Die Shuttlebusse von Chariot wurden über eine App bestellt. Foto: Ford

Auch Ford wollte erfolgreich im Rufbussystem agierenn – nun ist aber schon wieder Schluss: Ende Januar hat Ford das Angebot namens Chariot in London eingestellt, im wird Februar wird das Angebot in den USA runtergefahren und beendet. Ähnlich wie Daimler (Via Vans ) und Volkswagen (Moia) wollte Ford mit Kleinbussen die Lücken zwischen Taxi und ÖPNV schließen. Dem allgemeinen Branchentrend folgend engagierte sich Ford im urbanen Verkehr, der sich zweifelsohne verändert. Ridesharing-Konzepte sollen eine vielversprechende Lösung im Wandel urbaner Mobilität sein, doch ob sie sich durchsetzen können, ist aktuell noch nicht klar. Ford zieht bei seinem Shuttle-Service Chariot nun die Reißleine, insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als drei Millionen Fahrten abgewickelt. Das war offensichtlich nicht genug, um profitabel zu sein. Noch geben die Anbieter zu, dass das Angebot ein Zusatzgeschäft sei. Für Ford ist Schluss, aber, und das muss man lobend erwähnen, Kunden des Chariot-Angebots werden nicht im Regen stehen gelassen: Wer noch ein Guthaben hat, wird es laut Ford ausbezahlt bekommen. Zudem will Chariot zusammen mit Kunden nach Alternativen suchen, um die Mobilität auch weiterhin sicherzustellen. Nach Branchen-Insidern soll Ford das hauseigene Ridesharing-Angebot rund 65 Millionen Dollar gekostet haben. Viel Geld, aber geplant war, ein US-weites Netz von Minibus-Strecken zu etablieren. Damit sollten Autofahrer dazu verleitet werden, ihr Fahrzeug zu Hause zu stehen zu lassen. Was in Europa durchaus funktionieren kann, scheint in den USA ein Ding der Unmöglichkeit. Zahlen aus San Francisco belegen die geringe Akzeptanz: Einige der Chariot-Busse haben pro Tag gerade einmal neun Personen befördert. Auch in anderen Städten lief es ähnlich zäh, so meldet Chariot, dass es auf der Strecke in Denver in drei Monaten ganze 100 Fahrgäste gegeben hätte. Sicherlich gewöhnungsbedürftig – aus europäischer Sicht – war die Tatsache, dass man zunächst bei Chariot ein Guthaben einzahlen musste, um mit den Kleinbussen fahren zu können. Auch die Tatsache, dass die Kleinbusse nur feste Strecken mit festen Stopps abfuhren, war so ganz anders als das, was in Europa unter Ridesharing verstanden wird. Ridesharing und Minibusse werden Teile der Verkehrswende werden, wenn die Städte den Individualverkehr aussperren. Solange man mit dem eigenen Pkw zum Ziel komt, scheinen reguläre Linienbusse und Abrufangebote noch keine Lösung zu sein.

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