Der russischen Vize-Verkehrsministers hat besondere Regelungen und Vorgaben für Busse während der FIFA 2018 in den Austragungsorten in Russland aufgestellt. Grafik: ANO

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer teilt mit, dass der russischen Vize-Verkehrsministers besondere Regelungen und Vorgaben für Busse während der FIFA 2018 in den Austragungsorten in Russland aufgestellt hat. Leider sieht die Sachlage nicht besonders erfreulich für Busunternehmer aus, die während der FIFA in einen der Austragungsorte reisen, wie der BDO schreibt. Ein scheint ein Heimspiel zu werden, bei dem nur russische Busunternehmer zu den Gewinnern zählen werden. Die russische Regierung hat aus Sicherheitsgründen für den Zeitraum der FIFA 2018 besondere Einfahrtsregelungen beschlossen. Diese gelten in den nachfolgend dargestellten Zeiträumen in den jeweils aufgelisteten Städten. Die Einfahrt in die Orte ist untersagt, wenn die nachfolgenden Vorgaben nicht eingehalten werden. Hierbei ist es irrelevant, ob die Einfahrt in den jeweiligen Austragungsort mit einem Besuch eines Fußballspieles verbunden ist oder nicht. Vom 1. Juni bis 17. Juli 2018 sind Kazan, Moskau, Nizhny Novgorod, Rostov-on-Don, Samara, St. Petersburg und Sochi, vom 1. bis 30. Juni zudem Volgograd, Yekaterinburg, Kaliningrad, Sarnsk betroffen. Folgende Vorgaben müssen erfüllt werden: Es muss sichergestellt werden, dass die einfahrenden Reisebusse mit dem russischen Satellitensystem GLONASS (russische Version von GPS) verbunden sind. Zusätzlich muss die Funktion von ERA-GLONASS (analog dem eCall-Notrufsystem der EU) gewährleistet sein. Somit muss bei Notfällen die Kommunikation zum ERA-GLONASS-System voll funktionsfähig sein. Des Weiteren muss der nichtkommerziellen Organisation für Transport der FIFA 2018 in Russland jederzeit der Zugriff auf die Daten gewährleistet werden. Die Komplettüberwachung der Reisebusse begründet die russische Regierung mit dem erhöhten Sicherheitsrisiko während der FIFA. Bislang existiert lediglich eine sehr komplizierte Lösung, die für nicht-russische Unternehmen kaum umsetzbar ist. Benötigt wird ein GLONASS-kompatibles Satelliten-Navigations-Gerät mit USIM-Karten-Slot (Liste ERA-GLONASS-kompatibler Geräte). Außerdem sei ein Vertrag mit JSC GLONASS (Betreiber des automatisierten Informationssystems der Regierung ERA-GLONASS) über die Verbindung des Busses mit dem ERA-GLONASS System und der Übermittlung von Fahrzeugdaten wie: Standort, Fahrtrichtung und Geschwindigkeit an die nichtkommerzielle Organisation für Transport der FIFA 2018 in Russland abzuschließen. Über GLOSAV (offizieller Vertreter von JSC GLONASS) kann anschließend eine USIM-Karte angefordert werden, welche die Funktion von ERA-GLONASS SAIS (State Automated Information System) sicherstellt. Diese wird in das Satelliten-Navigations-Gerät eingesetzt. Anschließend müssen GLOSAV Informationen zum Fahrzeug und Halter zur Verfügung gestellt werden, die in ERA-GLONASS SAIS eingepflegt werden. Hierzu gehören folgende Informationen: Kennzeichen, Marke, Modell, Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) des Kraftfahrt- und Fernmeldewesens, Identifikationsnummer und Modell des Satellitennavigationsgeräts und Identifikationsnummer der Identitätsmodulkarte (USIM) sowie Steueridentifikationsnummer, E-Mail-Adresse des Busunternehmers. Anschließend folgt eine Verifizierung durch GLOSAV, ob alle Funktionen wie Alarm und Lautsprecher funktionsfähig sind. Es folgt die Identifikation bei ERA-GLONASS SAIS. Schlussendlich erfolgt noch eine Registrierung auf der Internetseite der nichtkommerziellen Organisation für Transport der FIFA 2018 in Russland (für die Registrierung wird die Vertrags-Nummer mit dem ERAG-GLONASS-Betreiber benötigt). Ein unverkennbar unpraktikables Vorgehen, das kaum bis gar nicht zu bewerkstelligen ist. Zusätzlich sind nahezu alle existierenden Informationen lediglich auf Russisch zu finden, wie der BDO mitteilt. Die wenigen Informationen auf Englisch sind sehr undurchsichtig, kompliziert und widersprüchlich. Leider sind weder die russische Botschaft, noch  das russische Verkehrsministerium oder der Betreiber JSC GLONASS (Betreiber des automatisierten Informationssystems der Regierung ERA-GLONASS) auf die wiederholten Anfragen des BDO eingegangen. Die Hürden, die man den Busunternehmen in den Weg legt sowie die fehlende Kommunikationsbereitschaft lassen darauf schließen, dass ausländische Busunternehmen und auch Gäste während der FIFA in Russland nicht sonderlich erwünscht sind. Gemeinsam mit der IRU hat der BDO dann aber nach intensivem Drängen doch noch eine inoffizielle Zusage des russischen Verkehrsministeriums erhalten, dass an einer praxistauglicheren Lösung gearbeitet werde. Die Idee ist, dass die On-board-unit PLATON (die in Russland bereits zur Mautentrichtung durch Lkws verwendet wird), die bereits das GLONASS-System integriert hat, an Grenzübergängen zu Russland an die Reisebusse ausgegeben wird. Diese Lösung ist bislang jedoch noch nicht offiziell abgesegnet. Laut unserer Russlandexpertin bei der IRU sei die Wahrscheinlichkeit jedoch ziemlich hoch, dass dieser Lösungsvorschlag auch umgesetzt wird, jedoch kann es noch bis zur Entscheidung der Regierung dauern und somit lässt erst kurzfristig vor Beginn der FIFA eine endgültige Aussage  treffen. Eine weitere alternative Lösung könnte nur noch die Busanmietung eines russischen Busunternehmens für die Einfahrt in den Austragungsort sein.

Ganz ohne Probleme kommen wohl nur die Teambusse zu den Stadien. Grafik. Hyundai

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