Andreas Scheuer spricht am 17. Juni 2020 vor dem Brandenburger Tor zu den Bus-Demonstranten und macht mit 170 Mio. Euro Hoffnung. Foto: Ainetter

Die Überbrückungshilfen sind zu knapp berechnet, wie die BDO-Blitzumfrage zeigt. Foto: BDO

Die Überbrückungshilfen der Bundesregierung sind für die Busbranche u.a. zeitlich zu kurz angelegt, wie die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) zeigen. Die Prognosen der Unternehmen belegen, dass auch nach August die Umsätze im Schnitt weiter etwa 70 Prozent unter dem Vorjahresergebnis liegen werden. Die Zahlen der BDO-Blitzumfrage zeigen, dass eine Verlängerung der Überbrückungshilfen für die Bustouristik über den Monat August hinaus dringend erforderlich ist, da auch Ende August die Krise noch nicht überwunden sein wird. Wie zu erwarten werden die Umsatzeinbrüche im Vergleich zum Vorjahr vielmehr weiter anhalten. Im Vergleich zum September 2019 ist für September 2020 ein Umsatzrückgang von 71 Prozent zu verzeichnen. In den Monaten Oktober, November und Dezember liegen diese Werte weiter bei 71 Prozent, 69,8 Prozent und 68,1 Prozent. Weitere Zahlen aus der Blitzumfrage vom 16. Juni verleihen dem Ruf nach einer Verlängerung der Hilfen für Reisebusunternehmen zusätzliche Substanz. Die Kernergebnisse lauten: Jedes einzelne der Busunternehmen mit touristischem Schwerpunkt hat bislang – Stand: 16. Juni 2020 – in Folge der Corona-Krise im Schnitt einen finanziellen Verlust von etwas mehr als 500.000 Euro erlitten. Hochgerechnet auf die etwa 3.500 Unternehmen bedeutet das einen Gesamtschaden von ca. 1,75 Milliarden Euro für die mittelständische Reisebusbranche. 89 Prozent der Unternehmen gaben an, dass der Fortbestand des Unternehmens mit den bis zum damaligen Zeitpunkt bekannten Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung nicht gesichert werden kann. Damit sagten fast 9 von 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass ihr Unternehmen konkret auf das Aus zusteuert. In den Busunternehmen mit touristischem Schwerpunkt waren bereits Mitte Juni 50 Prozent der Arbeitsplätze in Folge der Corona-Pandemie konkret gefährdet. (BDO/PM/Schreiber)

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