Seite wählen

Arriva Touring betreibt den Fietsenbus für die gesperrte Strecke auf dem Abschlussdeich. Foto: Schreiber

Sitze im vorderen Bereich raus, Haltestande rein – maximal 15 Fahrräder werden pro Fahrt transportiert . Foto: Schreiber

Arriva Touring hat dem Fietsenbus eine eigene Folierung spendiert. Foto: Schreiber

Der Abschlussdeich (niederländisch: Afsluitdijk) ist für die Niederlande weit mehr als nur eine Straße auf einem Deich. Er gilt als eines der wichtigsten Symbole des niederländischen Kampfes gegen das Wasser. Der rund 32 Kilometer lange Deich trennt das Wattenmeer vom IJsselmeer. Er wurde 1932 fertiggestellt und verwandelte die frühere offene Zuiderzee, die mit der Nordsee verbunden war, in ein weitgehend geschütztes Binnengewässer. Über den Deich verläuft eine Autobahn, die die Provinzen Nordholland und Friesland verbindet und eine wichtige Verkehrsachse für den Norden der Niederlande bildet.

Auch ein Rad- und Gehweg gehört zum Bauwerk. Denn das Fahrrad ist in den Niederlanden weit mehr als ein Fortbewegungsmittel – es ist selbstverständlicher Teil des Alltags und ein Stück nationaler Identität. Die meisten Niederländer betrachten das Radfahren nicht als Sport, sondern als die einfachste Art, von A nach B zu gelangen. Das Fahrrad steht für Werte, die viele Niederländer schätzen: Unabhängigkeit, Pragmatismus, Nachhaltigkeit, Gesundheit und gleichberechtigte Mobilität. Autos haben selbstverständlich ebenfalls ihren Platz, doch für kurze und mittlere Strecken wird häufig ganz selbstverständlich das Fahrrad gewählt.

Warum funktioniert das in den Niederlanden so gut? Mehrere Faktoren kommen zusammen: Das Land ist überwiegend flach, die Städte liegen vergleichsweise nah beieinander, und seit den 1970er-Jahren wird konsequent in den Radverkehr investiert. Selbst auf dem Abschlussdeich wurde an eine eigene Verkehrsfläche für Radfahrer gedacht. Wer den Deich mit dem Fahrrad überqueren möchte, muss trotz der derzeit laufenden Sanierungsarbeiten keinen Umweg in Kauf nehmen: Während der Sperrung verkehrt ein kostenloser Fahrradbus (Fietsbus) zwischen den beiden Enden des Deichs.

Radfahrer steigen mit ihrem Fahrrad in einen eigens umgebauten Linienbus ein, sichern es auf den vorgesehenen Stellplätzen und werden bequem über den gesperrten Abschnitt transportiert. Der Fietsenbus wird von Arriva Touring betrieben und kann bis zu 15 Fahrräder befördern. Die Busse verkehren im Auftrag des Projekts „De Afsluitdijk“, das von der niederländischen Wasserbehörde Rijkswaterstaat und der Provinz Friesland getragen wird. Eine Reservierung ist nicht erforderlich – wer zuerst kommt, fährt zuerst. Für Lastenräder, Tandems, Velomobile und andere besonders große Fahrräder steht ein separater Transportservice zur Verfügung. (Arriva Touring/De Afsluitdijk/omnibus.news/Sr)

Teilen auf: