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Nicht nur in Münster, sondern auch auf der IAA in Hannover zu Testzwecken im Einsatz: Der Solbus SM12 H2FC. Foto: Schreiber

Die Stadtwerke Münster, selbst Betreiber von Elektrobussen, haben über den Tellerrand geschaut: Unlängst wurde ein Elektrobus erprobt, der zum Nachladen nicht an den Stecker muss. Der Stromer wurde von Syntus in Apeldoorn ausgeliehen, dort ist der Elektrobus von Solbus aus Polen im regulären Linieneinsatz unterwegs. Auffällig beim getesten Linienbus ist das Dach, genauer: Der Buckel. Hier ist ein Wasserstofftank verbaut. Und genau das ist das Besondere, denn der Elektrobus produziert den benötigten Strom selsbt. Die Brennstoffzelle an Bord stellt mit Hilfe von Wasserstoff die benötigte Energie zum Fahren her. Das hat einen ganz deutlich positiven Effekt auf das Einsatzgebiet, denn dieser Elektrobus ist ohne das zusätzliche Laden beim Einsatz so einen ganzen Tag lang unterwegs. Auch fällt die sonst üblicerweise benötigte Technik weg, kein Pantograph, deutlich kleinere und leichtere Batterien und somit mehr Leergewicht für mehr Fahrgäste und mehr Reichweite. Die Niederländer und der Hersteller Solbus melden in diesem Zusammenhang eine Laufleistung von über 430 Kilometern. Die „normalen“ Elektrobusse in Münster fahren zur Zeit – ohne nachzuladen – 50 Kilometer. Und sie benötigen an den Endhaltestellen jeweils eine Ladestation. Mehrere Hundert Kilometer pro Tag sind die Münsteraner mit dem neuen Konzept auf allen Linien kreuz und quer durch die Stadt unterwegs gewesen. Positive Rückmeldungen gab es vom Fahrpersonal, ähnlich wie bei den eigenen Elektrobussen sei die Bremse kaum zum Einsatz bekommen, heißt es aus Münster. Auch die Werkstatt hat dem Bus inspiziert: Seit fünf Jahren ist das Team Dank der damaligen Beschaffung von Hybridbussen den Elektrobussen immer ein Stück näher gekommen, dem neuen Konzept wolle man sich nicht verschließen. Kein Wunder, denn die Stadtwerke Münster planen, Anfang 2018 mit zwei neuen Brennstoffzellenbussen den Fuhrpark zu erweitern.

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