Statt RBB fährt zukünftig ein neuer Anbieter im Harz? Foto: DB Regio Bus

Es sah so aus, als würde sich die Bahntochter Regionalbus Braunschweig (RBB) aus dem Landkreis Goslar zurückziehen. Die RBB sah sich nach eigenen Angaben nicht mehr in der Lage, die Linien „eigenwirtschaftlich“ zu betreiben. Die Landesnahverkehrsgesellschaft als Genehmigungsbehörde hat der RBB die Rückgabe der 16 eigenwirtschaftlich betriebenen Linien zum Ablauf des 31. März 2019 genehmigt. Die Bahntochter konnte mit einer detaillierten Kosten-Erlös-Rechnung nachweisen, dass ein eigenwirtschaftlicher Betrieb nicht möglich sei. Die RBB habe nur rund ein Drittel der Linien selbst gefahren sei, was die Sache für die Entscheidungsträger einfach machen dürfte. Mit Harz-Bus, einem neu gegründeten Busunternehmen, standen sozusagen alte Bekannte aus der Region bereit, um die Linien zu bedienen. Pülm Reisen aus Seesen, die Verkehrsbetriebe Bachstein aus Hornburg und Der Schmidt aus Wolfenbüttel wollen auch gerne die Busfahrer der RBB einstellen. Die Landesnahverkehrsgesellschaft hat nun im Eilverfahren entschieden, was mit den Linienkonzessionen geschieht. Harz-Bus statt RBB heißt das Ergebnis. Für sechs Monate gibt es eine Konzession für elf Buslinien. Kurz vor der Entscheidung gab es eine Kehrtwende bei der Regionalbus Braunschweig GmbH, die bekanntlich eines der größten Nahverkehrsunternehmen im östlichen Niedersachsen ist. Die Wurzeln von RBB liegen am Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Post die erste Buslinie und damit den Postreisedienst einrichtete. 1928 kam die Deutsche Reichsbahn als Konkurrent hinzu. In den Jahren 1973 bis 1987 wurden die Postbusse von der Deutschen Bahn übernommen und es entstanden die regionalen Busgesellschaften unter der Bahnbusholding. Heute wird dieser Bereich der Deutschen Bahn von der DB Regio AG geleitet. Und da gab es wohl intern eine Weisung, was das Umdenken erkläret. Von Rückzug könne keine Rede sein, wie rund 50 RBB-Mitarbeiter eindrucksvoll am Busbahnhof mit einer Demonstration für den Verbleib am Standort Goslar deutlich machten. Die RBB-Unternehmensführung habe ein Angebot bei der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) abgegeben, wie die Demonstranten mitteilten. Nach dem Antrag von Harz-Bus kam dann noch der Antrag von RBB hinzu, wie die Landesnahverkehrsgesellschaft bestätigt. Nach der Erlaubnis für das halbe Jahr steht nun aber noch die Freigabe der Konzession für zehn Jahre aus. Bis zum Sommer will die Behörde nun entscheiden, wer den endgültigen Zuschlag bekommt. Mit einem neuem, innovativen Verkehrsangebot möchte RBB wieder antreten, dafür wurde nach eigenen Angaben in „nachfrageschwachen Gebieten“ das Verkehrsangebot angepasst. Sicherlich von Nachteil ist die Aussage der RBB, das Angebot kürzen zu wollen. Es bleibt spannend! Bei Harz-Bus hingegen freut man sich, in einer Mittelung sprechen die neuen Konzessionäre aber auch davon, dass es eine große Herausforderung sei, alle Vorbereitungen für einen reibungslosen Weiterbetrieb zu schaffen. Man sei aber sehr zuversichtlich, alle Vorarbeiten so umzusetzen, dass die Fahrgäste möglichst wenig vom Betreiberwechsel mitbekommen werden. Und noch etwas zeigt das besondere Engagement von Harz-Bus: Der RBB wurde angeboten, als Subunternehmer bei Harz-Bus mitzufahren. Darauf wollte sich die RBB abe nicht einlassen, wie Harz-Bus mitteilt. Vor diesem Hintergrund muss man dann die Ausage von Harz-Bus sehen, RBB-Fahrer zu übernehmen.
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