Ein schöner Rücken… Foto: Mustafa Dogan

Versprochen ist versprochen, es gibt noch mehr vom Reisebus eines deutschen Herstellers, der sein neues Premiumprodukt in der Türkei fertigen lässt. Gut, das Foto vom Montag zeigt auch nicht viel, aber das ist doch genau das, was die Hersteller wollen, wenn sie die Fahrzeuge mit einer Tarnfolie bekleben, oder? “Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?” dichtete bekanntlich Goethe in seiner berühmten Ballade namens Erlkönig. Auch ein Omnibus-Erlkönig soll nicht gesehen werden, doch der berühmte Dichter würde sich vermutlich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, dass seine Metapher des Todes nun auf Prototypen der Fahrzeugindustrie abzielt… Anfang der 50er Jahre dichteten mit Heinz-Ulrich Wieselmann und Werner Oswald zwei Motorjournalisten aus Stuttgart die Zeilen um, nutzten sie mit der Überschrift “Erlkönig” als Begleittexte für Fotos von Prototypen in der Zeitschrift auto, motor und sport. Der Rest ist Geschichte, denn die Bezeichnung etablierte sich schnell in der Fach- und Alltagssprache. Doch zurück zum Erlkönig aus der Türkei: Nicht nur die Frontmaske, sondern auch das Heck will ein Zeichen setzen. Und was für ein Zeichen! Man sieht nur noch etwas Schwarzes, vielleicht sieht der eine oder andere Mitbewerber auch einfach nur noch Schwarz bei dieser Formensprache? Wer den Erlkönig nicht in der Türkei, sondern auf einer der Autobahnen rund um München gesichtet hat, der fühlt sich vielleicht ein ganz wenig an den Urbanway von Iveco erinnert: Dessen Heck ist zwar nicht komplett schwarz, trägt aber auch voller Stolz den Markennamen und eine interessante LED-Leuchtengrafik. Und dass auch Designer die so genannte Generation Smartphone rein formal leben, zeigt das Design des Hecks auch irgendwie. Vielen Dank für die vielen Hinweise und Fotos (!) im Nachgang zur Meldung vom Montag – ja, die Trennfuge hat auch der neue Tourliner von Neoplan. Findige Leser von omnibus.news merkten in diesem Zusammenhang an, dass das ja wohl Teil einer Zwei-Marken-Strategie sei und der gezeigte Erlkönig kein neuer Schwabe, sondern nur ein echter Bayer sein könne. Aller guten Dinge sind bekanntlich … – ja, es wird noch ein Foto in den nächsten Tagen geben!

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