Der Gothaer Busstreit wird in die (Bus-)Geschichte eingehen. Foto: Steinbrück, Montage: omnibus.news

Keine Frage, der #Gothaer Busstreit wird in die (Bus-)Geschichte eingehen. Viele private Omnibusunternehmer verfolgen, was in Gotha passiert mit Spannung. Vorerst letzter Höhepunkt: Das Busunternehmen Steinbrück hat Insolvenz angemeldet, Wolfgang Steinbrück ist mit sofortiger Wirkung nicht nur von seinem Amt als Präsident des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (BDO), sondern auch als Vorsitzender des Verbands Mitteldeutscher Omnibusunternehmer (MDO) zurückgetreten. Zur Steinbrück-Insolvenz hat der bereits seit zwei Jahren anhaltende Streit zwischen der Firma Steinbrück und der Regionalen Verkehrsgemeinschaft Gotha (RVG) geführt. Wolfgang Steinbrück streitet mit der RVG um die Bezahlung für die von ihm im Auftrag betriebenen Buslinien. Steinbrück sah die Vergütung bei der RVG für seine im ÖPNV erbrachten Leistungen nicht für angemessen an und klagte Nachzahlungen ein, weil es keine Einigung gab. Er bekam Recht, die RVG meldete Insolvenz an. Als Grund nannte das Unternehmen die drohende Zahlungsunfähigkeit, weil Steinbrück die RVG nach der Gerichtsentscheidung pfänden wollte. Nicht nur die Entscheidungsträger, auch der eingesetzte Insolvenzverwalter und alle an diesem Busstreit Beteiligten müssen sich Fragen gefallen lassen. Insbesondere die Personen, die eigentlich als vertraulich zu bezeichnende Informationen weitergegeben haben, viele Zahlen waren in regionalen Printmedien zu lesen, die nur Insider kennen konnten. Man hat den Eindruck, dass hier gezielt und mitunter persönlich motiviert gehandelt wurde, beide Seiten scheinen unter enormen Druck zu stehen. Erst Anfang letzter Woche hatte Mitarbeiter und Firmenleitung des Busunternehmens Steinbrück noch einmal öffentlich demonstriert: Diesmal vor der Thüringischen Staatskanzlei in Erfurt. Mit zahlreichen Mitarbeitern drückte die Belegschaft „ihren Unmut über die politischen Missstände, im Zuge der betrügerischen Insolvenz der RVG Gotha“ aus. Mit lautstarkem Protest gelang es eine Kabinettsitzung der Landesregierung zu unterbrechen. Nach Angaben des Busunternehmens schickte der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow einen engen Mitarbeiter. Dieser sprach rund eine Stunde in der Staatskanzlei mit einigen Abgesandten der Belegschaft. Über die genauen Inhalte wurde Stillschweigen vereinbart. Fakt ist: Mittlerweile haben sich von beiden Seiten entsprechende Klagen zu einzelnen Punkten des Gothaer-Busstreits angesammelt. Der Gothaer Busstreit wird noch lange Zeit nachwirken. Viele Details, mitunter subjektiv gefärbt oder objektiv dargeboten, sind im Internet – mit entsprechenden Schriftstücken der beiden Seiten – nachzulesen, wie Blicke auf die Webseite des Gothaer Landkreises oder in den Brief der RVG-Gesellschafter sowie die Stellungnahme des Insolvenzverwalters der RVG zeigen.

 

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