Shadiq Khan sitzt am Steuer von Transport for London. Foto: TfL

Wasserstoff ist ein echtes Powerpaket: Ein Kilogramm Wasserstoff enthält ungefähr dreimal so viel Energie wie ein Kilogramm Erdöl. Spätestens mit der begrenzten Reichweite eines Elektrobusses ist der Wasserstoffantrieb wieder in den Fokus des ÖPNVs der Zukunft gerückt. Jetzt meldet Transport for London (TfL) den weltweit ersten Einsatz von 20 Doppeldeckerbussen, die Wasserstoff als Energiequelle nutzen. Schon nächstes Jahr werden die in Großbritannien gebauten Wasserstoffbusse auf drei Londoner Buslinien in Dienst gestellt. Die umweltfreundlichen Fahrzeuge werden auf den Linien 245, 7 und N7 fahren, wo die Besucher zum Wembley-Stadion oder von West-London zum West End fahren und in dann in grüne Busse einsteigen werden. TfL investiert 12 Millionen Pfund in die neuen Busse und die Tankinfrastruktur. Wrightbus wird die 10,9 Meter langen Doppeldecker mit 64 Sitzplätzen herstellen. In der Basis-Version liegt ihre Reichweite bei rund 320 km, wie die Iren mitteilen. Wrightbus hatte den FC Doppeldecker namens StreetDeck FCEV auf der Euro Bus Expo 2018 vorgestellt. Wrightbus setzt auf das BZ-System FCVelocity von Ballard und einen Antriebsstrang von Siemens. Mehr als 5 Mio. GBP werden von europäischen Einrichtungen – Brexit hin oder her – und 1 Mio. GBP vom Amt für emissionsarme Fahrzeuge bereitgestellt, um diese Technik zu fördern. Um die Verbreitung dieser bahnbrechenden Technologie in anderen Städten in Großbritannien und Europa zu forcieren, ist TfL seit Jahren im Rahmen des JIVE-Projekts (Joint Initiative for Hydrogen Vehicles across Europe) entsprechend engagiert unterwegs. Sadiq Khan, Bürgermeister von London, sagte: “Wir alle haben eine Rolle bei der Beseitigung von Londons giftiger Luft zu spielen, und ich habe immer gesagt, dass TfL von vorne fahren sollte.” Im Rahmen der Beförderungsstrategie des Bürgermeisters verpflichtet sich TfL, nur die saubersten Busse seiner Flotte einzusetzen. Es wurden zehn emissionsarme Buszonen eingeführt, die die schädlichen NOx-Emissionen auf einigen der verkehrsreichsten Straßen der Hauptstadt um 90 Prozent senken. Alle Busse in der Umweltzone und 75 Prozent der gesamten Busflotte erfüllen diese Standards bereits. Bis Oktober 2020 sollen alle Busse modernisiert werden. Damit wird die gesamte Stadt zu einer Umweltzone für emissionsarme Busse. TfL betont, dass für die Ökologisierung des Verkehrs in der Hauptstadt verschiedene saubere Energiequellen eingesetzt werden müssen. Wasserstoffbusse können mehr Energie an Bord speichern als vergleichbare Busse, was bedeutet, dass sie auf längeren Strecken eingesetzt werden können. Sie müssen nur einmal täglich fünf Minuten lang betankt werden, wodurch sie im Vergleich zu herkömmlichen batterieelektrischen Bussen viel schneller eingeschaltet werden können. Die Doppeldecker-Wasserstoffbusse werden die wachsende Zahl emissionsfreier Busse von TfL erweitern. Derzeit fahren 165 emissionsfreie Busse, bis zum Sommer sind weitere 68 elektrische Doppeldecker unterwegs. TfL hat außerdem kürzlich angekündigt, dass die Route 323 nächstes Jahr vollelektrisch wird.

Wrigthbus aus Irland baut die ersten wasserstoffbetriebenen Doppeldecker für London. Foto: Schreiber

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