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Der Dachaufbau täuscht: Der Testbus in Hamburg ist kein Hybridbus, sondern ein 5-Türer in BRT-Ausführung

Seit Anfang Februar testet die Hamburger Hochbahn einen ganz besonderen MAN Lions City: Der 18,75 Meter lange Lions City GL hat fünf Türen und ist speziell für hochwertige Bus Rapid Transit-Systeme entwickelt worden. Das aus dem Forschungsprojekt „European Bus System of the Future“ (EBSF) bekannte Fahrzeug hat für den Einsatz in Hamburg noch eine neue Dachhutze bekommen, die dem der Hybridfahrzeuge entspricht. Angetrieben wird der Linienbus aber ganz klassisch von einem 6-Zylinder-Common-Rail-Dieselmotor mit 320 PS (235 kW). Angesichts steigender Fahrgastzahlen und gestiegener Ansprüche an einen modernen und attraktiven ÖPNV ist man in Hamburg immer auf der Suche nach den besten Neuentwicklungen und Fahrzeugen auf dem Markt. Ulrich Sieg, Vorstand der Hochbahn, sagte anlässlich der Premierenfahrt: „Unser klares Ziel ist es, den ÖPNV in Hamburg leistungsfähig und attraktiv zu gestalten, um so noch mehr Fahrgästen eine gute Alternative zum Auto zu bieten. Dazu schauen wir uns in der Branche um und testen viel versprechende Neuentwicklungen. Damit wollen wir unseren Fahrgästen Nahverkehrsleistungen auf hohem Niveau bieten. Der neue 5-Türer-Bus ist ein Baustein im Bussystem der Zukunft.“ Der neue Gelenkbus besitzt statt bei der Hochbahn bisher standardmäßigen drei Türen insgesamt fünf Türen. Es ist ein bekanntes Phänomen, dass sich Fahrgäste gerne in der Nähe der Türen aufhalten, um schneller aussteigen zu können. Dadurch staut es sich häufig im Bus und die Kapazitäten werden nicht komplett ausgenutzt. Mit zusätzlichen Türen, vor allem im hinteren Bereich des Busses, gehen die Experten von einer deutlich gleichmäßigeren Raumnutzung aus. Mit 0,75 Metern zusätzlicher Länge und neu angeordneten Steh- und Sitzplätzen erhöht sich die Kapazität des neuen Busses gegenüber den aktuellen Gelenkbussen: Rund 10 Fahrgäste mehr haben bequem Platz, insgesamt bietet der Bus Platz für rund 115 Fahrgäste. Zusätzlich stehen Rollstuhlfahrern statt bisher einem hier zwei Rollstuhlplätze zur Verfügung. Mit dem 5-Türer soll der Fahrgastwechsel einfacher und schneller werden. Berechnungen von MAN haben ergeben, dass die Zeitersparnis beim Wechsel von 40 Fahrgästen so bei 10 Sekunden liegt. Der neue Bus wird auf den sehr stark frequentierten MetroBus-Linien 4, 5 und 6 eingesetzt. Über mehrere Monate werden die Erfahrungen der Fahrer sowie die betrieblichen und technischen Abläufe analysiert und ausgewertet. Auch die Fahrgäste werden zu ihrer Meinung befragt. Die Hochbahn sucht zurzeit mit Hochdruck nach Alternativen für ihre bisherige Doppelgelenkbusflotte. Die Van Hool AGG 300-Fahrzeuge, die seit 2005 auf der Metrobuslinie M5 täglich rund 60.000 Fahrgäste befördern, hatten sich als zu störanfällig erwiesen und sollen ab 2015 ersetzt werden.

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