neuerungen bedeuten unter anderem, dass sich die Systeme künftig bei Unfallgefahr frühzeitiger einschalten. Droht ein Fahrzeug auf ein stehendes Fahrzeug zu fahren, wird die Geschwindigkeit massiv reduziert. Dies kann insbesondere an einem Stau-Ende Leben retten. Außerdem können Notbremsassistenten in Zukunft nicht mehr dauerhaft manuell ausgeschaltet werden. Wird das System vom Fahrer deaktiviert, schaltet es sich nach 15 Minuten automatisch wieder ein.

Neu ist auch, dass Notbremsassistenten ihre Wirkung nicht mehr nur auf Autobahnen entfalten sollen: Die neue Generation von Notbremsassistenten muss neben Fahrzeugen auch Fußgänger erkennen können. Damit wird der Anwendungsbereich von Notbremsassistenzsystemen erstmals auf den innerstädtischen Bereich erweitert.

Die Änderungen gelten völkerrechtlich auf UN-Ebene ab September 2025 für neue Fahrzeugtypen und ab September 2028 für alle Neufahrzeuge. Diese internationalen Regelungen müssen in einem weiteren Schritt in verbindliches EU-Recht umgesetzt werden. Fahrzeughersteller können diese neuen Anforderungen grundsätzlich ab Inkrafttreten auf UN-Ebene anwenden und somit freiwillig früher verbesserte Systeme auf den Markt bringen.

Das BMDV wird sich nach eigenen Angaben auf europäischer Ebene mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die neuen Anforderungen und Einführungsfristen schnellstmöglich auch im Rahmen der EU-Fahrzeugtypgenehmigung verpflichtend verankert werden. Fahrzeughersteller können diese neuen Anforderungen grundsätzlich ab Inkrafttreten auf UN-Ebene anwenden und somit freiwillig früher verbesserte Systeme auf den Markt bringen. (BMDV/PM/Sr)

 

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