Bernd Althusmann, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitales in Niedersachsen. Fotos: CDU/Althusmann, Üstra, Montage: omnibus.news

 

Die Corona-Krise hat den Umstieg aufs Auto befördert und Bussen und Bahnen massiv rückläufige Fahrgastzahlen beschert. Niedersachsen steuert mit einem Förderprogramm gegen. Mit insgesamt 105,8 Millionen Euro werden Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr gefördert. Das nördliche Bundesland will den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver machen – die Grünen bemängeln ein fehlendes Gesamtkonzept.
Die umfassten Förderbereiche sind nach Angaben der Niedersacvhsen vielfältig: So sind im Programm insbesondere Infrastrukturprojekte wie der Um-, Ausbau und die Grunderneuerung von Bushaltestellen, zentralen Omnibusbahnhöfen und Busbetriebshöfen, Stadtbahnprojekte in Hannover, Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen, aber auch Projekte zur aktuelleren Information der Fahrgäste (Echtzeitinformationssysteme).
Die Zuschüsse des Landes stammen aus Mitteln des Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (NGVFG- Landesmittel) und des Regionalisierungsgesetzes (RegG-Bundesmittel). In diesem Jahr werden damit insgesamt 205 Projekte unterstützt. Das hat Niedersachsens Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann gestern in Hannover anlässlich der Vorstellung des ÖPNV-Förderprogramms 2022 bekanntgegeben.
„Besonders für ein Flächenland ist ein starker ÖPNV von herausragender Bedeutung. Um nach der pandemiebedingten Krise möglichst schnell viele Fahrgäste zurückzugewinnen, ist ein attraktiver ÖPNV unerlässlich. Mit unserem umfangreichen Förderprogramm verbessern wir weiter die Attraktivität des ÖPNV und unterstützen damit nachhaltig die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger im ganzen Land. Vom Land werden zusätzlich noch einmal etwa 27 Millionen Euro für die Beschaffung von Omnibussen hinzukommen.”
Im Einzelnen umfasst das ÖPNV-Jahresförderprogramm 2022 unter anderem: 41 Projekte im straßengebundenen ÖPNV mit insgesamt 69 Millionen Euro Förderung, darunter Stadtbahn- und Busbetriebshöfe in Hannover, Delmenhorst und Salzgitter Lebenstedt sowie die Einrichtung eines Fahrgastinformationssystems im Gebiet des Verkehrsregion-Nahverkehr Ems-Jade. Auch891 Bushaltestellen werden grunderneuert.

Besonders bedeutsame Großprojekte 2022 sind der Neubau des Stadtbahnbetriebshofes Glocksee der Üstra in Hannover (voraussichtlicher Landeszuschuss insgesamt in Höhe von 37,9 Millionen Euro), der Neubau des Busbetriebshofs der KVG Braunschweig in Salzgitter Lebenstedt (voraussichtlicher Landeszuschuss in Höhe von 8,8 Millionen Euro), der Neubau des Busbetriebshofs der DEL-Bus GmbH und Umrüstung für Busse mit alternativen Antrieben (voraussichtlicher Landeszuschuss in Höhe von 7,9 Millionen Euro).

Im ersten Quartal soll zudem die überarbeitete Richtlinie zur Beschaffung von Omnibussen in Kraft treten, mit der vor allem emissionsfreie oder emissionsarme Antriebe wie Erdgas, Diesel-hybrid, Batterie und Wasserstoff noch stärker als bisher berücksichtigt werden. Mit voraussichtlich weiteren 27 Millionen Euro wird das Land so die Beschaffung von 219 Omnibussen fördern. Althusmann: „Die hohen Investitionen der vergangenen Jahre in den ÖPNV setzen wir auch in diesem Jahr fort. Ziel der Landesregierung ist es, die Lebensverhältnisse der Bürgerinnen und Bürger im ganzen Land zu verbessern und unsere Klimaschutzziele umzusetzen.”

Die niedersächsische Landesregierung wird 2022 noch weitere120 Millionen Euro für die Fortsetzung des ÖPNV-Rettungsschirms aus dem Landeshaushalt bereitstellen, vorausgesetzt der Landtag stimmt dem zu. Darüber hinaus ist geplant, die Sonderfinanzhilfe für Maßnahmen zum Infektionsschutz z. B. für mehr Schulfahrten zu verlängern, wie der Niedersachsens Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann erklärte. (Nds.Verkehrsministerium/PM/Sr)

Teilen auf: