Ein Berliner in Frankfurt: Die Fahrtzielanzeige auf dem Foto von Stefan Kyrieleis macht deutlich, dass der Doppeldecker in Frankfurt eine Pause macht - vielleicht ist er bald wieder zurück...

Ein Berliner in Frankfurt: Die Fahrtzielanzeige auf dem Foto von Stefan Kyrieleis macht deutlich,
dass der Doppeldecker in Frankfurt eine Pause macht – vielleicht ist er bald wieder zurück…

Frankfurt strebt nicht nur mit Gebäuden, denen die Stadt ihre bekannte Skyline zu verdanken hat, nach oben, sondern auch mobil – allerdings nur testweise: Mitte Dezember hat die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ auf der Buslinie 34 einen Berliner Doppelstock-Bus eingesetzt. Mit dem Test will traffiQ in Erfahrung bringen, ob die in Berlin beliebten Busse auch von den Frankfurter Fahrgästen akzeptiert werden. Vom betrieblichen Ablauf, das ist bereits vorher geprüft worden, sind die Doppeldecker geeignet. „Wir haben für diesen Test die Linie 34 ausgewählt“, erklärt traffiQ- Geschäftsführer Dr. Hans-Jörg von Berlepsch, „weil wir hier seit Jahren steigende Fahrgastzahlen durch zusätzliche Leistungen auffangen müssen – im morgendlichen Berufsverkehr fahren die Busse hier bereits im Abstand von nur sechs Minuten“. Heute nutzen an einem Werktag rund 21.500 Fahrgäste die Linie – das sind 20 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Auf den besonders stark nachgefragten Abschnitten morgens zwischen 7 und 9 Uhr sind die Fahrgastzahlen binnen der letzten fünf Jahre teilweise um bis zu 27 Prozent gestiegen. Entsprechend hat traffiQ das Angebot auf dieser Linie in den zurückliegenden Jahren stetig ausgeweitet. Der Einsatz von Gelenkbussen oder Buszügen, wie sie traffiQ bereits 2013 im Frankfurter Westen getestet hatte, scheidet aus: Dafür sind die Kurven am Linienverlauf zu eng und zahlreiche barrierefreie Haltestellen entlang der Linie sind in der Länge nicht ausbaufähig, weil sie durch Einfahrten oder Bäume begrenzt werden. Der Testbus ist ein 1995 gebauter Niederflur-Doppeldecker mit 11,7 Metern Länge lang und Platzangebot für 94 Fahrgäste – das ist so viel wie in einem Gelenkbus und ein Drittel mehr als in den auf der Linie 34 eingesetzten Standardbussen. Im Jahr 2016 möchte traffiQ dann nochmals fabrikneue Doppeldecker testen, die zurzeit im Probeeinsatz in Berlin sind. Sie bieten einen noch zeitgemäßeren Komfort als das jetzt eingesetzte Fahrzeug. „Wenn die Doppeldecker bei den Fahrgästen auf Zustimmung stoßen, werden wir weitere Schritte, wie zum Beispiel den Umbau der Buswerkstätten, prüfen“, sagt Verkehrsdezernent Stefan Majer. „Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass in Frankfurt Doppelstock- Busse fahren: Zwischen 1966 und 1976 waren bis zu 19 Doppeldecker im Einsatz – übrigens auch schon auf der Linie 34, zwischen Mönchhofstraße und Bornheim.“

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